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Das jüdische Echo · 1917-11-30 · 48 (30.11.1917) · p. Seite 521

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
48 (30.11.1917)
Date
1917-11-30
Page
Seite 521 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 48 Das Jüdische Echo 521 Vertrauensmänner zu reger Tätigkeit in einem Augenblicke anzuspornen, der für das Schicksal unserer Brüder im Heiligen Lande von höchstem Ernste ist. Uberweisungten erbeten auf dsis Po:ftscbeck<- konto Frankfurt a. M., Nr. 9553. Der polnische Ministerpräsident. Jan von Kucharzewski, hatte eine Unterredung mit einem Mitarbeiter der „Frankfurter Zeitung“. Gelegentlich des Gesprächs fragte der letztere: „Und wie stellen Sie sich zur Judenfrag e?“ „Mein Standpunkt ist ja bekannt. Es ist eine Ironie des Schicksals, daß ich, der gegen einen Antisemiten zum Abgeordneten-Kandidaten aufgestellt wurde, des Antisemitismus bezichtigt ward, freilich von den jüdischen Nationalisten. Es kann von mir nicht verlangt werden, daß ich, Gegner jedweden Nationalismus, speziell Anhänger des jüdischen werde. Bei den bekannten Dumawahlen wurden meine Worte vielfach mißverstanden, da ich doch unter Zensur stand. Ich betonte, daß alles aufgeboten werde, um den polnischen Charakter des Landes zu bewahren. Aber schon damals betonte ich ebenfalls: Sollten wir die Freiheit, uns zu organisieren, besitzen, so werden wir den liberalsten Überlieferungen der Glanzzeit Polens treu bleiben.“ Literarisches Echo Soeben ist eine zweite Auflage der Schrift „Genossenschaftliche Kolonisation in Palästina“ von Prof. Dr. Franz Oppenheimer erschienen; der Inhalt der sehr lesenswerten kleinen Broschüre ist gegenüber der ersten Auflage vermehrt durch einen einleitenden Aufsatz über den „P i o n i e r b e i - t r a g“. Die Schrift ist zum Preise von M. —.15 (K —.20) durch den Jüdischen Verlag G. m. b. H., Berlin W 15, zu beziehen. Feuilleton Sorach und Bulani. Ein Bild. Von S. Wendrofl. Wenn Ihr Sorach, den Soldaten seht, wie er in Halperins Druckerei das Rad dreht, denkt Ihr an Bulani, das Pferd Elijah-Leibs, des Müllers, das das Mühlrad bei ihm tritt. Wenn Ihr auf Bulani blickt, kommt Euch Sorach in den Sinn. Auf den linken Vorderfuß — und auf den rechten Hinterfuß gefallen; ein Rücken wie ein Kamel, in einem Auge den Star, das andere — vereitert; ein Weichselzopf statt einer Mähne; ein Schwanz wie eine abgeschlagene Hauschanoh;1) ein Fell von der Farbe angebrannten Strohes und mit ein paar älteren Wunden am Hals, das als Erbstück von zehn Geschlechtern ausgemergelter Pferde bei jüdischen Fuhrleuten, Wasser- und Sandträgern zurückgeblieben ist: -, — das ist Bulani. Lang und knöchern; ein Gesicht bis dicht unter die Augen mit einem ruppigen gelbbraunen Barte bewachsen; längst verloschene, ständig tränende Augen, die tief in den Kopf gesunken sind, und dichte, niedrig herabhängende Brauen; das linke Hüftbein herausstehend — ein Andenken an einen *) Der Weidenstrauch, der am Hauschanoh-Rabo abgeschlagen wird. Zusammenstoß —; der Tritt eines abgearbeiteten Pferdes, das auf alle Viere gestürzt ist, — und den Stempel dreißigjährigen Kasernendienstes auf sich — das ist Sorach der Soldat. Es ist schwer zu sagen, wer von ihnen ein härteres Alter hat: Sorach oder Bulani. Jeden frühen Morgen führt Elijah-Leib Bulani zum Mühlenrad, bindet ihn mit Heu an die „Krippe“, läßt das Rad gehen und sagt jedesmal (das Gleiche: „Du, Aas, Du, geh zum Schindanger!“ GEMÄLDE epslep TDeistep GALERIE. .LUITPOLD QT2äncfr<B7^L, Panorama InlernaiionQi Kaufingerstraße 3 /I Vom 2 mit 8. XII. Panorama I: TIROL Panorama II: NEU NEU von Dr. Hans Maier Preis Mark —.20 Buchhandl. Nationalverein München, Herzog Maxstr. 4 Laut der den Vorständen der jüdischen Gemeinden unter dem 12. November ds. Js. zugegangenen Anweisung kann die rituell lebende jüdische Bevölkerung künftig die gleiche Menge an Speisefetten wie die übrige Bevölkerung in ritueller Beschaffenheit erhalten. Der Bezug der rituellen Margarine ist nicht mehr von dem Verzicht auf alle anderen Fette abhängig. Jeder, der an der Versorgung mit ritueller Margarine teilnehmen will, muß sich beim Vorstand der zuständigen israelitischen Gemeinde oder dessen Beauftragten melden. Wiederverkäufer — oder an deren Stelle tretende Gemeindebeamte — haben eine Kundenliste anzulegen, auf Grund welcher ihnen vom Vorstand der israelitischen Gemeinde ein Zuteilungsschein für rituelle Margarine ausgestellt wird. Der Zuteilungsschein ist der zuständigen Hauntverkaufsstelle zwecks erstmaliger Belieferung einzusenden. Die Adressen der Hauptverkaufsstellen sowie alle Einzelheiten sind beim Vorstand der israelitischen Gemeinde zu erfahren. Es ist Sache des Publikums, sich über die rituelle Zuverlässigkeit der Wiederverkäufer zu vergewissern. Die Vorstände der israelitischen Gemeinden sowie gemeinnützige Anstalten und gewerbliche Betriebe haben Bezugsscheine unmittelbar der Kriegskommission anzufordern. Berlin W. 8, den 27. November 1917. Friedrichstr. 167/168. Kriegskommission für rituelle G. m. b. H. Lebensmittel, F r ei r i c h. Blank.

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