Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 47 (23.11.1917)
- Date
- 1917-11-23
- Page
- Seite 508 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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508 Das Jüdische Echo Nr. 47 Große Aufmerksamkeit erregte eine neue hebräische Erzählung von Mendele Mocher Sephorim. Von anderen Ländern, wo hebräische Zeitschriften erscheinen, ist nur noch Amerika zu erwähnen. Nach einigen mißglückten Versuchen, hebräische Schriften herauszugeben, ist es gelungen, in Amerika das Erscheinen von 2 angesehenen hebräischen Wochenschriften zu sichern, so des „Hatoren“, der von Dr. Schmarja Levin und J. D. Berkowitz herausgegeben wird und das von Rabbiner Mejer Berlin herausgegebene Wochenblatt „Haibri“. Im „Hatoren“ erscheint regelmäßig die Übersetzung der besten Werke von Scholem Aleichem in der Übersetzung von Berkowitz. An beiden Zeitschriften nimmt hervorragenden Anteil der bekannte hebräische Literat Rüben Brainin. Besonders erfolgreich arbeiten in New York 2 hebräische Verlagsanstalten; die eine von dem hebräischen Sprachverband „Achieber“ geleitet, und die andere „Assaf“ unter der Leitung des Dichters B. Silkiner. Der letztere Verlag hat bereits 2 bedeutende Schriften herausgegeben, den ersten Band der Schriften von Rüben Brainin, 320 Seiten stark, und die gesammelten Schriften von David Neumark. Außerdem erscheint in Amerika eine Monatsschrift für die Jugend unter dem Namen „Schacharit“, herausgegeben von dem hebräischen Pädagogen Z. Schaufstein. Das letzte erfolgreiche Unternehmen des Amerikanischen Jüdischen Jugend-Verbandes „Jung- Juda“ ist die monatlich erscheinende hebräische Zeitschrift „Jisreel“. Sie ist insbesondere für die Jugend bestimmt, geschrieben in einem fließenden, leichten und klaren Hebräisch; die Erzählungen sind aktuell, mannigfaltig und interessant. Erzählungen und Reisebeschreibungen sind mit guten photographischen Illustrationen versehen. Einige der bekanntesten hebräischen Schriftsteller haben Beiträge für die Zeitschrift versprochen, unter ihnen Ben Avi, Frischberg, Friedland und Persky. Das Redaktions-Komitee der Zeitschrift besteht aus den Herren Emanuel Neumann, Joschua Neumann und Samuel Borowsky. Die hebräische Tageszeitung „Hazefirah“ in Warschau kann seit einem halben Jahre nur als Wochenblatt erscheinen, unter der Mitarbeit von Nissenbaum. Frenk, Lachower und Heltman. Auch die hebräische Wochenschrift „Hamizbah“ in Krakau hat nach dreijähriger Unterbrechung ihr Erscheinen auf gesicherter Grundlage wieder begonnen. Die hebräische Tageszeitung „Hacheruth“ in Jerusalem mußte eingestellt werden. Im ganzen sind in Palästina im Laufe des letzten Jahres 3 bedeutsame Sammelschriften erschienen, von denen die eine dem 25jährigen Jubiläum Bialiks gewidmet war. Eine spezielle landwirtschaftliche Bibliothek wurde in Palästina gegründet, die unter dem Namen „Hachaklai“ bereits einige Fachschriften herausgfegeben hat. Der bekannte Schriftsteller J. Ch. Brenner jn Jaffa hat eine Sammelschrift für die Jugend herausgegeben. (Prodoth). Von dem jungen Dichter J. H. Rimon ist eine Gedichtsammlung erschienen. In Palästina sind außerdem eine Anzahl von Lehrbüchern für Volks- und Mittelschulen erschienen. Besondere Erwähnung verdienen die wissenschaftlichen Almanache des bekannten Palästinakenners A. M. Luncz. Von bevorstehenden größeren Ausgaben ist das großangelegte Journal „Heawar“ in Petersburg zu erwähnen, welches sich mit der Geschichte der Juden in Rußland befaßt. Das Blatt ist früher in russischer Sprache erschienen. Die Redaktion liegt in den Händen von S. Dubnow, Dr. Zinnberg und S. Rosenfeld. Zeitungs-Echo Das „jüdische Geheimwörter» bucht4 Das „Berliner Tageblatt“ vom 14. November berichtet unter obiger Überschrift die folgende ergötzliche Affäre: Clemenceau verfolgt gegenwärtig Cai 1 - 1 a u x, der bereits vor dem Untersuchungsrichter vernommen wurde, weil er dem „Bonnet Rouge“, vor dem Kriege dreißigtausend Franken und einem Führer der Arbeitersyndikate, Merrheim, zehntausend Franken gegeben hat. Daneben aber setzt er auch, mit strahlender Genußfreudigkeit, seine Anklagen gegen die bereits Verhafteten fort. In dieser Tätigkeit ist ihm jetzt ein kleiner Unfall zugestoßen, der vermutlich in Paris gegenwärtig etwas Heiterkeit in die trübe Stimmung bringt. Es handelt sich um ein neues, furchtbar belastendes Beweisstück, das Herr Clemenceau gegen den in Nizza verhafteten, sehr reichen österreichischbelgischen Finanzmann Marguftest an das Licht der Öffentlichkeit bringt. Der „Homme enchaine“. Clemenceaus Blatt, hat in seiner Nummer vom 6. November in großer Aufmachung unter der Überschrift „Le Code secret de Margulies“, („Das Geheimwörterbuch Mar^ulies’“), ein, wie er sagt, „seltsames Dokument“ veröffentlicht, das in der Villa des Millionärs gefunden worden ist. „Es ist“, sagt das Blatt weiter, „eine Art Wörterbuch in hebräischem Argot, wo den jidischen Worten eine verabredete Übersetzung, die von dem wirklichen Sinn sehr weit entfernt ist, gegenübersteht“. Der „Homme enchaine“ teilt dann in vollem Umfang das „Geheimwörterbuch“ mit, das mit den Werten beginnt: „Nebbich- Der Ausmarsch an die Front“. Einige der anderen „Geheimworte“ und ihre Übertragungen läuten: „Massel — >— Gefangener sein“, „Rishus — — Das Rote Kreuz“, „Chuzbe --Das Untersee- Kostümfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 königl. bayer., königl. Württemberg , grossherzogl. badische Hoflieferanten Bankkonto: K. Fllialbank, München und Bankhaus Martin! u. Simader, München.— Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse: „Diringer München*. — Telephon-Nr : 21774, 21775, 21776. Drähte Fabrik und Verleihanstalt dieser Art In Deulachland. Vorrat von über 60000 Kostümen aus allen Zelten u. allon Ländern. Getrennte Herren-, Damen-, Kinderu. Militär-Abteilungen. Reiches Lager In Waffen und Ausrüstungen. Vollständig neuxelilich eingerichtet und umgebaut. 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