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Das jüdische Echo · 1917-12-07 · 49 (7.12.1917) · p. Seite 527

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
49 (7.12.1917)
Date
1917-12-07
Page
Seite 527 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 49 Das Jüdische Echo 527 Schrift über die „Juden im Weltkrieg“ übertragen, natürlich unter Heranziehung geeigneter Mitarbeiter. Mit der Sichtung des umfangreichen Stoffes bin ich seit einem Jahre beschäftigt, soweit meine sonstigen Arbeiten das zulassen. Eine vorläufige Inhaltsangabe füge ich bei (Anlage 1). Die Herausgabe der 1. Auflage soll auch für das Judentum eine Überraschung bedeuten. Sie wird deshalb gleich nach Beendigung des Krieges nicht im Buchhandel erscheinen, sondern der Versand einer möglichst hohen Auflage soll an zahlreiche Offiziere, Offiziersheime, Fabrik- und Gutsbesitzer, Kaufleute, Rechtsanwälte, Ärzte, Studenten usw. kostenfrei erfolgen. Das setzt die vorherige Aufbringung der nicht unbeträchtlichen Herstellungs¬ und Versandkosten voraus, denn wir dürfen nicht mit Schulden abschneiden. Eine öffentliche Sammlung soll wegen der Geheimhaltung des Planes nicht durchgeführt werden, und wir können uns deshalb nur an einen engen Kreis zuverlässiger Gesinnungsfreunde wenden, wobei wir schon durch wenige Aufforderungen ein sehr günstiges Ergebnis erzielten. Bisher sind die auf der einliegenden Liste angeführten Beiträge eingegangen bezw. gezeichnet ...“ Wir brauchen uns vor der angekündigten 'Schrift nicht zu fürchten, denn — wenn sie auch nichts davon erwähnen wird . aus der Welt schaffen wird sie doch die Tatsache nicht können, daß Tausende jüdischer Soldaten in diesem Kriege ihr L^en für Deutschland eingesetzt haben. An das Verfahren, alles was sich gegen ein Volk bezw. einzelne Mitglieder eines Volkes s^gen läßt, zusammenzutragen, ein Wort der Kritik zu verlieren, erübrigt sich. Interessant ist es, daß die Namen von Führern des Alldeutschen Verbandes und der Vaterlandspartei auch in diesem antisemitischen Dokument Vorkommen. Es wird immer deutlicher, daß diese Persönlichkeiten Vorkehrungen treffen, um., die Volksstimmung in dem Augenblick, da sie sich vielleicht gegen die beiden genannten Verbände wenden würde, auf ein andres Ziel zu lenken ... Ein Interview mit Dr. F. W. Tschlenow. Die große dänische Tageszeitung „Politiken“ veröffentlicht in der Nummer vom 20. November 1917 ein Interview mit Herrn Dr. E. W. Tschlenow, das dieser einem Mitarbeiter dieses Blattes einige Wochen zuvor anläßlich seines Aufenthaltes in Kopenhagen gewährt hatte. Die Redaktion weist unter Bezugnahme auf die Erklärung Minister Balfours darauf hin, daß Dr. Tschlenows Ausführungen in diesem Augenblick besonderes Interesse erregen werden. Nachdem Dr. Tschlenow auseiinandergesetzt hat, daß die zionistische Organisation, wie alle nationalen Bewegungen, während des Krieges mächtig erstarkt ist, wozu insbesondere die Befreiung der russischen Judenheit beigetragen hat, die nunmehr einen Teil ihrer frei gewordenen Kräfte auf die Arbeit zum Wiederaufbau des alten jüdischen Heimatlandes verwendet, geht er auf die Palästinafrage ein und antwortet auf die Frage: „Hoffen Sie also, daß die Welt nach dem Kriege durch eine neue Republik, die jüdische, bereichert werden wird?“, wie folgt: „In welcher Form und in welchem Umfange die Forderung des jüdischen Volkes sich nach dem Kriege wird realisieren lassen, davon kann man sich in dem gegenwärtigen Moment noch keine Vorstellung machen. Es hängt in dieser Hinsicht viel von dem Ausgang des Krieges ab. Es ist wohl schon jetzt vorauszusehen, daß dieses oder jenes Ergebnis fördernd oder hemmend wirken wird. Eines ist sicher: es müssen wesentliche Änderungen eintreten, die uns die Möglichkeit sichern, unsere Wirksamkeit im Lande frei auszuführen. Dies ist natürlich die Hauptsache. Dann kommt die Frage der politischen Form, die am besten diese Arbeitsmöglichkeit gewährleistet und garantiert. Wir Zionisten betrachten die Erörterung dieser Frage im gegenwärtigen Momente als schwierig, wenn auch die öffentliche Meinung in verschiedenen Ländern sich ganz gewiß bereits mit ihr befaßt. In England stellt man sich die Lösung in Form einer jüdischen Kolonie unter britischem Protektorat vor, in Amerika als eine jüdische Republik. In Deutschland bespricht die Presse die Frage jüdischer Autonomie unter türkischer Souveränität. In Rußland und Frankreich geht man nicht so ins Detail, doch erkennt die Presse die Notwendigkeit der Schaffung eines großen jüdischen Gemeinwesens in Palästina an.“ In der Türkei, die Palästina am nächsten stehe, herrsche freilich ein Stillschweigen über die Palästina-Frage. Die türkische Presse habe sich während des Krieges mit dieser Frage nicht beschäftigt, und einer der führenden Staatsmänner der Türkei, der Oberkommandierende in Palästina, Djemal Pascha, habe in einem Interview, veröffentlicht in der „Deutschen Politik“, ausdrücklich betont, daß er den Zionismus ablehne und „sein Möglichstes tue, um einer Erweiterung der zionistischen Bewegung in der Türkei entgegenzuarbeiten“. Es sei jedoch Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Ansichten Djemal Paschas nicht identisch seien mit der Auffassung der türkischen Regierung. Dafür spreche die Rede, die der Großvezir Talaat Pascha kürzlich auf dem Jungtürkischen Kongreß gehalten habe, wenn auch bei der Behandlung der Judenfrage in dieser Rede jede positive Andeutung darüber fehle, wie sich die türkische Regierung die Lösung der Palästina- Frage vor stellt. Sicherlich werde die Palästina-Frage auf die Tagesordnung des Friedenskongresses kommen, wie die Frage aller derjenigen Territorien, Bel- WILLY HERRMANN S Dentist % J Goethestraße 4/11 lks. 2 Sprechstunden für Zahnleidende: ® 2 9—12 und 2—6 2 ® Freitag und Sonntsg geschlossen. LUDWIG MURR Damenfriseur SPEZIAL- DAMEN -SRLOM MUR FÜR DRMEM Residenzstrasse 17/1 SRLOM FÜR DAM EM UMD HERREM Parkhotel Majdmiiiansplatz 21 SPEZIALITÄT: Künstlerisch ausgeführte ERSATZ- FRISUREN, dem natürlichen Haaransatz Voll u. ganz angepaßt

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