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Das jüdische Echo · 1917-10-19 · 42 (19.10.1917) · p. Seite 459

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
42 (19.10.1917)
Date
1917-10-19
Page
Seite 459 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 459 von. Er liebte es auch, schalkhafte Naturen zu zeichnen, den Prunk und die Pracht reicher Landschaften und Städte zu schildern; oft ist bei ihm der Reichtum ein Verführer, der sich dem Edlen naht, bis endlich doch das Gute den Sieg davonträgt. Die Fabel der Mapuschen Erzählungen ist immer ganz einfach, es ist die Fabel des Lozzattoschen (M. Ch. Lozzatto lebte 1707—1747) Idylls: die Liebe des Königssohnes wird nicht gewürdigt und es ist sehr nahe daran, daß die schöne Prinzessin einem Bösewicht zuteil wird, während der Königssohn zu den Hirten flieht. Endlich siegt aber doch das Wahre und Gute und der Bösewicht wird bestraft. Das ist die einfache Handlung der „Achawat Zion“-Dichtung und mit vielen Umänderungen und Umgestaltungen auch des viel breiteren „Aschemat-Schomron“-Werkes, sowie der fünfbändigen Erzählung „Ait zabua“ (Der bunte Geier). Die schlichte Fabel aber wird bei Mapu bereichert und ausgestaltet, eine ganze Schar von Personen in sie verstrickt, verwirrte Situationen geschaffen, bis sich das Ganze zu einem umfangreichen Romane ausgewachsen hat. Mapu ist der Schöpfer des jüdischen Romanes; in seinen Romanen herrscht der Geist der Idylle und der naiv romantischen Freude am Verstrickten und Verworrenen. Das Leben wird mit kindlichem Sinn aufgefaßt: alles Verwickelte und Verstrickte ist nur Spiel, Phantasie und Dichtung. Die schlichte Einfalt überwiegt in Mapus Erzählungen, aber er schwelgt auch in der Freude am Prunkvollen und der Rausch des Lebens reißt ihn fort. Daher finden wir neben den vielen Bildern des Landlebens im alten Judäa auch prachtvolle Schilderungen des Stadtlebens in der stolzen Zeit Jesajas mit ihrer Pracht und ihrer üppigen Verschwendung, daher auch die starke Neigung zu der Gestaltung des Kampfes zwischen dem Schlichten und dem Schwelgertum, dem Bescheidenen und der Prunkliebe. Als Moment der Vereinigung dieser Gegensätze, des ländlich Naiven und des Prunkvollen liebt Mapu das Erhabene in der Natur und im Leben. Er findet es in hohen Bergen, dessen Gipfel in den Himmel ragen, im Kampfe eines Hirtenknaben mit dem Löwen, der eine Fürstentochter bedroht. Auch die religiöse Verzückung liebt Mapu, und seine Menschen beten oft in einer eigentümlich gesteigerten Sprache. Der Ausdruck der Liebe ist bei ihm häufig ein inniges Beten, ein Flehen um Gnade, eine tiefe Andacht. Eine andächtige, religiöse Natur war Mapu, die in stillen Verzückungen und erhabenen Träumen lebte, in einer Zeit nüchterner Aufklärung, in der das Träumen streng verboten war, und sowohl von den modernen Aufklärern wie von den streng Orthodoxen als Neigung zu einer unwirklichen schöneren Wert hart verurteilt wurde . Er aber, Mapu, träumte von einer anderen vergangenen Zeit, als es bei den Juden noch Propheten, Seher und Phantasten gab, aber auch Krieger und Kämpfer, lebensvolle Männer und Frauen, und viele Ackerbauern, Schnitter und Winzer in Judäa ..... Mapu ist einer der größten Träumer des unvergeßlichen Traumes vom Judentum vergangener Zeiten und der einzige Dichter, der ihn bisher zu gestalten vermocht hat. Religiöse Feiern in Jerusalem. Von Dr. B. N e u m a n n. Gebete fan den heiligen Stätten. Nach dem Untergange des Reiches waren die Israeliten stets bemüht, sich den Ruinen des Tempels zu nähern, um an der heiligen Stätte ihre Andacht zu verrichten. Wie schwer es auch für sie war, in das Innere der Stadt zu gelangen, so suchten sie doch die Erlaubnis zu erhalten, den heiligen Überresten sich wenigstens von außen nähern zu dürfen. Als Jerusalem unter der Botmäßigkeit byzantinischer Kaiser stand, war außerhalb des zertrümmerten Tempels, in einiger Entfernung von den Bildsäulen Hadrians, die sich auf dem Tempelplatze erhoben, ein Überrest der alten Mauer, zu welcher alle Jahre am neunten Ab die Juden pilgerten, um daselbst die Trauerandacht in zerrissenen Kleidern zu verrichten. Während der arabischen Herrschaft war es ihnen erlaubt, sich im Innern der Stadt der Tempelmauer zu nähern. Zur Zeit des fränkischen Königreichs war an der Ostseite der Umfassungsmauer der Ort, wohin die Juden gingen, um vor den Mauern des Tempels zu beten. Erst unter der Herrschaft der türkischen Sultane wurde ihnen durch einen großherrlichen Firman das Recht zugesichert, sich an einer Stelle der Stadt der Tem- "RauThallmaier München TheaünerÜr.lö.

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