Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 49 (7.12.1917)
- Date
- 1917-12-07
- Page
- Seite 528 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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528 Das Jüdische Echo Nr. 49 gien, Polen, Mesopotamien, Armenien, die deutschen Kolonien usw., die während des Krieges Änderungen erlitten haben. Das jüdische Volk wird durchaus die Kraft und die Mittel haben, die große Aufgabe des Wiederaufbaues Palästinas zu lösen. „Wer einmal gesehen hat, was die Juden in Palästina in den letzten Jahrzehnten geleistet haben, ungeachtet der großen Schwierigkeiten und Hindernisse, bei Fehlen irgend welcher staatlicher Unterstützung, der kann keinen Augenblick die Fähigkeit des jüdischen Volkes bezweifeln, sein altes innig geliebtes Heimatland bei Freiheit und günstigen Verhältnissen zur Blüte zu bringen.“ Welt-Echo D& Jüdischen „Sachverständigen“. Wie die „Jüd. Rundschau“ berichtet, hat die Abteilung für Religions- und Bildungswesen in Polen drei jüdische Sachverständige ernannt, nämlich einen Referenten für jüdisches Schulwesen, einen für jüdische Gemeinde- und Kultusangelegenheiten und einen Experten für die jüdischen Gemeinde- und Kultusangelegenheiten. So wertvoll die Schaffung dieser drei Ämter hätte werden können, wenn man auf die betreffenden Posten Persönlichkeiten berufen hätte, die den Willen der jüdischen Volksmehrheit zu vertreten geeignet sind, so wenig Nutzen dürfte sie der Bevölkerung unter den jetzigen Umständen bieten, da nämlich alle drei Ernannte krasse Assimilanten sind, die — polnischer als die Polen — die Erhaltung der jüdischen Eigenart mit allen Mitteln bekämpfen. Da diese Ernennung fast gleichzeitig mit derjenigen des Regentschaftsrates Jan K u c harze w s k i erfolgte, der es bei den Wahlen zur Reichsduma 1912 ablehnte, für die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten, sieht die jüdische Bevölkerung der besetzten Gebiete mit ernstlichen Sorgen der Zukunft entgegen. Das Ausscheiden der konservativen Repräsentanten. Wir berichteten vor einigen Wochen, daß die konservativen Mitglieder der Repräsentantenversammlung der Berliner jüdischen Gemeinde, die seit längerer Zeit ihren Standpunkt gegenüber dem der liberalen Repräsentanten für benachteiligt hielten und besonders in der Anstellung des sehr weit linksstehenden Dr. Kellerm a n n zum Gemeinderabbiner eine Herausforderung sahen, ihre Mandate niedergelegt haben. In einer Sitzung des Repräsentantenkollegiums wurde ein Schreiben der ausgeschiedenen konservativen Repräsentanten verlesen zu dem der Gemeindevorstand folgende Erklärung beifügt: „Die aus der Repräsentantenversammlung ausgeschiedenen konservativen Herren haben in ihrer Eingabe auch darauf Bezug genommen, daß die Schulverwaltung der Gemeinde die konservative Richtung nicht genügend berücksichtige. Der Vorsitzende des Schul- und Talmud-Thora-Vorstandes hat nun eine Zusammenstellung gemacht, in der die Parteirichtung der einzelnen Lehrer und Lehrerinnen und die Zahl ihrer Unterrichtsstunden vermerkt sind, um zu prüfen, ob und inwieweit die diesbezüglichen Behauptungen der Herren begründet sind. Danach war von 23 der Lehrkräfte ihre Parteistellung nicht zu ermitteln. Von den übrigen 159 waren liberal 70 mit 699 Unterrichtsstunden, konservativ 64 mit 662 Unterrichtsstunden, Mittelparteiler 25 mit 345 Unterrichtsstunden. Auch aus diesen Zahlen spricht die wahrhaft unparteiische Geschäftsführung der liberalen Mehrheit der Versammlung.“ Schutz der jüdischen Bevölkerung und der heiligen Stätten in Palästina. Auf Ansuchen der beiden Vizepräsidenten des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (Henri B o n e f f, Bern) und des Schweizerischen Zionistenverbandes (Prediger Messinger, Bern) um Schonung der heiligen Stätten in Palästina und um Schutz für die dort lebende jüdische Bevölkerung ist von amtlicher deutscher Stelle folgende Zusicherung eingegangen: „Nach den vorliegenden Nachrichten von türkischer Seite ist bereits auf die Schonung der heiligen Stätten in Jerusalem, die auch bei den Mohammedanern Verehrung genießen, Bedacht genommen worden und, soweit es die militärischen Interessen nur irgendwie gestatten, wird man der Bevölkerung jede Rücksicht angedeihen lassen. Selbstverständlich haben die Juden dabei keinerlei Ausnahmemaßregeln zu befürchten.“ Ein gleicher Schritt ist auch bei der englischen Regierung unternommen worden. England und die Besiedlung Palästinas. Im englischen Unterhause fragte am 14. November der Abgeordnete King, ob im Falle der Errichtung eines nationalen Heims für die Juden in Palästina beabsichtigt sei, Juden feindlicher Staatsangehörigkeit zu erlauben, Bürger des Nationalheims zu werden. Balfour erwiderte, es sei zu früh, eine Erklärung in der Frage abzugeben. Das Haus Rothschild im Dienste des Zionismus. Der Londoner Korrespondent des „Jüdischen Korrespondenzbureaus“ im Haag telegraphiert: Auf einem Bankett, das zur Feier der englischen Regierungserklärung für den Zionismus abgehalten wurde, und an dem als Vertreter der zionistischen Leitung der Vizepräsident des Engeren Aktionskomitees der zionistischen Organisation, Dr. Jechiel Tschlenow und die Herren Nachum Sokolow und Prof. Weitzmann teilnahmen, gaben Lord Walter Rothschild und Baron James Rothschild (der Sohn des bekannten Palästinafreundes Baron Edmund Rothschild) die Erklärung ab, daß sie die ganze Macht ihres Hauses in den Dienst des Zionismus stellen. Kostümfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 kBnigl. bayer., künlgl. Württemberg , groaeberzogl. badische Hoflieferanten Bankkonto: K. Fillalbank, München und Bankhaus Martini u. SImader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. 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