Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 48 (30.11.1917)
- Date
- 1917-11-30
- Page
- Seite 520 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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520 Das Jüdische Echo iS r. 48 Poliklinik des Krankenhauses einstimmig: gewählt worden. Karewski, der im 59. Lebensjahre steht, ist in Stettin geboren, hat unter Julius Wolfi und Karl Schröder gearbeitet, war lange Jahre als Assistent am Krankenhause der jüdischen Gemeinde in Berlin tätig und ist seit etwa 25 Jahren ständiger Vertreter von Professor Israel gewesen. Er hat eine umfangreiche literarische Tätigkeit entfaltet und zahlreiche Beiträge aus den verschiedensten Gebieten der Chirurgie im „Archiv für klinische Chirurgie“, im „Zentralblatt für Chirurgie“ veröffentlicht. Seine wichtigsten Arbeiten betreffen die Bauchchirurgie, über die er öfters in der Freien Vereinigung der Chirurgen berichtet hat. Größere Schriften von ihm behandele „die chirurgischen Krankheiten des Kindesalters“, die „Chirurgie des Brustfells und der Lunge“, „die Strahlenpilzerkrankung der Lunge und Pleura“ sowie „die Frühdiagnose des Krebses“. bürg: Eine hier abgehaltene Versammlung jüdischer Soldaten beschloß, mit bewaffneter liand gegen alle Pogrome einzuschreiten. Die Zahl der jüdischen Soldaten beläuft sich auf 400 000. Ehrenpreis an Clemenceau. Der Oberrabbiner von Stockholm, Dr. Ehrenpreis, richtet im Svenska Dagblad einen offenen Brief an den französischen Ministerpräsidenten Clemenceau, in dem er ihn an die Leiden der Juden in Rumänien erinnert „Sie sind“, so heißt es in dem Schreiben, „einem systematischen Vernichtungskampf von Seiten der rumänischen Zivil- und Militärbehörden hilflos preisgegeben, bei dessen Anblick Schweigen zu Mitschuldigen macht. Für diese Schändlichkeiten ist nach einer Erklärung des rumänischen Sozialistenführers Rakuvsky jnur die jetzige Regierung verantwortlich, da die rumänische Bevölkerung keinen Judenhaß kenne.“ Keine Juden im polnischen Städtetag? Der Warschauer „Moment“ berichtet aus Wloclawek, daß die dortigen jüdischen Ratsmänner den polnischen eine gemeinsame Liste zur Wahl der vier Vertreter für den polnischen Städtetag vorschlugen. Den Juden sollte dabei ein Platz überlassen werden. Der Vorschlag wurde ohne weiteres abgelehnt und „man hatte das Gefühl, daß die Leute einen Befehl von außen haben, daß die Konferenz der polnischen Stiäidtie judlenrein sein soll“. Die vertriebenen Vertriebenen. In Österreich mehren sich die Maßregeln zur Vertreibung der durch die Rus<sieneinfä;lle aus ihren galizischen Wohnorten vertriebenen Juden. Neuerdings verlangt der Wiener Gemeinderat eine Abänderung deir Verordnung über Mieterschutz, -indem die Vermieter jenen Mietern gegenüber das Kündigungsrecht haben sollen, die am 1. August 1914 noch nicht ihren ordentlichen Wohnsitz in Wien hatten. Diese Maßnahme ist deutlich gegen die — vorwiegend jüdischen — Kriegsflüchtlinge gerichtet, die meistens als Aftermieter in Wien leben. Außerdem hat der Wiener Gemeinderat die Regierung direkt aufgefordert, die Rückbeförderung der Kriegsflüchtlinge zu beschleunigen. Falls diesem Wunsche nicht nachgegeben wird, sollen für jene Wohnungen, die von Kriegsflüchtigen oder Ausländern bewohnt werden, strenge Maßnahmen in Kraft treten. Bei diesem Vorgehen darf man nicht außer Acht lassen, daß eine große Anzahl der von den Russeneinfällen betroffenen Orte den daraus Vertriebenen heute noch keinerlei Wohn- und Existenzmöglichkeiten bieten. Jüdische Soldaten gegen Pogrome. Der Schweizer Allgemeine Pressedienst meldet aus Peters- 1 tKgf. ‘Bayer, m» ‘Porzetfan* I 1 ‘Manufaktur ‘Kymphenburg I 9faupinieder[age HUjlncßen: ödeonspfat/ 1 3 {Kunst* u. Buxusgegenstände, Tafel*, bessert*, H lKaffeeu. Teegeschirre, Figuren, Gruppen etc. Bnacü aßen Olympdenburger Original ‘IRodeHen. Außerdem neue Formen und Flodeffe nach Gnt* js H würfen erster Flünchner iKünstler. r Der iüdische Kongreß in Amerika. Das Exekutivkomitee des Kongresses faßte am 14. Okt. den Beschluß, den Kongreß auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Er soll erst abgehalten werden, wenn Friedensverhandlungen in Sicht kommen. Von den 140 Mitgliedern des Komitees stimmten insgesamt 73 für die Verlegung des Kongresses. Der Beschluß wurde gefaßt, wiewohl zahlreiche Protestkundlgebungien eingeläufen waren., Als Gründe wurden angegeben, daß es nicht patriotisch wäre, den Kongreß abzuhalten, wenn Amerika im Kriege ist. Dann wäre es auch schwierig, die jüdischen Forderungen zu formulieren, wenn man den Ausgang des Krieges nicht kenne. Auch könne der Kongreß nichts über die Rechte der Juden in den europäischen Ländern sagen, wenn man ihre Wünsche nicht gehört habe. Auch die Behandlung der Palästinafrage sei inopportun. Dr. Magnes und andere Redner wiesen darauf hin. daß die gleichen Gründe schon vor zwei Jahren geäußert worden wären. Der Kongreß sei nötig, um der Notabeinpolitik ein Ende zu bereiten. Jüdischer Nationalfonds. Die Spendeneingänge des JNF im Monat Oktober haben insgesamt 132.029 Franken ergeben. Diese Summe setzt sich ays den folgenden Beiträgen der verschiedenen Länder zusammen: Rußland 66.967 Rubel, Österreich 44.008 Kronen (davon 569 Kronen aus Polen), Deutschland 20.493 Mark (davon 2040 Mark aus Polen), Nordamerika 2708 $, Kanada 839 $, Südafrika 139.13.2 £, Aegypten 12539 Piaster, Ungarn 2792 Kr„ Holland 1130 Gulden, England 53.11.5 £, Australien 50.16.7 £, Bulgarien 1236 Levas, Griechenland 35.—.— £, Frankreich 561 Frs., Südslavische Länder 561 Kronen, Norwegen 85 Kr. Zur Lage im Heiligen Lande. Von der „Deutsch- Holländischen Palästina-Verwaltung“ wird uns geschrieben: Die kriegerischen Ereignisse in Palästina haben, wie nicht anders zu erwarten war. unsägliche Leiden über unsere Brüder gebracht und die Zahl der Hilfsbedürftigen in ungeheuerem Umfange vergrößert. Trotzdem, nach den bisher bei uns vorliegenden Nachrichten, Evakuierungen größeren Stiles nicht vorgenommen werden sollten, ist doch genug der Kriegsnot über die Bedauernswerten hereingebrochen. Wir haben Vorsorge getroffen, daß unser Hilfswerk für die nächsten Monate unverändert im Gange bleibt und sind zu dessen Durchführung auf die gesteigerte kräftige Unterstützung der weitesten Kreise angewiesen. Es bedarf sicherlich nur dieses Hinweises, um insbesondere alle unsere