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Das jüdische Echo · 1917-11-30 · 48 (30.11.1917) · p. Seite 518

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
48 (30.11.1917)
Date
1917-11-30
Page
Seite 518 (sequence 6)
Language
German
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518 Das Jüdische Echo Nr. 48 Hilfe durch Ärbelt. N o t standsarbeiten des Jüdischen Nationalionds. Niemand, der in das soziale Problem der Arbeitslosenfürsorge Einsicht hat, wird verkennen, wieviel segensreicher als Almosengeben das Beschaffen von Arbeitsgelegenheit ist. Almosen demütigen den Empfänger, Arbeit steigert das Selbstgefühl des Arbeitenden. Dies gilt in besonderem Maße für die jüdische Arbeiterschaft Palästinas mit der ihr eigenen ernsten Auffassung ihrer Pionierpflichten. Die entsetzliche Not in Palästina ist allgemein bekannt, die Preis« für Getreide und andere Lebensmittel sind enorm gestiegen, Krankheiten und Seuchen wüten aufs bedrohlichste, die Entwertung des Papiergeldes hat selbst die Existenz von Personen mit gesichertem Einkommen schwer erschüttert. Städtische und ländliche Betriebe sind stillgelegt oder aufs äußerste eingeschränkt. Einem Teil der palästinensischen Bevölkerung kann und sojl nun nicht durch Almosen, sondern durch Schaffung von Arbeitsgelegenheit, durch Notstandsarbeiten geholfen werden. Es sind dies in erster Linie die in der Landwirtschaft beschäftigten jüdischen Arbeiter Palästinas, die in den Jahren vor dem Kriege bis in die jüngste Zeit hinein unserem Siedlungswerk die größten Opfer brachten, Opfer an Gut und Blut. Sie haben auch während der schweren Kriegszeit das Land nicht verlassen und trotz kärglichen Lebensunterhaltes und ungünstigster Daseinsbedingungen ausgeharrt. Nun ist es eine Ehrenpflicht des jüdischen Volkes, der Arbeiterschaft in Erez-Israel, die keine Almosen, sondern nur Arbeitsgelegenheit verlangt, zu Hilfe zu eilen. Der Jüdische Nationalfonds hat schon vor längerer Zeit, zunächst in bescheidenem Umfang, Notstandsarbeiten organisiert. Die Erfahrung hat aber gelehrt, daß nur solche Notstandsarbeiten wirklich segensvoll wirken, die nicht dazu eingerichtet werden, Leuten augenblickliche Beschäftigung zu beschaffen und zur Annahme verleiten, daß die Entlohnung nur versteckte Almosen darstellten. Deshalb war man bemüht, nach Möglichkeit solche Arbeiten zu schaffen, die die Willenskraft und das Interesse des Arbeiters anspannen und aus allgemeinen kolonisatorischen Gründen, zur Ausdehnung bestimmter Arbeitszweige und zur Produktion von Nahrungsmitteln, für notwendig gehalten wurden. Besondere Berücksichtigung mußte den weiblichen Arbeitern zuteil werden, da sie weit weniger als die männlichen in der Lage waren, sich auf den vorhandenen Großbetrieben und bei Kolonisten Arbeit zu verschaffen und infolgedessen im allgemeinen der Not mehr ausgesetzt sind als ihre männlichen Kollegen. Es ist andererseits bekannt, daß die gut ausgebildete, in der Landwirtschaft ausgebildete Frau für eine gedeihliche Entwicklung des jüdischen Siedlungswerks eine unbedingte Notwendigkeit ist. Hauptsächlich kommen die Arbeiterinnen für systematischen Gemüsebau, sowie für die verschiedenen Zweige der Hauswirtschaft in Betracht. Bezüglich der Arbeiter ist bemerkenswert, daß ihr Gros sich im Gegensatz zu der Beweglichkeit vor dem Kriege in den .letzten Jahren daran gewöhnt hat, stabil an einem Platze zu bleiben, was im Interesse der landwirtschaftlichen Arbeit recht günstige Folgen gezeitigt hat. Man bedenke ferner, daß die Arbeiter, die es für ihre Pflicht hielten, unter allen Umständen im Lande auszuharren, zu den charakterfestesten zählen, so daß die Hoffnung berechtigt ist, daß wir am Ende der Kriegszeit über einen auserlesenen Stamm von Arbeitern verfügen werden, die eine beträchtliche Anzahl von Jahren hindurch in Palästina Erfahrungen gesammelt haben und sich an das Land gebunden fühlen. Es erwächst daher allen an Erez-Israel Interessierten die besondere Pflicht, die Existenzbedingungen dieses wertvollen Bevölkerungselements zu erleichtern, damit dieseVorhut für die großen Arbeitspläne nach Friedenssch1uß erhalten bleibt. Es wurde von der NF-Verwaltuns im Einvernehmen mit der Vertretung der Arbeiterschaft ein großer Plan für die Durchführung von Notstandsarbeiten im laufenden Wirtschaftsjahr (5678) aufgestellt, die Barausgaben in Höhe von ca. 250 000 Franken in Gold bedingen, von den Aufwendungen des JNF auf seinen Ländereien abgesehen. Die Arbeiten sollen insgesamt rund 760 Arbeitern zugute kommen, wovon 260 zu Gemüse- und Ackerbaugenossenschaften zusammengeschlossen sind, "RauThallmaier m nxyfüejerant München Theatinßvttr.lQ.

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