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Das jüdische Echo · 1917-12-14 · 50 (14.12.1917) · p. Seite 543

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
50 (14.12.1917)
Date
1917-12-14
Page
Seite 543 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 50 Das Jütische Echo 543 ist denn dein versprochenes Land Chanaan, wo sind denn deine Felder und Weingärten? Ruhen sie vielleicht hier auf dem Meeresgrund? Eine andere Schar unter der Leitung von Dathan und Awiram hetzt das Volk auf, an Mose die Frage zu richten, warum er die Juden nicht den näheren Weg durch das Land der Philister geführt hat. Hört nicht auf die Rädelsführer Aufhetzer, ertönt die Stimme einiger älterer, ehrbarer Juden. Da, lest, was in der Zeitung der Philisterstadt Gath steht: Sewed, Schuselach und Oser gingen einmal auf den Weg nach dem Philisiterland, da wurden sie von den Einwohnern von Gath niedergemetzelt, und ihr Gebein wurde auf den Straßen verstreut. Ihr alter Vater Efraim trauerte über sie eine lange Zeit. Nieder mit Mosche! Nieder mit seinen Anhängern, die das Volk beherrschen wollen, schrie ein Haufen aus dem Volke. Lieber wollen wir Knechte bei Pharao sein als diesen Tyrannen Folge zu leisten. Die Juden stehen mit gefalteten Händen, sie wissen nicht was sie sollen, und wollen auf die Stimme der Ältesten nicht hören. Moses ist erzürnt, schreit, versucht im guten und im bösen die Juden zu beschwichtigen, aber alles ist vergebens. Was schreist du zu mir! — vernimmt er die Stimme Gottes. — Durch Schreien und Wehklagen wird euch nicht geholfen werden. Rede zu den Kindern Israels das herbe und entscheidende Wort: „Ziehet hin, fort, ins Meer hinein!“ Und Moses tritt hervor mit einer begeisterten Rede an das jüdische Volk: Stellt euch in Reih und Glied und seht Gottes Hilfe, die euch heute zuteil werden wird. Ins Meer hinein . . . Jetzt ist die entscheidende Stunde eueres Lebens und des Lebens eurer Nachkommen bis in alle Zeiten. Faßt alle eure Gedanken und Sinne zusammen, daß ihr euch nicht verrechnet, freie Bürger. Zweierlei Gefahr schwebt vor euch: Vorne das Meer, dort droht euch die Gefahr des Ertrinkens. Hinter euch ist Pharao mit seinen Heerscharen, die euch wieder in die Knechtschaft bringen, zu Tieren, zu ewigen Sklaven machen wollen. Nun überlegt euch, meine lieben Brüder, und wählt eines von beiden: Jetzt seid ihr, Gott sei Dank, keine Knechte mehr, sondern freie Menschen. Ich, euer Freund, der euretwegen sein Leben der Gefahr ausgesetzt, der für eure Befreiung sein Leben aufs Spiel setzte, der euch nur gutes wünscht, ich euer Freund und Führer, rate euch vom ganzen Herzen: Ziehet in Gottes Namen ins Meer; furchtlos im Gottvertrauen könnt ihr alles erreichen. Gelingt es euch, das jenseitige Ufer des Meeres zu erreichen, dann bleibt ihr unsterblich, geehrt und gepriesen in der Geschichte aller Zeiten. Ihr. eure Kinder und Kindeskinder werden nicht nur selbst befreit, sondern auch Weltbefreier werden; gesegnet von Gott und den Menschen. Nun werdet ihr einwenden: Vielleicht gelingt es nicht? — Aber was kümmert es euch! Lieber noch als freier Mensch untergehen, denn als Knecht, als Vieh hinaufzukommen. Hört nicht auf das Gerede des Pöbels vom eigenen Boden und dgl., wozu die Zeit noch nicht gekommen ist. Sie sind wie das Küchlein, das erst aus der Schale geschlüpft, die Welt noch nicht ordentlich angeschaut hat und doch schon auf seine Scholle spuckt und in einen finsteren Winkel sich verkriechen will. Dathan und Awiram sind nicht nur Bösewichter, sondern auch große Toren. Da kaum erst der Baum der Freiheit gepflanzt worden, wollen sie schon seine Früchte genießen. Wie die Kinder rütteln, schütteln und zerren sie den Baum hin und her, damit er entwurzelt zu Boden fällt. Soeben vwn Joche befreit, wollen sie es wieder auf sich nehmen. Im Gotttes Namen, sage ich euch, fort ins Meer, marsch, marsch, liebe Brüder! Welt-Echo Die Lage der jüdischen Kolonien in Südnalästina. (Telegramm.) Kopenhagen, 4. Dezemb. 1917. Von zionistischer Seite in London erhält das Kopenhagener Büro der Zionistischen Organisation eine Mitteilung über die Lage der jüdischen Kolonien in dem von der türkischen Armee geräumten und von der englischen Armee besetzten Gebiet Palästinas. In diesem Telegramm wird bestätigt, daß die türkische Armee bei ihrem Rückzug die Einwohner unbelästigt zurückgelassen hat und daß die Gebäude unbeschädigt zurückgeblieben sind, sodaß die Lage der jüdischen Kolonien sehr beruhigend ist. Es wurden nur Vorräte und Arbeitstiere mitgenommen. Es herrscht keine Hungersnot. Eine englisch - jüdische Konferenz. „Jewish Chronicle“ berichtet, daß der nächsten Sitzung des Board of Deputies folgender Antrag von Dr. Samuel Daiches vorliegen wird: Der Board möge die Einberufung einer englisch-jüdischen Konferenz beschließen mit der Aufgabe, eine einheitliche politische Basis für die Behandlung der großen Aufgaben des jüdischen Volkes auszuarbeiten. Ein wichtiger Beschluß der Ito. Auf einer am 21. November stattgehabten Sitzung des Exekutivkomitees der Ito wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher die Erklärung der englischen Regierung auf das Wärmste begrüßt wird. Es wurde beschlossen, nunmehr zusammen mit den Zionisten für die Verwirklichung des zionistischen Programms zu arbeiten. Posaartstr. Nr. MH Miiiwlten Telephon 40757 Israel. Mterpeusional Fm ApoMer RomscMId Ww. l I Oentist Strobel früher über 7 Jahre bei Herrn H of-Zahnarzt Dp. med. Brubaoher tätig Luitpoldstraße 8 Ecke Prielmayerstr. gegenüber Warenhaus Tietz. Konservierung kranker Zähne und Wurzeln. Spezialität: Plattenloser Zahnersatz. Ganze Gebisse. Erstklassige Ausführung. ■■■■■■»■■*■■ Zahnoperationen mit den neuesten solimerzlosen Mitteln. Telephonische Nr. 53611. Anmeldung erwünscht. Sprechzeit nur Werktags von 9—5 Uhr.

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