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Das jüdische Echo · 1917-10-19 · 42 (19.10.1917) · p. Seite 458

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
42 (19.10.1917)
Date
1917-10-19
Page
Seite 458 (sequence 6)
Language
German
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458 Das Jüdische Echo Nr. 42 Aufkommen des Handwerks, der Industrie und des Handels nur durch das entschlossene Auftreten einer festen Organisation herbeigeführt werden kann. Diese Unkenntnis kann nicht nur gefährlich, sondern geradezu katastrophal auf die zukünftige Lage der Juden in Galizien wirken, was ja durch die jetzige unzweckmäßige Bautätigkeit genugsam erwiesen ist. Trotz der ernsten Meinungsverschiedenheiten zwischen Österreich und Ungarn und der gewünschten Trennung beider Staaten, hat sich doch Österreich verpflichtet, für die Kriegsschäden aufzukommen und sind auch für die Wiederherstellung des Landes beträchtliche Summen ausgegeben worden. Die Zentrale für Wiederaufbau, die erst seit kurzer Zeit besteht, hat in Ost-, Mittel¬ und Westgalizien zahlreiche Bauernhäuser auf richten lassen, sodaß die Bauern in Bälde ihre Häuser beziehen und ihrer Arbeit nachkommen können. Dagegen hat man für das Wiederaufleben der Städte nicht die geringste Sorge getragen. Die allgemeine Kriegskreditanstalt sollte für Kriegsbeschädigte Anleihen gewähren und erhielt zu diesem Zwtecke nicht unbeträchtliche Geldsummen. Jedoch stellte sich nachträglich heraus, daß man die Anleihen nicht für Kriegsbeschädigte, sondern für Gutsbesitzer verwendete. Bis zum 1. Juli 1917 erhielten etliche 100 Großgrundbesitzer Anleihen in einer Höhe von 136 Millionen Mark, weitere 184 Millionen waren in Aussicht gestellt, und nun wendet sich die Anstalt an den Staat um Gewährung weiterer Geldsummen für Anleihen an Großgrundbesitzer im Wert von 200 Millionen Mark, die ihm auch sicherlich nicht vorenthalten werden. Wie aber verhält man sich zur Industrie, dem Handwerk, den freien Berufen? Wenn man die Bedeutung des Großgrundbesitzes auch nicht unterschätzen darf, so darf man doch die nach Millionen zählenden Gewerbetreibenden nicht außer Acht lassen. Deren Lage hat sich derart verschlimmert, daß nur eine rasche und tatkräftige Hilfe von seiten des Staates ein Massenelend verhindern könnte. Man errichtete zwar auf das Drängen einiger einflußreichen Personen eine Kreditanstalt für Handwerker. Doch konnte diese nicht einmal ein Zehntel von dem aufbringen, was man den Großgrundbesitzern zur Verfügung stellte. So steht sie machtlos da, kaum daß man von ihrer Existenz Kenntnis hat. Was hilft der Einfluß mancher Personen, wenn dem Unternehmen die organisatorische Kraft fehlt? Äbraham Mapu. (Zu seinem 50jährigen Todestag.) Von F. Lachower-Warschau. In Litauen, im Lande der Thora und der strengen Lehre, wurde der Musensohn geboren, in einem armen Städtchen bei Kowno, wo es zu jener Zeit nur Not und Elend gab. Alles um ihn war trocken und düster, dürr und fahl, lebensmüde und lebenslos, er aber liebte das Leben und auch dessen Prunk und Glanz. In ihm lebte ein altes Lied, das von Feld und Acker erzählte, von Wiese und Flur, von scharlachroten Weinbergen und dunkelgrünen Olivenwäldern, auch von beleuchteten Sälen und herrlichen Gemächern voll Freude und Gemütlichkeit, wo Tamar und Sulamith in natürlicher Schönheit und Unschuld spielten; er hörte noch das Geklingel der Herden, die sich vom Berge Gilead herabgewälzt hatten, das Scharren der Rosse auf den Straßen des alten Jerusalem, das Geklirr der Waffen auf den Schultern der jüdischen Helden, das Lied der Hirten auf den Triften von Beth-Lechem, wie den Ruf der Hüter auf dem Berge Zion, auch das Singen und Zanken der Zecher in den Gatssen Samariens. In seinem Ohr tönte noch der Wohlklang einer alten Sprache, welcher der Geist der Propheten Glut und Inbrunst, die Demut der Psalmendichter Stille und Milde gegeben. So schuf er sein „Ahawat-Zion“ (Die Liebe Zions1) und „Aschemat-Schomron“ (Die Schuld Samariens), die eigentlich nur Zeitbilder im Geiste der jüdischen Aufklärung sein sollten. Sie sollten nur Typen der Zeit in altertümlichem Gewände vorstellen, die najch damalig)er Sitte entweder mit modernem Wissen genährt und daher ebenso gut wie schön oder ungebildet und daher ganz verdorben und häßlich geschildert wurden; es sollte so etwas wie eine Aristokratie gezeigt werden, die gegenüber dem Demos und dem Emporkömmling sich zu behaupten vermag. Die Aristokraten sollten natürlich schön sprechen und ritterlich sich benehmen. Aus ihnen machte Mapus schöpferischer Geist wahre Ritter, ja noch viel mehr als Ritter; es wurden jüdische Prinzen und Prinzesinnen, Fürstinnen wurden daraus, die schöne Hirtenknaben lieben, und Schäfer, die um Edelfrauen werben. In diesen Idyllen sollte sich eigentlich nur ein Bekenntnis zur Rousseauschen Verkündigung der Natur ausdrücken, das auch sonst in der hebräischen Literatur jener Zeit ihren Ausdruck fand. Unversehens aber brach während des Gestaltens die tiefe Liebe zur eignen Scholle, zum eignen Acker und Land hervor. Diese Liebe1 fentsprang einer tiefen Kenntnis der Bibel und der Sprache der Bibel, in der des Dichters Gemüt jedes Wort belebte und jedem Wort Leben einhauchte. Alles mahnt ihn zur Erinnerung an die Träume biblischer Zeiten und das Leben eines Volkes der Vergangenheit ersteht in ihm aufs neue. Zu neuem Leben erweckt er die frohen, lebenslustigen und lebensdurstigen Ephraimiter, die „stolze Krone“, wie Jesaja sie nannte, und die mehr zum Sinnen neigenden Judäer und die Propheten selber in aller ihrer geistigen Kraft. So entsteht in seiner Phantasie ein Kampf, in dem die Beweglichkeit und Geschicklichkeit der Ephraimiter von dem sittlichen Ernst der Judäer besiegt wird. Geistigkeit und Innerlichkeit, Demut und Seelenadel tragen bei Mapu immer den Sieg dax) Eine deutsche Übersetzung des Werkes unter dem Namen „Tamar“ hat Dr. S. M^delkern im Jahre 1885 im Verlag von Wilhelm Friedrich in Leipzig veröffentlicht. 35Gy^<2X9<2X9ex£><2XS>S!(2X9C2X93C5eX9<2XS>QX£>QX£>3S 1 CKgf. (Bayer. (Porzeffan* 3 (Manufaktur (Rympßenburg {ttauptniederlage Attjinchen: ödeonsplafi 1 {Kunst* u. ßuxusgegenstände, Tafel*, bessert*, {Kaffee* u. Teegeschirre, Figuren, Gruppen eic. Bnacü alten Wympüenburger OriginalcIKodellen. {Außerdem neue Formen und Ulodette nach <Snt* jg 'A würfen erster Ulünchner {Künstler. H äK(S><c)<3>'.c)<3Xc)ö>’.c)iötSXc)?0SSXe)S>^e>(3l'Kc)SXeK3X®cS.'^3Ö

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