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Das jüdische Echo · 1917-09-21 · 38 (21.9.1917) · p. Seite 418

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
38 (21.9.1917)
Date
1917-09-21
Page
Seite 418 (sequence 6)
Language
German
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418 Das Jüdische Echo Nr. 38 Sheffield, Israel Zangwill und Joseph King scheiterten. Namentlich Joseph King trat mit seltener Energie für die russischen Juden und das bedrohte englische Asylrecht ein. Die russische Revolution bestimmte viele russische Juden in Frankreich, England und Amerika zur freiwilligen Heimkehr. Nunmehr wird der Rest durch die neue englisch-russische Militärkonvention erfaßt. Die französische Regierung hat ein ähnliches Abkommen mit Rußland getroffen. Die Unterhandlungen mit den Vereinigten Staaten stehen kurz vor ihrem Abschluß. Judentum und Zionismus. Der „Reichsbote“ vom 3. September schreibt unter dieser Überschrift: Wir haben schon mehrfach auf die englischamerikanischen Bestrebungen hingewiesen, mit Hilfe der zionistischen Bewegung in Palästina einen jüdischen Pufferstaat als Bollwerk für den Suezkanal und englische Station auf dem Wege von Ägypten nach Indien herzustellen. Dieser Gedanke ist bei der Entente so populär, daß die englische Arbeiterpartei den Satz „Palästina den Juden unter internationaler Garantie“ in ihr Friedensprogramm aufgenommen hat. Die Delegation des jüdischen Arbeiterverbandes Poale-Zion, die übrigens nur aus Juden feindlicher und neutraler Länder bestand, hat der Stockholmer Konferenz ein Memorandum vorgelegt, das gleichfalls die Verwandlung Palästinas in ein eigenes Selbstverwalltungsgebiet für die Juden unter internationaer Garantie verlangt. Man kann aber zehn gegen eins wetten, daß eine derartige „internationale Garantie“ nichts weiter bedeuten würde als englische Oberhoheit. Palästina würde dann ein wichtiger Vorposten englischen Einflusses an der Pforte zwischen Asien und Afrika werden. Dem müssen die Mittelmächte beizeiten einen Riegel verschieben, Sie müssen den englischamerikanischen Machern den Wind aus den Segeln nehmen, indem sie selbst die Verwirklichung der palästinensischen Pläne des Zionismus unter ihrem Protektorat und ihrer Oberhoheit in die Wege leiten. Denn Palästina ist bis heute doch erfreulicherweise noch keine englisch-amerikanische, sondern eine türkische Provinz. Es ist daher nötig, daß endlich auch die Mittelmächte und vor allem die Türkei diesem Problem ihre volle Aufmerksamkeit zuwenden. Man muß den Juden klar machen, daß ihre Wünsche bei den Mittelmächten gut aufgehoben sind, und daß deren Verwirklichung jeder mit den Interessen der Türkei und ihrer Verbündeten nur irgendwie erträgliche Vorschub geleistet werden wird. Tatsache ist ja doch, daß sich die jüdisch-zionistischen Forderungen nicht mit denen der Mittelmächte kreuzen, so lange sie nicht auf die Bildung eines ganz selbständigen oder unter internationaler, d. h. englischer Aufsicht, stehenden Staates ausgehen, sondern sich mit freier Kolonisationsmöglichkeit und der Betätigung ihrer religiös-national-kulturellen Eigenart begnügen. In diesem Fall kann eine starke jüdische Einwanderung und Besiedlung der Türkei und ihrer künftigen Entwicklung nur förderlich und dienlich sein. In Palästina seßhaft gemacht, könnten die Juden, richtig behandelt und regiert, mit ihren großen Fähigkeiten, ein wertvoller Bevölkerungsbestandteil für das osmanische Reich werden. Alle wahren Freunde Israels hoffen aber auch, daß eine geschlossene Besiedlung Palästinas den Juden selbst zum Segen gereichen würde. Mit Recht sieht das oben erwähnte zionistische Memorandum eine Hauptquelle aller Leiden und alles Unsegens des jüdischen Volkes in dem Verlust seiner historischen Heimat und einer Zerstreuung in vielen Ländern. Die Land- und Heimatlosigkeit beraubte das jüdische Volk der selbständigen Gestaltung seines nationalen Lebens und brachte sein Schicksal in Abhängigkeit von dem Auf- und Abstieg der Wirtsvölker. Jene Land- und Heimatlosigkeit — (in der wir Christen einen Fluch und eine göttliche Strafe sehen, die aber auch nach der Schrift nicht immer währen soll: „Gott kann ihn, den abgehauenen Baum des jüdischen Volkes, wohl wieder einpfropfen“, sagt der Apostel Paulus in seiner großen weit- und heilsgeschichtlichen Betrachtung, Röm. 9—11) — ist die Ursache der abnormen Existenz des Juldenvolks und seiner Ausnahmslage unter den Nationen der Erde; sie ist vor allem die Ursache der ungesunden Berufsgliederung und sozialen Schichtung der Juden, der geringen politischen und sozialen Widerstandsfähigkeit, ihrer beständigen Wanderungen und ihrer Ruhelosigkeit. Wenn die territoriale Lösung der Judenfrage durch die Schaffung einer geschlossenen Siedelung in Palästina eine durchgreifende ökonomische Umschichtung, die Zurückführung eines möglichst großen Teiles der Juden zur Urproduktion, zu Landbau und Handwerk, bewirkte, so wäre das etwas Großes, das dem jüdischen Volke direkt und anderen Völkern indirekt zugute kommen würde. (Zum Schluß geht der „Reichsbote“ ausführlich auf den ihm von der „Jüd. Rundschau“ gemachten Vorwurf des Antisemitismus ein.) Jüdische Handwerker und Kleinhändler. Von Dr. Ch. D. Hurwitz. Mit dem Übergang eines großen Teils des Königreichs Polen in das russische Reich beginnt ein neuer Abschnit in der Geschichte der jüdischen Erwerbstätigkeit. Die russische Bevölkerung lag s Deutsche Zeitschrift für Ordnung und Recht. K.n Qr,rH,!räow,:«ia».».„. D ^„WIRKLICHKEIT”,! u!£l —1 I n_ _ 1_ JL Herauseeher: I t t Die „Wirklichkeit“ ist die einzige politische Wochenschrift, welche von sich ssgen kann, daß sie schon mit dem Beginn ihres Erscheinens zu den angesehensten politischen Zeitschriften des deutschen Sprachgebietes gehörte. Die „Wirklichkeit“ ist eine von allen Parteien und Interessenvertretungen unabhängige, nicht belehrende, sondern unterrichtende politische Wochenschrift. Sie sieht ihre Aufgabe darin, alle politischen Vorgänge und Entwicklungen zu Das Einzelheft kostet 50 Pf., der Bezugspreis des Vierteljahres beträgt M. 5.—. Man verlange kostenlos Probehefte beim Verlag, München, Friedrichstr. 2. Bestellungen nimmt entgegen jede Postanstalt (Zeitungsverzeichnis München 1216 a), der Buchhandel nehmen wie sie sind, den Sinn für das geschichtlich Gewordene zu pflegen und unser politisches Denken frei zu machen von allen ungesunden utopischen Einflüssen. . Die „Wirklichkeit“ hat sich in der politisch interessierten Welt beute schon einen sicheren Markt geschaffen und ist fiir jeden Staatsbürger, der die Kenntnis des politischen Lebens als unerlässlich begriffen hat, unentbehrlich geworden. und der Verlag.

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