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Das jüdische Echo · 1917-09-07 · 36 (7.9.1917) · p. Seite 391

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
36 (7.9.1917)
Date
1917-09-07
Page
Seite 391 (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo 391 S^aymei S H;ch nicht d; SaSte B ,r seiner / en blasse, Verde, , etzen kön ■neErkiä, -°0 Der' sranlaßte ■ebene f diese eitet. M iter B ' hat mz ten, c ■halte; haber der teile Nr. 36 wird, wir danken ihm dafür, daß er nicht in Erregung, sondern mit Besonnenheit die ganze Frage behandelt hat. Wir haben ja von Geheimrat Cassel gehört, mit welchem Eifer und, soweit es nach Veröffentlichung des Erlasses noch möglich war, auch mit welchem Erfolge alles getan worden ist, um den angerichteten Schaden zu verringern. _ Die Frage nach der Konfession. Das Bayerische Kriegsministerium, Armee-Abteilung, erteilte jüngst auf eine Eingabe des Mitgliedes der Kammer der Abgeordneten, Herrn Dr. Süßheim, Nürnberg, folgenden Bescheid: „Bei dem von Euer Hochwohlgeboren zur Sprache gebrachten Fall einer Rückfrage nach der Konfession der Mannschaften in der Fleischversorgungsstelle München handelte es sich um eine unvermutete Prüfung der richtigen Durchführung der Ablösung der k. v.-Mannschaften, bei der die Personalien der einzelnen Leute in ein Schema eingetragen wurden, dias neben den übrigen Angaben auch die Konfession enthält. Zu irgendeiner Konfessionsstatistik werden die von der Prüfungskommission gemachten Aufschreibungen nicht benützt. Da der Zweck dieser Prüfungen auch ohne Feststellung der Religion des Einzelnen erreicht wird, hat das zuständige stellvertretende Generalkommando des I. A.-K. angeordnet, daß bei künftigen Prüfungen die Feststellung der Religion zu unterbleiben hat. v. Kreß. Ä U F R U F. Anfang August fand in Kopenhagen eine Tagung des Engeren Aktionskomitees der Zionistischen Organisation statt, bei der beschlossen wurde, anläßlich der 20. Wiederkehr des Eröffnungstages des ersten Zionistenkongresses folgenden Aufruf zu veröffentlichen: Z i o n i st c n! Zwanzig Jahre sind verflossen, seit auf den Ruf des unsterblichen Führers die Vertreter der Zionisten aus aller Welt zum ersten Male im Stadtkasino zu Basel zusammentrafen und das ganze jüdische Volk zur Einigkeit und organisierten Arbeit für die Wiedergeburt des Volkes und des Landes aufriefen. Mit Stolz und Freude darf die Zionistische Organisation heute den zurückgelegten Weg überblicken. Was in der Tiefe der Volksseele von jeher schlummerte, was auch von HerzI in einer Reihe vereinzelter Versuche sich dien Weg bahnte, das Streben nach der Erneuerung der jüdischen Nation in Palästina und durch Palästina, das ist im Laufe dieser Jahre zum unbeugsamen Volkswillen geworden, es hat die Juden der verschiedenen Länder vereinigt, eine Reihe nationaler Institutionen ins Leben gerufen, der Jugend den Inhalt und die Kraft des Lebens gegeben und ist schließlich ein Faktor der Weltpolitik geworden. Und dort im Lande Israels sind die in dieser Zeit geschaffenen Anfänge des neuen Lebens bereits so erstarkt, daß sie jedes Unwetter überstanden haben und zum Gegenstand der eifersüchtigen Liebe des ganzen Volkes geworden sind, aller seiner Schichten, auch derer, die dieses Gefühl mit Worten bestreiten. Der Zusammenhang zwischen Volk und Land, der eigentlich niemals gelöst wurde, der aber vielen Juden nur als geistiger, ja zuweilen nur als wesenloser Schatten aus ferner Vergangenheit vorschwebte, ist in unseren Tagen zu einer sichtbar wirkenden, lebenzeugenden Kraft geworden. Ein jeder erkennt heute, was die Schaffung eines Zentrums in Palästina für das zerstreute Volk bedeutet. Darum hat es die Judenheit der ganzen Welt erschüttert, als die Kunde von dem Angriff auf die nationale Sprache im Lande Israels oder von der Gefahr, die unlängst über unserem jungen Jischub schwebte, zu ihr gelangte! Was dieser kleine Kern des neuen nationalen Lebens an Gutem und Bösem erlebt, das wird von unserem ganzen Volke mit Freude oder Schmerz mitempiunden. Und das Volk, das so empfindet, schart sich in immer dichteren Reihen um die blau-weiße Fahne. Keine Prüfungen, keine Versuchungen konnten es ablenken oder schwankend machen. Das großmütige Ugandaangebot, das so verlockend für ein heimatloses Volk sein konnte, der Tod des Führers in der Blüte seiner Jahre und seines Werkes, die Verfolgungen der Zionisten im alten Rußland — all dies konnte zeitweilig das Volkswerk schwächen, lieferte aber auf die Dauer nur weitere Beweise der lebendigen Kraft .unserer Bewegung. So wuchs mit den Jahren das zionistische Bewußtsein, erweiterte sich das Werk, erstarkten die Bande zwischen allen Gliedern des Volkes und zwischen dem Volke und dem Lande. Da kam plötzlich die Weltkatastrophe, die alles erschütterte und ins Wanken brachte1. Auch uns bedrohte sie mit einer ernsten Gefahr. Alle diejenigen, die behauptet haben, der Zionismus sei ein künstliches Gebilde, dem die innere Daseinsberechtigung und wahre Kraft fehle, äußerten die Überzeugung, daß nun, da alle Kräfte auf den Schlachtfeldern und hinter ihnen ganz dem Kriege gewidmet sind und sein müssen, der Zionismus bei Seite geschoben werden und verstummen würde. Die Wirklichkeit hat das gerade Gegenteil bewiesen. In den Schützengräben aller Fronten, mit den Kampfgenossen durch Blut und Leiden eng zusammengekittet, haben die Juden dennoch und erst recht ihre Einsamkeit mit verstärktem Schmerz empfinden müssen. Und jene große Sehnsucht nach dem organischen Zusammenhänge mit dem einen Lande — dem alten Lande unseres Volkes —- hat sich mit besonderer Stärke ihrer bemächtigt. Und was hinter den Fr an ten geschah, dieses Ringen aller Nationen nach eigenem nationalem Leben auf eigenem Boden förderte ebenfalls das Erstarken des zionistischen Gefühls, des zionistischen Denkens und der zionistischen Kräfte. Von allen Ländern, wo unser Volk zerstreut lebt, ertönt jetzt ein Ruf, unser Ruf: Dem Judenvolke Musik-foslilol Bruno Müller, München Fraunhoferstr. 29 :: Telephon 24540 Inhaber: Bruno Müller, Konzertmeister a. D. Schüler von: Prof. Dr. Joseph Joachim, Prof. Dr. Carl Reineoke, Prof. Dr. Heinrioh Bellermann und Hofoperndirektor Gustav Mahler. Gesangs - Unterricht für Hausgebrauch, Chor, Konzert u. Bühne (Oper u. Operette, Klavier, Violine, Orgel, Cello usw.) Unterricht in allen praktischen und theoretischen Fächern (Harmonie, Kompositions- und Instrumentationslehre, Kontrapunkt, Fuge usw. einschließlich Musikwissenschaft) von den ersten Anfängen an bis zur künstlerischen Reife für Kinder und Erwachsene. (Kinder werden vom 6. Lebensjahre an aufgenommen) Prüfung, Auskunft und Einschreibung kostenlos.

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