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Das jüdische Echo · 1917-09-07 · 36 (7.9.1917) · p. Seite 392

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
36 (7.9.1917)
Date
1917-09-07
Page
Seite 392 (sequence 4)
Language
German
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392 Das Jüdische Echo Nr. 36 muß der Weg ins Judenland freigemacht verden, damit beide neues Leben gewinnen. Dort will das Volk seine Kräfte konzentrieren, um endlich ein neues eigenes Leben für sich, zu schaffen.. Dieser Ruf ist die Forderung des ganzen Volkes geworden. Das Volk ist sicher, daß wenn diese Forderung vor den Friedenskongreß gelangt, die Vertreter aller Völker, der souveränen wie auch der anderen, ihre Berechtigung anerkennen werden. Das jüdische Volk glaubt, daß der Krieg das Ende des ersten vorbereitenden Versuchsstadiums seiner Arbeit in Palästina bedeutet, und daß nach ihm das zweite einer freien großzügigen Arbeit beginnen wird. Noch vor unseren Augen wird das Aufblühen unseres Landes beginnen, und zu der Zeit, die in „Altneuland“ vorausgesagt wurde, wird ein Teil dessen verwirklicht werden, wovon der entschlummerte Führer mit solcher Sehnsucht und Liebe geträumt hat. Gesinnungsgenossen! Mit diesen Hoffnungen und Erwartungen stehen wir am Schlüsse des zweiten Dezenniums organisierter zionistischer Arbeit. Gleichzeitig geht auch das vierte Jahr zu Ende, seitdem die Organisation uns zur Leitung der Arbeit und des Schicksals der Bewegung berufen hat. Wahrhaftig, nicht leicht war die Last, die der XI. Kongreß in diesen Jahren der Leitung auferlegt hat. Sie begannen mit einem inneren Kampf gegen die Stützen der Assimilation, für unsere nationale Sprache. Viel schweres brachte uns dieser Kampf; doch er hat ein Ruhmesblatt in dib Geschiahte unserer Renaissance gefügt. Dann kam der Weltkrieg, der uns vor ernste und schwierige Aufgaben stellte und die Mitglieder der Leitung in verschiedene Länder zerstreute. Noch ist der Zeitpunkt nicht nahe, wo wir vor der Organisation Rechenschaft werden ablegen können. Doch schon jetzt dürfen wir mit ruhigem Gewissen behaupten, daß wir in diesen vier Jahren in Einigkeit und sorgender Liebe zusammengewirkt haben, um das uns anvertraute nationale Eigentum zu schützen und zu erhalten, und daß wir gleichzeitig nicht aus dem Auge gelassen haben, was für die Vorbereitungen der großen Zukunft erforderlich erschien. Wir sind von dem Glauben durchdrungen, daß unser nächster Kongreß das Urteil abgeben wird, daß die von Euch Gewählten in dieser schicksalsschweren Zeit ihre Pflicht erfüllt und die Wege zur lichten Zukunft freigemacht haben. Auf diese lichte Zukunft vertrauen wir mit der ganzen Kraft unserer Seele, und in diesem Glauben wenden wir uns heute an Euch alle! Zionisten! Ein jeder stehe fest auf seinem Posten! Säet ungeachtet des Sturmes, schützt, was emporwächst, sammelt, was reif geworden. Wir hoffen, nicht lange mehr wird der Weltsturm herrschen, die Zeit der friedlichen Arbeit wird kommen. Dann wird unser Ruf an Euch alle erschallen, und wir werden uns wiederum um die blau-weiße Fahne scharen. Wie dann die Ergebnisse dieser großen Zeit sich gestalten werden, wissen wir nicht. Eines aber wissen wir, mit neuer vergrößerter Kraft, mit nie erlöschender Liebe und mit dem festen Glauben werden wir alle die Arbeit des Aufbaus unseres neuen Lebens auf der alten Heimatscholle wieder aufnehmen. Kopenhagen, den II. Elul 5677. 29. August 1917. Das Engere Aktionskomitee der zionistischen Organisation. In Nr. 432 der „Münchener Neuesten Nachrichten“ erschien an leitender Steife ein Aufsatz von Major Fritz Endres über „Zionismus und deutsche Politik“, der die Frage eines jüdischen Gemeinwesens vom Standpunkt deutscher Politik aus behandelt. Nr. 105 der Beilage der „München-Augsburger Abendzeitung“ „Der Sammler“ vom 1. September bringt einen Aufsatz von Helene Hanna Cohn: „Zwanzig Jahre Zionismus“, der die Entwicklung des nationaljüdischen Gedankens schildert. Es ist ein bemerkenswertes Zeichen eines wachsenden Verständnisses für die Bedeutung des Zionismus. daß zwei unsrer führenden bayerischen Tageszeitungen gerade in diesen Tagen, in denen die Parlamente verschiedener Länder sich mit der Erfüllung der zionistischen Forderungen befaßt haben, den Stoff behandeln. Welt-Echo Feiertags-Urlaub im bayerischen Heer. Auf Ersuchen des Münchner Rabbinats hat das 1. bayer. Armeekorps den jüdischen Mannschaften im bayerischen Heer für die Roschhaschanahtage, den Jomkippur und das Sukkothfest, soweit der Dienst es erlaubt, Urlaub bezw. Dienstbefreiung zugesagt. Jüdischer Turn- und Sport-Verein München. Bei dem am Sonntag, den 2. September 1917 stattgefundenen National-Athletik-Wettkämpfen errang der J. T. u. Sp.-V. in der 400 m-Stafette (B-Klasse) den 1. Preis — Pokal — (53,8 Sek.) durch Bekes, Marx, Orljanski, Tobiasch, im 400 m-Laufen (A-Kl.) den 3. Preis durch Orljanski. ÄfefSfÄI ■ Verlag: JOit 2Öelf*£iferatur" C©<jlt!)er CL $. &irty) 2ttün$en 2 ■■ ■■■ä* . um ffe*

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