Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 42 (19.10.1917)
- Date
- 1917-10-19
- Page
- Seite 463 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 463 die Saloniki aus einer unbedeutenden Balkanstadt zu einem Weltmarkt ersten Ranges und einem wichtigen Hafen entwickelt haben. Eine jüdische Bürgermeisterin. In Moorehaven (Florida) ist eine Jüdin, Frau Marion N. Horwitz, zur Bürgermeisterin ernannt worden. Sie war zwar anfangs sehr gegen eine Besetzung des Amtes durch eine Frau, mußte sich aber, da sie als einzige Kandidatin aufgestellt worden und fast einstimmig gewählt worden war, bereit erklären, das Amt anzunehmen. Frau Horwitz ist der erste weibliche Bürgermeister in den Vereinigten Staaten. Der Hacheruth, die bekannte in Jerusalem erscheinende hebräische Zeitung, hat ihr Erscheinen eingestellt, da der einzige noch zur Verfügung stehende Redakteur Ben-Atara zum Heeresdienst einberufen wurde. •e Dentist Strobel li früher über 7 Jahre bei Herrn Hof-Zahnarzt Df. med. Brabaoher tätig Luitpoldstraße 8 Ecke Prielmayerstr. gegenüber Warenhaus Tietz. Konservierung kranker Zähne und Wurzeln. Spezialität: Plattenloser Zahnersatz. Ganze Gebisse. Erstklassige Ausführung, ■uiunun Zahnoperationen mit den neuesten schmerzlosen Mitteln. Telephonische Nr. 53611. Anmeldung erwünscht. Sprechzeit nur Werktags von 9—5 Uhr. •••••••••*•••••••••••••••••••••• Flüchtlinge aus Korfu sind in Triest angelangt und haben, dank den Bemühungen des jüdischen Abgeordneten Straucher, die Erlaubnis erhalten, sich in der Stadt niederzulassen. Der neue französische Finanzminister in den von Painleve gebildeten Kabinett, Louis Lucien Klotz, ist ein Jude. Klotz bekleidete den gleichen Posten bereits in einem früheren französischen Kabinett. U1TRC17I Kunstgeschichte (mit M» U Ml. 3 M-4 Führung) Literatur (verb. Französische, Deutsche, Englische Sprache mit Lektüre) in allen Gebieten (verb. T sv-H-a IJotatwr» »kad. Lehrerin für Kunstgcsch. L<Ullv und neue Sprachen v. d. Tannstraße 15, II. Aufg. 0 r. — Sprechstunden 3—4 Uhr. Feuilleton Blätter aus dem Felde. Von Felix A. Theilhaber. (Schluß.) 2. Mein Bocher. Die engen Gassen Wilnas Regeln in vollem Dunkel. Wohl wegen der Fliegergefahr. Das Volk, das den Feiertag begeht, stößt sich auf den engen Bürgersteigen, an deren Rändern Straßenschmutz angehäuft ist. Vom Tal herauf rauscht die Wilja, Bilder von Krakau und Lemberg werden wach. Die Jungens, die mein Gepäck vom Bahnhof in die Stadt tragen, sind Juden. Das Hotel, das ich von der Kommandantur angewiesen bekommen habe, ist ein jüdisches. Eine Judenstadt. Und dabei ein Sprachengewirr: Russisch, Polnisch, Litauisch, Deutsch und Jidisch. Und Hebräisch! In der Philharmonie hält eine Töchterschule ein Fest ab. Zehn Mädchen spielen irgendein Stück, spielen wie echte Komödianten und sprechen ein klares, unsagbar rasches Hebräisch. Kein Souffleur ist dabei. Und die kleinen Kinder links und rechts von mir lachen aus vollem Hals. Wie sie horchen und verstehen. Alle die jungen Seelchen im großen Saal, wie sie gekommen sind, sprachen sie noch Russisch und Jargon und jetzt rufen sie dazwischen. Aber nur noch Hebräisch . . .. . Und die Kinder vergessen das Leid, das große Leid, das mit dem Rauschen der Wilja heraufzieht über die Stadt. Und sie zwitschern wie Frühlingsvögel, die den Lenz begrüßen und nichts wissen von all dem, was vordem war . . . Ich ziehe darauf um 9 Uhr einsam durch die Stadt. Die Bettler, die an den Treppen hockten, sind nach Hause gegangen. Dje tausende von Trödelläden fest verrammelt, die Stadt wird stiller. Auch die Kinos schließen, an deren Eingängen große hebräische Lettern kleben, die der aufgehende Mond beleuchtet. Die Lichter der Größtes Leseinstitut Münchens (60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Operntexte leihweise — Stadtu. Landabonnement TheatinerstraBe 49, Entresol (Korsethaus Lewandowskl. (Inhaber: E. & M. Kraus) mmm «m» «na» tmmm j Po",a%T München r»" j J Israel. Mterpenslonat! I Frau Apotheker Rothschild Ww. I ■■■■■■•HMaiiuaHanaaHuiaHHHHHHMaiaaaaiaaHaHu ■ a i Elektrolyt Georg Hirth! { Energiesteigernil ] S In jeder Apotheke erhältlich in: Pulverform i! (zu 0.50, 2.25 und 6 Mk.); ■ ■ Tablettenform (zu 0.50, 1.50 S ■ und 3.20 Mk.). — Literatur 5 i kostenfrei. — Hauptvertrieb und Fabrikation: ■ :; : Ludwigs-Apotheke München j ■ Neuhauser8tr. 8. : 0203