Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 46 (16.11.1917)
- Date
- 1917-11-16
- Page
- Seite 493 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 46 Das Jüdische Echo 493 Massenkundgebungen für Palästina. In der letzten Oktoberwoche haben in allen größeren und kleineren Städten des Britischen Reiches, in denen Juden wohnen, große zionistische Demonstrationen stattgefunden. In allen Synagogen, Bethäusern, in allen Qemeindeverbänden, in zahlreichen gesellschaftlichen Institutionen wurden Meetings abgehalten. Großzügige Demonstrationen fanden auch in verschiedenen jüdischen Zentren der Provinz statt, in 71 Synagogen, 123 Logen, Verbänden und anderen jüdischen Institutionen, sowie in 54 zionistischen Verbänden. An den Demonstrationen nahmen auch teil: Die Trade Union-Verbände der Vereinigten Jüdischen Logen, die ungefähr 50 000 Mitglieder dieser Logen umfassen, der Gemeindeverband von Manchester, der 15 000 Juden repräsentiert, der Order of Ancient Maccabeans, dem mehr als 2300 Juden angeschlossen sind und andere große Verbände. Eine Palästina-Resolution der amerikanischen Arbeiter-Partei. Bekanntlich hat die englische Arbeiter-Partei (Labour Party) auf ihrer letzten Konferenz eine Resolution angenommen, in der sie die Forderungen des jüdischen Volkes nach einem Heimatlande in Palästina anerkannt. Nun hat auch die amerikanische Allianz der Arbeiter und Demokratie ihre Stimme zugunsten der jüdischen Forderungen mit denen der Demokratie der ganzen Welt vereinigt. Die amerikanische Arbeiter- Partei hat auf einer Konferenz in Minneapolis, die Ende September 1917 stattfand, folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die amerikanische Allianz für Arbeiter und Demokratie drückt ihre unbedingte Anerkennung aus zu dem offenen Zugeständnis des Präsidenten Wilson, daß eines der Motive für Amerikas Eintreten in den Krieg ist, den kleinen Nationen das Recht zu sichern, ihr eigenes Leben auf ihrem eigenen Boden zu leben und ihre eigene Kultur unter freiem nationalen Schutz zu entfalten. In Anbetracht dessen, daß unter all diesen kleinen Nationalitäten die Juden allein kein eigenes Heimatland besitzen, lenken wir dringend die Aufmerksamkeit des Präsidenten und des Internationalen Kongresses, der die Friedensbedingungen erörtern wird, auf die gerechtfertigten Forderungen des jüdischen Volkes nach Wiederherstellung eines nationalen Heimatlandes in Palästina auf der Basis einer Selbstverwaltung.“ literarisches Echo „Moriah“. Mit dem neu erschienenen Heft 1 der Zeitschrift in polnischer Sprache „Moriah“ beginnt der 13. Jahrgang dieses Organes. Aus dem Samstag, den 17. November spricht auf Veranlassung der zionistischen Ortsgruppe München Herr Major F. C. Endres über „Zionismus und Wellpolitir im Saale des Eden-Hotels, Ottostraße. Beginn 8 Uhr. Eintritt frei. Karten für reservierte Plätze erhältlich in der Exped. d. Bl., Herzog Maxstr. 4. (Karten für Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe für 50 Pfg.) Inhalte sind folgende Artikel hervorzuheben: Das neue jüdische Heldentum in Palästina (Aus dem Buche „Jiskor“); Julian Rottersmann: ..Die jüdische Jugendbewegung und ihre Bedeutung für uns“; S. Hirszhorn: „Das nationale und religiöse Judentum“; Aus der Agadah und dem Midrasch (Fragmente auf die hohen Feiertage); Szalom Spiegel: „Abraham Mapu“; Dr .Josef Tenenbaum: „Das jüdische Kreditwesen in Galizien“; Rundschau: W. B. „Aus dem jüdischen Leben“ (politische Chronik); Hugo Bergmann: „Ein Glaubensstreit“; Dr. N. Geyer: „Die Geschichte eines Friedhofs“. Als Beilage: „Haschomer“. Verlag „Moriah“, Wien I., Ebendorferstr. 3/13. Jüdischer Nationalkalender 5678. Dritter Jahrgang. Herausgegeben von Otto A b e 1 e s und Ludwig Bat6. Wien 1917. Verlag „Jüdische Zeitung“. Zum dritten Male bescheren uns die Wiener Herausgeber einen Kalender voll reicher Information, Anregung und künstlerischem Geschmack. Gleich seinen beiden Vorgängern sjollte dieser Kalender in keinem nationaljüdischen Hause fehlen. Über den reichhaltigen Inhalt wird noch eingehender zu sprechen sein. Für heute begnügen wir uns damit, auf die wertvollsten Artikel hinzuweisen. Es sind dies Ludwig Batös Chronik des Kriegsjahres 5677; ferner Albrecht Hellmann: Dies ist die Stunde; Nachum Goldmann: Ghettoromantik; Adolf Stand: Der erste Zionistenkongreß; Dr. Siegfried Bernfeld: Die Jugend und die Parteien; Osias Thon: Die Kunst der Bejahung; A. S. Juris: Die nationale Bedeutung der jüdischen Arbeiterschaft; Dr. S. Kaßner: Jüdische Bauern in der Bukowina; Heinrich Loewe: Der Nationaljude H, Graetz. Aus dem belletristischen Teil sei auf die Beiträge von Max Brod, Martin Buber, Otto Abeies, Emerich Abadi, Z. F. Finkeistein (über den Dichter des „Hafikwa“), Tay, Orlosoroff und Scherlay besonders verwiesen. Eine Bücherschau von Norbert Weldler gibt dankenswerte Aufschlüsse über unsere jüdische Literatur. 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