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Das jüdische Echo · 1917-11-30 · 48 (30.11.1917) · p. Seite 515

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
48 (30.11.1917)
Date
1917-11-30
Page
Seite 515 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 48 Das Jüdische Echo 515 großen Anteil Sie an dem erreichten Resultat gehabt haben, und wir sprechen Ihnen unsere Bewunderung und Dankbarkeit aus. Kopenhagener Büro der Zionistischen Organisation“. Der Niederländische Zionistenbund sandte folgendes Telegramm an die English Zionist Federation : „Minister Balfours Erklärung, daß die englische Regierung das zionistische Programm billigt und seine Durchführung kräftig unterstützen wird, erfüllt uns mit großer Genugtuung. Wir beglückwünschen Sie zu dem bereits Erreichten und wünschen Ihnen allen Erfolg in Ihrer weiteren Arbeit. Wir vertrauen, daß die Regierungen der gesamten zivilisierten Welt diesem edlen Beispiel folgen und sich damit ebenfalls die Dankbarkeit von ganz Israel erwerben werden. Niederländischer Zionistenbund, de Liem e , Präsident, van Vriesland, Sekretär“. Der schweizerische Zionistenbund hat an die englische Zionistenorganisation folgendes Telegramm gerichtet: ,„Der schweizerische Zionistenbund nimmt von der Erklärung der englischen Regierung, die Errichtung einer nationalen Heimstätte in Palästina für das jüdische Volk betreffend, mit größter Genugtung Kenntnis, beglückwünscht Sie herzlich zu Ihrem großen Erfolge, besonders da die Erklärung des Ministers Balfour an Lord Rothschild sich mit unserem zionistischen Programm deckt, und hofft, daß alle Völker dieses Programm unterstützen und sich so gleichermaßen die tief empfundene Dankbarkeit des jüdischen Volkes sichern werden.“ Die belgische Zionistenföderation telgeraphfert der englischen Landsmannschaft: „Die belgische zionistische Föderation, die zeitweilig ihren Sitz im Haag hat, nimmt begeistert von der Erklärung Kenntnis, welche die englische Regierung an das jüdische Volk richtete.“ In Amerika finden Massenaufzüge und Massenversammlungen statt, in denen die Erklärung der englischen Regierung bezüglich Palästinas begeistert gefeiert wird. Die ganze englische Presse äußert sich sehr beifällig. Der Enthusiasmus der jüdischen Bevölkerung ist groß und allgemein. Viele jüdische Organisationen richteten an die Regierung Resolutionen, in welchen der Dank des jüdischen Volkes zum Ausdruck gebracht wird. In vielen Svnagogen wurden anläßlich der Regierungserklärung Dankesgottesdienste abgehalten. Die zionistische Organisation bereitet große jüdische Volksdemonstrationen für den Zionismus vor. Raiiene Gesichls- und SchöiMls-Pilege Erstklassige Gesichtsmassage Hand- und Fußpflege L. Steingraber, “535^ Der Zionismus und die Türkei. In der „Vossischen Zeitung“ (Abendausgabe vom 20. November) schreibt Emil Ludwig: Seit Theodor Herzl mit seinem leidenschaftlichen Buche vom Judenstaat die Romantiker entzückt, die Trauernden gestärkt, die Politiker aber stutzig gemacht hat, seit sich in ihm der zionistische Gedanke glühend und irrationell, küb~ und utopisch gespiegelt hat, ist die Bewegung, die er zuerst durch das Pathosi seiner Persönlichkeit ins Licht Europas trug, von ihren Gegnern für seine Thesen verantwortlich gemacht worden. Und doch war er es noch selbst, der, auf dem ersten Kongreß in Basel, jetzt vor zwanzig Jahren, den nationalen Staat der Juden abschwor und, unter dem Einfluß älterer Denker, sich auf die Forderung einer „öffentlich rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina“ zurückzog. Vielleicht war es gerade diese Resignation, die diesen edlen und phantasiereichen Charakter schon auf der Schwelle seiner praktischen Laufbahn tiefer erschütterte, als er selber es wußte oder doch äußerte, denn Herzl, der mehr Rufer war als Führer, ging an dem Zwiespalt einer gläubigen und gedankenreichen Natur mit den Realitäten einer störrischen Umwelt, er ging an zu viel Gefühl, an Enttäuschung und Ungeduld zugrunde, wie Künstler meist, wenn sie sich in Politiker zu verwandeln streben. Man mag es eine Gunst seines Schicksals nennen, das ihn dem ermüdenden Kampfe enthoben und der Enttäuschung seines Willens nicht die. der Seinen folgen ließ, denn gewiß hat der Name des entrückten Rufers mehr gewirkt, als die Tatkraft der Lebenden in der Begrenzung des Raumes wirken konnte. Denn wie er selbst sich, rascher als es seine Seele wünschte, dem Erreichbaren anpassen mußte, so ging auch die Bewegung rasch zu Wirklichkeiten über, und, scheinbar ganz aus Regungen des Herzens und des Erinnerns, ausi Pathos. Mythos und Historie gespeist, zeigt sie sich mehr und mehr als eine verständige, gedachte, als eine politische Bewegung. Dort, wo der Fremde einen Katechismus religiöser und kultureller Fragen erwartet, findet er nun Statistik und Wirtschaftslehre, und wohin allein der Gedanke an eine große geeinigte Vergangenheit zu weisen scheint, dorthin führt in Wahrheit die rationelle Erwägung guten Bodens oder billiger Schiffsfrachten. Aber noch immer suchen die Gegner durch das Schlagwort vom Judenstaate die Bewegung als staatsgefährlich, als Staat im Staate zu diskreditieren, und alles, was die Türken während des Krieges gegen diese Ansiedelungen auf ihrem Gebiete Vorbringen, geht auf angebliche Ansätze zu solchem staatlichen Eigenleben zurück und sucht Maßnahmen der Selbstverwaltung als Schritte zur Autonomie zu verdächtigen. Wohlfahrtsmarken, die in diesen Kolonien wie in allen Gemeinschaften als Sammelmittel aufgeklebt wurden, sollen den Beginn einer eigenen Post bedeuten, Schecks, die die jüdische Bank bei Kriegs,- beginn ohne jeden Zwangskurs und nur zum Ersatz des fehlenden Hartgeldes ausgab, sollen eigene Münze, Dorfschulzen und kommunale Schiedsrichter sollen eigene Gerichtsbarkeit, Beiträge zur Erhaltung von Schulen und Straßen sollen eigene Steuergesetzgebung einleiten. Bei Todesstrafe hat Dschemal Pascha, der Herr von Syrien — sonst auch von seinen Gegnern als geschickter Organisator gerühmt, aber ein erklärter Gegner des Zionismus, während

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