Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 50 (14.12.1917)
- Date
- 1917-12-14
- Page
- Seite 544 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/9072829-9102967-9138226--01811-9074635- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
544 Das Jüdische Echo Nr. 50 Die Vaterlandspartei. Ein unabhängiger Ausschuß für einen deutschen Frieden verwendet an alle Duisburger Beamten „im Einvernehmen mit dem Ausschuß und Vorstand der Beamten-Vereinigung‘‘ Aufrufe zum Anschluß an die Vaterlandspartei. Dabei bedient sich der Ausschuß dieser angeblich keine politische Richtung und keine Konfession ausschließenden Partei der verbrauchtesten antisemtischen Phraseologie. Im Wortgeklinges seines Aufrufs darf das schöne Wort vom „Finanzjudentum“ nicht fehlen, obwohl dieses mit den Kriegsbedingungen nichts zu tun hat, und obwohl das, was die Vaterlandspartei auch in diesem Aufruf fordert, „volle Kriegsentschädigung“, der Finanzwelt, gleichviel, ob jüdisch oder christlich, nur höchst erwünscht sein könnte. Graf Hertling und die Juden. Unter der Aufschrift „Der neue Reichskanzler und die Juden“, erinnert das Warschauer jüdische Blatt „Hajnt“ — nach einer deutschen Quelle —- daran, daß Graf v. Hertling als Parlamentsmitglied der Zentrumspartei immer einen judenfreundlichen Standpunkt eingenommen habe. Als bayerischer Premierminister habe er sich vielfach um die Revision des bayerischen Judenedikts von 1813 in modernem Sinne bemüht. Unter seiner Regierung habe der Kriegsminister Freih. v Kreß erklärt, daß keine prinzipiellen Hinderungsgründe vorhanden seien, Angehörige des jüdischen Glaubens zu Offizieren zu befördern, wenn sie sonst den Bedingungen entsprechen. Tatsächlich habe Bayern in Friedenszeiten (im Jahre 1912) 88 jüdische Offiziere und 193 jüdische Sanitätsoffiziere des Beurlaubtenstandes gehabt. „Als Juden können wir also mit Vertrauen den Einzug des Grafen Hertling in den Berliner Kanzlerpalast begrüßen. Als preußischer Ministerpräsident wird er sicher gegen uns ebenso gerecht handeln, wie als bayerischer“. Die jüdische Kommission bei der Abteilung für Kultus und Unterricht zur Revision der Organisationssatzungen für die jüdischen Gemeinden hat, wie die jüdischen Blätter vom 27. November mitteilen, in einer Reihe von Sitzungen die Hauptgrundsätze der künftigen Satzung erörtert. Die Arbeiten der Kommission sollen als Gesetzentwurf nach ihrem Abschluß den staatlichen Organen zur Bestätigung vorgelegt werden. Nach dem Entwurf der Kommission sollen die jüdischen Gemeindeverwaltungen rein religiösen Charakter haben. Ihre Aufgabe soll in der Befriedigung der religiösen Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung durch Schaffung und Unterhaltung der erforderlichen Einrichtungen bestehen. Schulwesen und Wohlfahrtspflege können den Gemeinden übertragen werden, gehören jedoch nicht grundsätzlich zu ihren Pflichten. Das Wahlsystem sei von der Kommission noch nicht abschließend erörtert worden, die ihre Arbeiten in vier bis sechs Wochen zu erledigen hofft. Die Kommission habe inzwischen die Abteilung für Kultus und Unterricht ersucht, bei den Okkupationsbehörden um die Aufschiebung des Wahltermins bis zur Fertigstellung des neuen Statuts vorstellig zu werden, was die Kommission damit begründet, daß das neue Wahlsystem demokratischer ausfallen werde. Verfolgung der jüdischen Flüchtlinge in Ungarn. Am 13. November wurden, der Budapester „Allgemeinen Jüdischen Zeitung“ zufolge, mehrere Gassen in Budapest durch bosnisches Militär abgesperrt und eine große Razzia auf jüdische Flüchtlinge veranstaltet. I. Gmaehle’sche Leihbibliothek (Inhaber: E. & M. Kraus) flegr. 1810 MSÜllMllM 49, MM! 8«flr. 1810 Größtes Leseinstitut Münchens <60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Operntexte leihweise — Stadtu. Landabonnement Theatinerstraße 49, Entresol (Korsethaus Lewandowski. IZTTRdVTV Kunstgeschichte (mit m Führung) Literatur (verb. — mit Lektüre) Französische, 1 DeEngl?sCchc °»°° Mieten Sprache j ¥ (\fto ffonf7r> akad. Lehrerin für Kunstgesch. und neue Sprachen v. d. Tannstraße 15, II. Aufg. 0 r. — Sprechstunden 3—4 Uhr. Albert Diederich München, Türkenstr. 60 (früher Adalbertstr.) Fernsprecher 22261 Uebernahme von Wohnungseinrichtungen, Anfertigung sämtlicher Polstermöbel und aller einschlägiger Arbeiten Kriegsamtlich genehmigt. Gleicht ln Größe, Form und ^arbe weißer Kernseife und wird auch so angewendet. Vorzüglich für farbige und besonders für weiße Wäsche geeignet, in weißen Stücken von ca. 250 g 50 Stück 11.- Mk. 100 Stück 20.- Mk. mit Verpackung. Mustersendung nicht unter 30 Stück. Versand nach auswärts nur gegen Nachnahme. Ständige Nachbestellungen und Anerkennungen. Alleiniger Fabrikant: Ohne Seifenmarken I SCHNEEWEISS Stück-Waschmittel ■■VtMMBM »»»»»»»»»»»» | Elektrolyt Georg Nirtli | Eneroiestelgernd | In Jeder Apotheke erhältlich ln: Pulverform S (zu 0.50, 2.25 und 6 Mk.); ■ Tablettenform (zu 0.50, 1.50 ■ und 3.20 Mk.). — Literatur S kostenfrei. — Hauptvertrieb und Fabrikation; i Ludwigs-Apotheke München { Neuhatiserstr. 8. ■ Dreck n< Vertat i B. Meller, liekdreeherei, Hlickea, Mersat ftUxatr. *, Vereetwertttakttr4<eKedaktlec t fieleac Haiaa Lek, Mtachea. Vea der Taaastr. 22; Huden A««»i,eeteilt *. W. f«a»**.* ^4415