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Das jüdische Echo · 1917-10-19 · 42 (19.10.1917) · p. Seite 462

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
42 (19.10.1917)
Date
1917-10-19
Page
Seite 462 (sequence 10)
Language
German
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462 Das Jüdische Echo Nr. 42 des letzten jüdischen Kalenderjahres trotz der schwierigen Zeit nur ein Todesfall zu verzeichnen. Auch dieser war nach der Feststellung von Dr. Schabad auf chronische Tuberkulose zurückzuführen. Judenpogrom in Rumänien. Das schwedische Preßbureau meldet aus Petersburg, daß die russischen Zeitungen zahlreiche Dokumente und Berichte von Augenzeugen über grausame Judenverfolgungen in Rumänien bringen. Alle Proteste russischer Organisationen an die rumänischen Machthaber haben bisher nichts geholfen. Man wirft der rumänischen Regierung vor, sie habe den systematischen Vernichtungskrieg gegen die jüdische Bevölkerung geduldet, ja selbst organisiert. So wurden vom Feldgericht in Baku allein 34 jüdische Soldaten, darunter sieben aktive jüdische Sozialdemokraten, gehängt. In mehreren Orten sei es zu regelrechten Judenpogromen gekommen. Außerdem verhindert man die Aufnahme verwundeter jüdischer Soldaten in öffentliche Spitäler und den Verkauf von Nahrungsmitteln an die jüdische Bevölkerung. Der Gebrauch der jüdischen Sprache sei überall strengstens verboten. Zum Schluß teilt das Preßbureau den Wortlaut eines Protestes gegen die Vorgänge mit, den eine Versammlung von Offizieren und Soldaten des militärisch-republikanischen Verbandes in Kiew angenommen hatte. Ein jüdischer Minister in Rußland. Das jüdische Mitglied des Bauernrates Gurewitsch ist zum Unterstaatsminister des Innern ernannt worden. — Die Herren Trachtenberg und B r o d s k i wurden zu Friedensrichtern in Petersburg ernannt. Juden als russische Stadtverordnete. Bei den Wahlen zum Stadtrat in Rußland wurden in fob genden Städten Juden ernannt: in Romni 15, in Elisabethgrad 25, Cherson 9, Nishni-Nowgorod 4 (lauter Zionisten), Bensa 5 (ebenfalls Zionisten), Kursk 5, Saratoff 8 (4 Bundisten und 4 Zionisten), in Novorossisk, Jaroslau, Zarizin, Wologada und Borisoglebsk je 2, in Sebastopol, Rjev, Limferopol und Minsk je 1. Die 30 jüdischen Mitglieder des Moskauer Stadtrats erhielten Sitz und Stimme in allen wichtigen Ausschüssen. Der frühere Knmrabbiner von Petersburg, Dr. Abraham D r a b k i n ist nach 30jähriger Erfüllung seiner Amtspflichten gestorben. Er war einer der Gründer der Großen Synagoge zu Petersburg und zeichnete sich durch wertvolle Beiträge für die Jewish Encyclopedia und andere literarische Werke aus. In das ukrainische Zentralkomitee, das aus 75 Mitgliedern besteht und über lokale Angelegenheiten berät, sind 5 Juden gewählt worden. Im ganzen sind den nicht-ukrainischen Nationalitäten 19 Sitze zugestanden worden. Die 5 jüdischen Stimmen verteilen sich auf Zionisten, Poale-Zionisten, jüdische Union, Sozialisten und Bundisten. Der „Bund“ gegen die Sabbathruhe. Der jüdischsozialdemokratische Bund hat einen Beschluß gefaßt. der in gesetzestreuen Kreisen großes Aufsehen erregt. In diesem Beschluß wird der Anspruch jedes jüdischen Arbeiters anerkannt, den Sabbath als Ruhetag zu halten, gleichzeitig aber der Bund verpflichtet, diesem Anspruch in allen Fällen entgegenzutreten, wo die Entwicklung einer Industrie oder das wirtschaftliche Interesse der Arbeiter es verlangen, daß nur ein Ruhetag in der Woche und zwar der Sonntag gehalten wird. Mit anderen Worten: der Bund erkennt in der Theorie den Sabbath und in der Praxis den Sonntag als Ruhetag an. — In dem neu aufgeflammten Kampfe zwischen Bundisten und jüdischen Nationalisten berufen sich die letzteren auf ein Wort von Karl Marx’s Schwiegersohn, Jean Longuet, der gelegentlich einer poalezionistischen Versammlung in Paris sagte, die Sozialisten müßten den Zionismus unterstützen, da dieser in keinem Gegensatz zu den Interessen der Internationale stände. Die Juden in Finnland. Im Zusammenhang mit der finnischen Unabhängigkeitserklärung war bekanntlich die Gleichberechtigung der finnsichen Juden erörtert worden. Nach den bisherigen Nachrichten ist der betreffende Gesetzesentwurf nicht zur Annahme gelangt. Judenfeindliche Bewegung in Saloniki. Das Jüdische Korespondenzbureau im Haag meldet aus Saloniki: Die Regierung von Athen scheint das Unglück, das die Hauptstadt Neugriechenlands heimgesucht hat, benutzen zu wollen, um die Juden daraus zu entfernen. Die Regierung legte einen Gesetzentwurf vor, wonach alle Immobilien, die Juden gehören, zwangsweise enteignet werden können. Die Vergütung soll dann in griechischen Schatzscheinen geleistet werden. Die gesamte liberale Presse und die öffentliche Meinung verurteilen diese Pläne als einen listigen Überfall gegen die spanisch-jüdische Bevölkerung. js Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen H zeigen hocherfreut an |§ | Z. Kreschover und Frau Mina | Ü geb. Strumpf m |§ München, 16. Oktober 1917. ü KINDERFRÄULEIN. Für jung. Mädchen, 21 J„ aus gutem Hause, m. t viel Verständnis für Kinder, in allen häusl. Arbeiten und Kinderpflege erfahren, suche Stellung in Familie. Gute Referenzen. Briefe unter T. K. an die Exped. ds. Bl. FREY & Co. Bankgeschäft München, Residenzstraße 3 (Eingang Hofgraben) Tel. 27946 Erledigung aller ins Bankfach einschlägigen Geschäfte

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