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Das jüdische Echo · 1917-12-28 · 52 (28.12.1917) · p. Seite 556

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
52 (28.12.1917)
Date
1917-12-28
Page
Seite 556 (sequence 4)
Language
German
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556 Das Jüdische Echo Nr. 52 Benjamins des Dritten“, eines Don Quichote des Ghettos und vor allem in „Wünschfingerl“, einem klassisch gewordenen Roman aus der Zeit der „Kantonisten“, jener als Knaben von der Straße aufgegriffenen und zu lebenslänglichem Heeresdienst gezwungenen russischen Juden, die den Dichter in die Reihe der besten Erzählungskünstler der Gegenwart stellen. Abramowitz gebührt das Verdienst, der alten hebräischen Gelehrtensprache die Biegsamkeit und das lebendige Kolorit des Sprechens verliehen und die Rede des jüdischen Volksmunds in eine reiche, künstlerisch bildsame Sprache verwandelt zu haben. Er war Lehrer und Vorbild der meisten neuhebräischen und jüdischen Schriftsteller, die ihn als ihren „Seiden“ (Großvater) betrachten. Das Volk verehrte seinen greisen Dichter. Vor einigen Jahren unternahm er eine Reise durch die größeren Städte des Ansiedlungsrayons, wobei er in Wilna, Warschau, Lodz, Bialystok usw. von Zehntausenden seiner Verehrer auf den Bahnhöfen und in Volksversammlungen mit Jubel empfangen wurde. Die gesammelten Werke von J. S. Abramowitz erschienen in seiner Jubiläumsausgabe in jidischer (bis jetzt 18 Bände, Verlag Mendele, Wilna) und in hebräischer Sprache (bis jetzt 3 Bände, Odessa). Einige seiner Werke sind ins Russische und Polnische übersetzt. In deutscher Sprache erschienen Stücke aus seinen Arbeiten in Zeitschriften und Sammelbüchern. P. J. Troclstra über die Judenfrage. Der bekannte Sozialistenführer hat einem Vertreter des Jüdischen Pressebureaus in Stockholm seine Anschauung über die Judenfrage ausgesprochen, die wir nachstehend veröffentlichen. „Es ist eine unleugbare Tatsache, daß die Judenfrage in ihrem gegenwärtigem Stadium eine nationale Frage geworden, daß sie nicht mehr eine Frage bloß bürgerlicher, d. Ir. individueller Gleichberechtigung ist. Diese Auffassung hat in den Reihen der sozialistischen Internationale erst in letzter Zeit Platz gegriffen. Ich muß bekennen, daß ich selbst hier umgelernt habe und zwar in hohem Grade durch die Bekanntschaft mit den Poale-Zion. Die Judenfrage ist in den Ländern der jüdischen Massensiedlung, in Rußland, Polen und Galizien, Rumänien eine der wichtigsten nationalen Fragen und ihre Lösung ist nur auf Grund der Persionalautonomie möglich .... Es ist mir in den Stockholmer Vorkonferenzen aufgefallen, mit welcher Reserve sich die ukrainischen Vertreter zum Gedanken eines unabhängigen Polens verhielten, von welcher Angst sie beherrscht waren, die Polen könnten ihre Selbständigkeit zur Niederhaltung der nationalen Minderheiten mißbrauchen. Ich gestehe, daß ich die Verhältnisse in Polen zu wenig kenne, um mir ein Urteil darüber bilden zu können, inwiefern diese Angst begründet ist. Ich bin aber jedenfalls überzeugt, daß die Forderungen der Ukrainer und Juden berechtigt sind und daß in den Gebieten, wo die Polen die Mehrheit der Bevölkerung bilden, auf internationalem Wege Maßnahmen dafür getroffen werden müssen, daß die Freiheit der Polen nicht die Unterdrückung der nationalen Minderheiten bedeuten soll. Wie die Stellung der Juden in Polen geregelt werden soll, darüber haben wir vom Jüdischen Sozialistischen Arbeiterverband Poale-Zion einen interessanten Gesetzentwurf erhalten, der ein wertvolles Material für die internationale Kommission der Mächte sein wird, die das Statut des Friedensbundes der Völker auszuarbeiten haben wird . . . W!as Palästina betrifft, so halte ich die Forderungen des Poale-Zion-Verbandes zur Stockholmer Konferenz für durchaus berechtigt. Alle Hindernisse für. die jüdsiche Einwanderung und Kolonisation in Palästina müssen beseitigt werden, und es muß dem jüdischen Kolonisationswerk durch internationale Rechtsverhältnisse die Möglichkeit freier Entwicklung gesichert werden. Ich bin kein Freund kommunistischer Kolonien, wie sie in früheren Jahrzehnten als Mittel zur Lösung der sozialen Frage ins Leben gerufen wurden. Die jüdische Kolonisation in Palästina entspringt aber ganz anderen Motiven. Sie will den entwurzelten Massen wirtschaftliche Arbeitsgelegenheit bieten und stützt sich auf starke nationale Triebe. Das jüdische Volk hat Anspruch darauf, daß ihm die Freiheit der kolonisatorischen Betätigung gesichert werde. Deshalb fordert unser Friedensmanifest den internationalen Schutz für die jüdische Kolonisation in Palästina.“ Die Organisation der jüdischen Handwerker. Von N. Schwalbe. Von der Umwälzung der ökonomischen Verhältnisse in Polen während des Krieges hat die städtische Bevölkerung am meisten zu leiden, insbesondere die Handwerker und der kleine Fabrikant, sowohl der Unternehmer wie auch der Arbeiter. Öer kleine Händler und Vermittler kann sich leichter an andere Verhältnisse anpassen und von einer Branche zur anderen übergehen. Viel schlimmer ist jedoch die Lage jener Leute, die von der Arbeit ihrer Hände zu leben gewohnt ündjner 3teuefte 3tadjnd?ten <9rc>pte,tagl.2mal erfcbeinenbe 3eitung ®üb* unb 3JIitte(beutfch* lanbä. $?auffräftiger£eferfrei$ unb über ©euf ] djlanb^Orenscn hinauf gehenbe Verbreitung. (Großer lauf* männ.u.getoerbl.cSteffenmartt Sfnerfannt fefjr erfolgreich für feigen aller 3Irt. feigen* preiä unb 3tad)laj? nach Sarif. Sesugtyreiä mono#. 2W.1.50 bei allen beuffchen poffanffaften SägUcCieÄufCage 2maf i6oooo<Sscmptare/Ubci:1/2 3Jlit{ion£efer'*a

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