Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 40 (5.10.1917)
- Date
- 1917-10-05
- Page
- Seite 438 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Das Jüdische Echo Nr. 40 „Jüdisches Wort“ Nr. 111: „Die gleichen Ideen haben auch andere offiziöse zionistische Organe gepredigt, die von den Schekeln, wie sie sie nennen, erhalten wurden und1 werden, welche der einfache Jude gern gibt, im Glauben, daß man für seine schwer erarbeiteten paar Gulden in unserem heiligen Lande Boden kauft und ihn den jüdischen Bauern zur Bearbeitung gibt, damit er dadurch seinen Unterhalt finde.“ „Jüdisches Wort“ Nr. 117: „Und die Schekel? Ha, glaubt ihr vielleicht, daß die Schekel zum Besten der Kolonisation und unseres heiligen Landes verwendet werden? Wenn Ihr das meint, so täuscht Ihr euch sehr! Die Schekel werden zur „Vorbereitung des Volkes“, wie sie es nennen, verwendet, einfacher gesagt, für Propaganda. Aber wenn nur die Propaganda zum Besten Zions geführt würde! Man sieht aber doch deutlich, daß dies in keiner Weise der Fall ist . . . Wenn in Palästina wirklich etwas geschaffen wurde — und daran ist kein Zweifel —, so ist das nicht dank dem Zionismus, sondern trotz alten zionistischen Waads mit den Farbsteins an der Spitze geschehen.“ „Jüdisches Wort“ Nr. 127: „Die zionistische Organisation hat alle ihre Gelder für ganze Stäbe von Beamten ausgegeben, für „diplomatische“ kleine Reisen, bei denen man sich nur lächerlich gemacht hat, und was die berühmte Bank anbelangt, so hat man große Summen in Unternehmungen vertan, die mit Palästina nichts zu tun haben..., nur weil der frühere Inhaber dieser schlechten Geschäfte einfach Protektion beim Aktionskomitee hatte, das einen guten Kaufpreis bezahlte.“ „Jüdisches Wort“ Nr. 147: „Ohne Zweifel haben es die einen oder anderen (zionistischen) Führer mit ihrer Beschäftigung gewiß ernst gemeint, aber das Lumpengesindel der Angestellten, alle die Beamten — die meisten von ihnen haben die zionistische Organisation bestimmt als die melkbare Kuh betrachtet, bei der man feine Posten und gute Pensionen erhält.“ „Jüdsches Wort“ Nr .147: „... und als die Kolonialbank in London, die bis zu jener Zeit in allen vier Enden der Welt Geschäfte gemacht hatte (wobei sie selbstverständlich dicke Summen aus geheimnisvollen Gründen zusetzte ...), endlich beschlossen hatte, in Palästina die Anglo-Palestine- Abteilung zu eröffnen.... arbeitete die ganze „Beamten“-Schar mit allen Mitteln, daß die Arbeit in Palästina nicht getan werde . . ., damit — einfach damit sie, die Beamten, weiter in London und in anderen europäischen Städten sitzen können und gute Pensionen für ihr Nichtstun erhalten.“ tKgl ‘Bayer. ‘Porzellan*!TKanufafctur ‘Rymphenbarg iTfauptniederiage (fflßnchen: Odeonspfatf 1 gj!Kunst* u. ßuxusgegenstände, Tafel*, bessert*, M iKaffee* U. Teegeschirre, Figuren, Gruppen etc. Bnadf alten ‘Rymphenburgtr Original.fflodeflen. {Außerdem neue Tormen und FJlodelle nach Gnt* M würfen erster FKünchner {Künstler. »SX3®Xc)S>rS)SXc>«SXS«fSXS(5Xc>SXc><SXas>rSSXc))< „Jüdisches Wort“ Nr. 147: „... und es heißt (!), daß die Zionisten bezüglich der Gelder, die sie für die Notleidenden in Palästina sammeln, behaupten, es seien ihre Organisationsgelder, und daß sie die Absicht haben, davon für ihre Gemeindestubenpolitik zu nehmen.“ Wir haben nur einiges Material aus dem überreichen Stoff ausgewählt. Genügt es nicht, um den Segen und Fortschritt zu zeigen, den das „Jüdische Wort“ für das polnische Judentum darstellt? In den letzten Tagen haben die beiden Gründer und Führer der „Agudath-Haorthodoxim“ in Polen, Rabbiner Dr. Kohn und Dr. Carlebach, zu einem eigentümlichen Mittel ihre Zuflucht genommen, um ihre Stellung in Polen, in der sie sichi anscheinend sehr unsicher fühlen, zu befestigen. Sie haben es für nötig befunden, sich von einigen Rabbinern der polnischen Provinz ein langatmiges Vertrauensvotum öffentlich aussprechen zu lassen, in welchem nicht nur ihnen für ihre segensreiche Tätigkeit, sondern auch der deutschen Zivilverwaltung der Dank dafür ausgesprochen wird, daß sie diese beiden Rabbiner ausgewählt hat, um sie nach Polen zu entsenden. Die Erklärung enthält zugleich einen Protest gegen die scharfe Kritik, die die jüdischen Parteien an der schädlichen Wirksamkeit der beiden Rabbiner geübt haben. Der Schutz der nationalen Minderheiten in Polen. Von Georg G o t h e i n, Mitglied des Reichstags. Zu der Frage, wie die nationalen Minderheiten in Polen zu behandeln seien, äußert sich der obige Verfasser im „Berl. Tageblatt“ folgendermaßen: Die schrittweisen Maßnahmen zur Bildung eines selbständigen polnischen Staatswesens lassen die Frage des Schutzes der nationalen Minderheiten in ihm immer brennender werden. Denn selbst das sogenannte Kongreßpolen ist keineswegs nur von einer polnischen Bevölkerung bewohnt, sondern neben dieser bilden Juden, Deutsche, Litauer und Ukrainer eine stattliche Minderheit, die wachst wilncta, Wenn mlan aus! militärisch'en, wirtschaftlichen, Verkehrs- und Verwaltungsgründen das Gebiet des polnischen Staatswesens noch vergrößern würde. Besonders wirtschaftliche Gründe sprechen für eine solche Erweiterung. Kongreßpolen ist ein dichtbevölkertes Industrieland (110 Einwohner auf den Quadratkilometer gegen 36,3 in Mecklenburg-Strelitz, 76,4 in Hannover), das mit seinem Absatz zu mehr als drei Fünftel auf Innerrußland angewiesen, es deckt seinen Nahrungsmittelbedarf nicht entfernt. Bei der geringwertigen Arbeiterleistung würde seine Einbeziehung in das deutsche oder österreichische Zollgebiet den Ruin des größten Teiles der polnischen Industrie nach sich ziehen; seine Erweiterung durch landwirtschaftliche Gebiete erweist sich d_aher als notwendig. Auch die Polen wünschen dringend die russischen, früher polnischen Gebiete wieder. So das Gouvernement Kowno und die an Kongreßpolen grenzenden Kreise Troki, Wilna, Lida, Oßmjany und Swenciany des Gouvernements Wilna, ferner die Kreise Grodno, Sokolka, Wolkowisk, Bjelostok und Bjelsk und Teile Wolhyniens. Da dann Kurland — in dem übrigens die Deutschen nur 6% der Bevölkerung