Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 52 (28.12.1917)
- Date
- 1917-12-28
- Page
- Seite 555 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52 Das Jüdische Echo 555;ien Qe. iten ge. lang Jüdische r übersondern ichtigen en blieb [re For. r Juden Wahlen lieh, da eratisie. iung in vierten talisten, Zugangin ihrer sind sie ie ihren :en zu aliuden, Gleichen « allzu Machtirschied lejuden, meinde, ommen, en Näder zue Mark cht bei en Erlichkeit ie Verbewieist, der zu verlangen aß man iemeiniformen ihrt. In ten wir Juden jformen mg der als ein h nicht einmal ies ge- * alsbald nischen t wünch nur;onders nrecht. .ie Polin Pol jüdias die währt,; lischen ng auf Staats- Demoin der rat entschlossen, eine „jüdische“ Kommission einzusetzen, um die stanze Organisation zu prüfen und sie eventuell zu „verbessern“. In diese Kommission wurden natürlich nicht Vertreter der jüdischen Parteien einberufen, sondern einzelne Personen ernannt, unter denen die assimilatorischorthodoxen Kreise überwiegen und die demokratischen vollständig übergangen sind. Zur Augentäuschung wurde ein Nationaljude ernannt, aber nicht ein Vertreter einer nationaljüdischen Partei, sondern ein Mann, der bei den Polen als Zionist gilt, obgleich er schon vielmals erklärt hat, daß er der zionistischen Partei nicht angehört. Was bei der Arbeit der Kommission herauskommen wird, ist unbekannt. Sie arbeitet im Dunklen, über ihre bisherige Tätigkeit hält sie sich nicht einmal verpflichtet einen amtlichen Bericht zu erstatten. Die nationaljüdischen Parteien haben ihr gegenüber ihr Mißtrauen öffentlich zum Ausdruck gebracht. Schließlich arbeitet die Kommission genügend langsam. Wenn ihre Arbeit beendigt sein wird, will der polnische Staatsrat — vielleicht in mehreren Instanzen — zur Prüfung schreiten. Ob die neue Umgestaltung überhaupt für die Juden annehmbar ist und warm sie fertig wird, weiß niemand.2) Das Schulgesetz ist uns eine Warnung, uns irgendwelchen optimistischen Illusionen hinzugeben. Indessen ist eine auf moderne Grundlagen gestützte Gemeinde den polnischen Juden jetzt mehr als je dringend nötig. Das Elend ist ungeheuer groß. Um dem Übelstand abzuhelfen, muß man die vermögenden Juden besteuern, um die Armen vom Hungertod zu retten. Mit freiwilligen Opfern kann es nicht gemacht werden. Auch die Spenden von auswärts haben eine viel geringere Bedeutung, wenn keine entsprechende Einrichtung vorhanden ist, um dieselben zu verwalten. Ganz davon zu schweigen, daß den Juden Polens in jetziger geschichtlicher Zeit eine Einrichtung unentbehrlich ist, die zum künftigen Lebenskämpfe in wirtschaftlicher, bürgerlicher und nationaler Hinsicht vorbereitet. Wenn im „Jüdischen Referat“ die Meinung herrscht, daß die Judenfrage in Polen eine interne Frage der polnischen Verwaltung ist (die be- 2) Den jüdischen Zeitungen zufolge, sollen die Mitglieder der Kommission gesagt haben, die Arbeit werde ungefähr ein Jahr in Anspruch nehmen. zeichnenderweise in vielen anderen Fragen noch gar nicht fungiert) und daß die „Neutralität“ und „Nichteinmischung“ befiehlt, dem Juden nichts zu gewähren, was den polnischen Antisemiten unlieb ist, ihnen indessen alles zu oktroyieren was die letzteren wollen, so ist das vielleicht auch ein Standpunkt. Aber in diesem Falle ist es doch überflüssig für Juden Gesetze zu ersinnen, die dann nicht ausgeführt werden und ein „jüdisches Referat“ zu unterhalten, das sowohl die Juden wie die öffentliche Meinung irreführt. Mendele Möcher Sforlm. Der Nestor der neuhebräischen und jidischen Literatur S. J. Abramowitz, genannt Mendele Mocher Sforim (Mendele der Bücherhändler), ist, wie wir in unserer letzten Nr. kurz berichteten, am 8. Dezember im Alter von 81 Jahren in Odessa gestorben. S. J. Abramowitz, geb. 1836 in Kapulo (Gouv. Minsk), gilt als Vater und talentvollster Vertreter der modernen jüdischen Belletristik in beiden Sprachen. Die Geschichte seines Schaffens ist zugleich die Geschichte der jüdischen Literatur der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Seine ersten kritischen und publizistischen Aufsätze über Erziehungs- und Kulturfragen, die er Ende der 50er Jahre in der zu Lyck erscheinenden hebräischen Wochenschrift „Hamagid“ und in Sonderausgaben veröffentlichte und sein Erstlingsroman „Väter und Söhne“ (1863) wurzeln noch völlig in der Aufklärungstendenz jener Epoche. Mit seiner hebräischen Bearbeitung der Lenzschen Naturgeschichte weckte er das Interesse der Talmudjünger für die ihnen verschlossenen Schätze und Geheimnisse der Natur. In seinen jidischen Romanen „Das kleine Menschele“ (1865) und „Die Taxe“ (1869) legte er die Wunden des jüdischen Ghettolebens in Rußland unter der korrupten Herrschaft Nikolai I. bloß und in seiner meisterhaften Allegorie „Die Kljatsche“ (Die Stute, 1873), die mit zu den beliebtesten und weitverbreitetsten Werken der jidischen Literatur gehört, erzog er das Ghettovolk zur Selbstachtung und zur Erneuerung seiner Lebensgrundlagen. Den Höhepunkt seiner künstlerischen Reife erreichte er in den letzten Jahrzehnten seines Schaffens durch seine großen Romane „Fischke der Krummer“ aus dem Gemeinschaftsleben der Schnorrer, „Die Reisen "RbuThallmaier /iofUeferan/ München TheaünßvÜr.lQ. tJbrx&äanjQ.