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Das jüdische Echo · 1917-12-21 · 51 (21.12.1917) · p. Seite 549

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
51 (21.12.1917)
Date
1917-12-21
Page
Seite 549 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 51 Das Jüdische Echo 549 Richtung führen und dadurch zu einer Quelle arger Gewis-sensbedrängnis werden. Diese Mißstände sind von dem Herrn Staatsminister vollauf anerkannt worden, der auch in anderer Richtung das jetzt für dS.e israelitischen Kültusgemeiden geltende Recht als revisionsbedürftig bezeichnet hat, so hinsichtlich des auf schwankenden Boden stehenden Besteuerungsrechts, der ungeklärten und unsicheren Stellung der Rabbiner, der ernsten Notlage vieler kleiner Kultusgemeinden und der unzureichenden Fürsorge für die israelitischen Religionslehrer. An den Herrn Staatsminister möchte ich die dringende Bitte richten, die Frage der von ihm selbst als Bedürfnis anerkannten Revision des Judenedikts von 1813 nicht aus den Augen zu verlieren und den in dieser Beziehung in der israelitischen Glaubensgesellschaft bestehenden Wünschen, sobald es die Verhältnisse irgend gestatten, durch Vorlage eines Gesetzentwurfs zu entsprechen.“ Welt-Echo Die Einnahme von Jerusalem. Amsterdam, 11. Dez. (Telegr.) Telegraphen-Union. Aus London wird gemeldet: Der Oberrabbiner von London erließ folgende Kundmachung: Jerusalem, jahrhundertelang der magnetische Pol der Liebe und Ehrerbietung der ganzen Welt, ist nun in der Hand der Engländer. Diese herzerhebende Nachricht erreicht uns am Jahrestage der Befreiung Jerusalems vor 2070 Jahren. Dieser Sieg möge eine ruhmreiche Episode in der Geschichte der Menschheit sein, wie die damalige Befreiung von den Heiden. London, 11. Dez. (Telegr.) Reutermeldung. Die Besetzung Jerusalems hat Fragen von großer internationaler Bedeutung mit sich gebracht. Jerusalem wurde von der britischen Armee mit Hilfe von französischen und italienischen Abteilungen erobert. Es verlautet, daß General Allenby einen britischen Militärgouverneur einsietzen wird. Es wird also die englische Flagge über Jerusalem wehen, während gleichzeitig die französische und italienische auf den nationalen Besitzungen dieser Länder, wie Schulen, Klöster usw., gehißt werden soll. Es werden keine Versuche unternommen werden, die zukünftige Stellung der Stadt vor dem allgemeinen Friedensschluß zu regeln. Inzwischen wird die Stadt als im militärischen Besitz des Generals Allenby befindlich betrachtet werden. Israel Zangwiü über die Palästina- und die Araberirage. Von Israel Zangwill. empfing das „Jüdische Korrespondenzbureau“, das ihn um seine Meinung über die Erklärung der englischen Regierung für den Zionismus befragte, das folgende Telegramm: „Als Vorsitzender der Ito, die gegründet wurde, um Herzls Plan eines jüdischen Territoriums auf autonomer Grundlage zu verwirklichen, fühle ich mich glücklich über die hoffnungsvollen Aussichten, welche durch die rastlose Arbeit der zionistischen Abteilung der territorialischen Bewegung in England erreicht wurden. Meine persönliche Meinung ist, daß nun dahin gewirkt werden muß, England zu veranlassen, eine Lösung der Frage der arabischen Bevölkerung in Palästina vorzunehmen.“ Georg Brandes für den Zionismus. Das jüdische Korrespondenzbureau in Bern schreibt: Anläßlich eines Banketts, das am 10. November in Kopenhagen stattfand, sprach George Brandes begeistert für die Wiederaufrichtung eines jüdischnationalen und kulturellen Zentrums in Palästina. Brandes betünchtet die Verwirklichung dieses Zieles als einen der wenigen Lichtpunkte des gegenwärtigen Weltkrieges. Es unterliegt für ihn keinem Zweifel, daß sich das jüdische Volk im alten Heimatlande wieder zu einer Kulturmacht entwickeln wird. Eine Tagung der Wiener national-jüdischen Jugend. Vor kurzem fand in Wien eine Tagung der national-jiidisehen Jugend statt, die den verschiedenen jüdischen Jugendgruppen Gelegenheit gab, die Grundlinien ihres Erziehungs-Programms zu entwickeln. Die Tagung eröffnete Dr. Max Präger mit einer Begrüßungsansprache, in der er auf die besonderen Aufgaben hinwies, die die jüdische Jugend nach dem Kriege erwarten. Dr. Siegfr. Bernfeld hielt das die Generaldebatte einleitende Referat über die Aufgaben der jüdischen Jugend. In der Debatte kamen die Vertreter aller an der Tagung teilnehmenden Gruppen zu Wort. An der in einer weiteren Sitzung fortgesetzten Debatte beteiligten sich u. a. die Herren Dr. Birnbaum, Privatdozent Dr. Geiger und Dr. Kadisch. Dr. Präger nahm scharf gegen eine Überschätzung des Ostjudentums Stellung, indem er darauf hinwies, daß weder das Ostnoch Westjudentum das ideale Judentum repräsentieren könne. Dr. Heinrich Glanz sprach über die Entwicklung des jüdischen Schulwesens. Seinen Vortrag ergänzte Herr M. Rath, der über die Organisation des modernen hebräischen Unterrichts referierte. Fräul. Grete Obernik hielt ein Referat über die Aufgaben der jüdischen Frau. Frau Anitta Müller forderte unter enthusiastischer Zustimmung die baldige Durchführung einer Gesamtorganisation der jüdischen Frauen Österreichs. Eine besondere Sitzung war der Palästinafrage gewidmet. Herr Adolf Böhm referierte ausführlich über die jüdischen Aussichten in Palästina und betonte die unbedingte Notwendigkeit eines palästinozentrischen Standpunktes für die Jugend. Kostümfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 königl. bayer., königl. Württemberg , grossherzogl. badische Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Sitnader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse; „Diringer München“. — Telephon-Nr.: 21774, 21775, 21776. Grohto Fabrik und Verleih anstatt dieser Art In Deutschland. Vorrat von über 60000 Kostümen aus allen Zelten u. allen Ländern. Getrennte Herren-, Damen-, Kinderu. Militär-Abteilungen. Reiches Lager In Waffen und Ausrüstungen. Vollständig neuseitlich eingerichtet und umgebaut. Spezialität; Ganze Ausstattungen für Theaterstücke u. Filmaufnahmen &BF Spezialkataloge stehen auf Wunsch kostenlos zur Verfügung.

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