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Das jüdische Echo · 1918-01-04 · 1 (4.1.1918) · p. Seite 5

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
5 (1918)
Issue
1 (4.1.1918)
Date
1918-01-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1 Das Jüdische Echo 5 Ms Mmeiilk ZüdWk KmullkOMS .LchMk-Mck" >u Jerusalem v Organisation rein europäisch Fsolierhäuser für Ansteckende Geschäftsleitung: Frankfurt a.M. Höchste Anerkennung aller Behörden Postscheckkonto Nr. 7785 Frkft. a. M. Aufnahme unterschiedslos für A l l e Hält sich für gewissenhafte Uebernahme von Stiftungen empfohlen! Betten — Zimmer — Fahrzeit — Gedenktafel — Stiftungen. Man fordere die Bedingungen ein. Briefe zu richten nach Röderbergweg 63 getan, seinen Namen sich geschaffen hat. Nie vergaß es die Verheißungen, die ihm die glorreiche Rückkehr in Aussicht stellten. Wohl haben die Errungenschaften des 19. Jahrhunderts den Juden allmählich die Teilnahme an der europäischen Geisteswelt ermöglicht, und das Judentum wird sich der innigen Verknüpfung mit den Schöpfungen der modernen Kulturnationen stets bewußt bleiben. Aber zugleich haben diese Errungenschaften ihm die Kraft gegeben, unter Überwindung oberflächlicher Auflösungsitendenzen die Arbeit für die Erhaltung des eigenen Wesens aufzunehmen. Ein bewußter jüdisch-nationaler Wille erwuchs und als sein stärkster organisatorischer Ausdruck die zionistische Organisation. Vom ersten Tage ihres Bestehens ab sah die zionistische Bewegung ihre Aufgabe in der Wiederbelebung eines palästinensischen Judentums, in der Neuschaffung des alten Zentrums des jüdischen Volkes, um die Ruhelosigkeit des jüdischen Geistes zu überwinden, um dem jüdischen Volke wieder ein normales Volksdasein zu ermöglichen. Der Zionist will so seiner Pflicht gegenüber dem jüdischen Volke genügen. Er ist sich aber bewußt, damit auch der Menschheit zu dienen. Alle Völker haben ein Interesse daran, daß eines der ältesten Glieder der Völkerfamilie, ein Volk hoher Moral und starker Intelligenz, wieder die Möglichkeit erhält, seine Geistesaufgaben in freier kultureller Tätigkeit zu entwickeln, seine Kräfte auf eigene nationale Aufgaben zu konzentrieren. Diese Auffassung von Zionismus haben wir auch im Weltkriege ohne Schwanken aufrechterhalten. Der einzelne Jude dient seinem Vaterlande mit allen seinen Kräften, das jüdische Volk als solches hat an dem Weltkriege keinen Anteil. Es hat daher das Recht, vor allen Völkern und vor allen Regierungen sein Programm aufzustellen und seine Forderungen zu erheben. Auch der deutsche Zionist begrüßt deshalb mit Befriedigung die Erklärung der englischen Regierung und konstatiert mit Genugtuung, daß zum erstenmal eine Großmacht das Recht der Juden auf nationale Entwicklung in Palästina amtlich anerkannt hat. Die Ratgeber der englischen Regierung haben es auch verstanden, ihrer Erklärung eine Form zu geben, die dem neutralen Charakter der jüdischen Volksbewegung Rechnung trägt. Um so mehr zählen wir darauf, daß nunmehr auch alle übrigen Großmächte die Berechtigung unserer friedlichen Arbeit in Palästina anerkennen und der jüdischen Einwanderung freien Raum schaffen werden. Als einen bedeutsamen Schritt auf diesem Wege dürfen wir die Erklärung des Ministers des Auswärtigen der österreichisch-ungarischen Monarchie begrüßen daß die österreichisch-ungarische Regierung dem Zionismus sympathisch gegenübersteht und bereit ist, die zionistischen Bemühungen bei der türkischen Regierung zu unterstützen. Die deutsche Regierung hat während der gesamten Kriegsdauer die jüdische Siedlung in Palästina zu schützen getrachtet. Ihrem Eingreifen verdanken wir es, wenn in ernsten und besorgnisreichen Momenten das jüdische Kolonisationswerk in seiner Grundlage unerschüttert geblieben ist. Wir hoffen fest, daß dieses so tatkräftig bewiesene Wohlwollen uns für die Dauer erhalten bleiben und zu einer grundsätzlichen Anerkennung und Förderung der jüdischen Bestrebungen führen wird. Die palästinensische Juden heit hat sofort nach Ausbruch des Weltkrieges unter der Führung zionistischer Elemente durch die Tat ihre Loyalität gegenüber der Landesregierung bewiesen und ihre Entschlossenheit dokumentiert, ihr Schicksal endgültig mit der Zukunft Palästinas zu verbinden. Die Entwicklung der jüdischen Siedlung wird Palästina zu einer blühenden Provinz machen, die erfüllt von Loyalität gegenüber der Regierung und dankbar für gewährte innere Freiheit im Rahmen des Reichsganzen nur Aufgaben höchster Menschheitskultur ihre Kräfte widmen wird. Wir rechnen daher mit größter Bestimmtheit darauf, daß auch die türkische Regierung der Bedeutung jüdisch-zionistischer Arbeit für die Entwicklung Palästinas sich nicht verschließen, die augenblicklich bestehenden Hindernisse für die jüdische Einwanderung beseitigen und die national-kulturelle Entwicklung des palästinensischen Judentums sicher stellen wird. Wie sich bei den Regierungen ein wachsendes Eingehen auf die zionistischen Bestrebungen zeigt, so können wir auch bei den Völkern selbst beobachten, daß die Judenfrage nunmehr als eine nationale aufgefaßt und Palästina als der Schlußpunkt jüdischer Entwicklung begriffen wird. Die Presse sämtlicher Länder zeigt das schnelle Anwachsen dieser Erkenntnis. Als etwas bisher ganz Neues möchte ich hervorheben, daß sich auch unter den sozialistischen Parteien dank der Aufklärungsarbeit der Paale Zion die Anerkennung der jüdischen Nation durchsetzt und Verständnis für das Palästinaprogramm des jüdischen Volkes geschaffen werden konnte. Nur eine volle Aufklärung der öffentlichen Meinung, nur die allgemeine Anerkennung des nationalen und palästinensischen Charakters der jüdischen Frage durch die Völker selbst kann dem Zionismus die

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