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Das jüdische Echo · 1917-08-24 · 34 (24.8.1917) · p. Seite 377

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
34 (24.8.1917)
Date
1917-08-24
Page
Seite 377 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 377 genwärtig von Abertausenden jüdischer Unterschriften bedeckt wird, lautet: „In Anerkennung der Wichtigkeit der großen Hilfsaktion zugunsten unserer Brüder-Pioniere in Palästina, drücken wir Juden in Polen hiermit unsern festen Willen aus, daß die große Umwälzung, die allen unterdrückten Völkern Freiheit und Erlösung zu bringen hat, auch das historische jüdische Ideal durch Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina verwirklichen soll“. Die Labourparty. Eine Kommission des Exkutivkomitee der Labourparty hat ein Memorandum ausgearbeitet, das für die Friedensvorschläge der Partei als Grundlage dienen soll. Das Memorandum enthält folgenden Passus: „Die Konferenz fordert gleiche Rechte für die Juden in allen Ländern und gibt der Erwartung Ausdruck, daß ein internationales Abkommen wird getroffen werden können, wodurch Palästina von der türkischen Unterdrückung befreit und zu einem freien jüdischen Staat werden kann“. Zum tausendjährigen Bestehen der Mainzer Judenschaft. Von Friedrich Schwarz, Offenbach a.M. Wie Rabbiner Dr. Salfeld in seinen „Bildern aus der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde Mainz“ schreibt, ist im Jahre 917 Moses der Alte, Sohn des gelehrten Kalonymus, mit den Seinen aus Lucca in Oberitalien nach Mainz eingewandert. Ihm verdankt die Mainzer Judengemeinde ihre Entstehung. Sie kann mithin ihre Jahrtausendfeier begehen. Sicher hing das Erscheinen Moses’ des Alten zu Mainz mit dem Aufschwung zusammen, den der Mainzer Handel im zehnten Jahrhundert bereits genommen hatte. Damals gab es zu Frankfurt noch keine Israeliten. Die Kalonymiden pflegten alsbald auch jüdische Gelehrsamkeit. Doch suchte sogleich Erzbischof Friedrich von Mainz (937 bis 954) den wachsenden Einfluß der Juden zu brechen. Sein Ziel erreichte er nicht. Kurz nach seinem Tode erblickte R. Gerschom ben Juda, der hervorragendste Leiter der Mainzer Judenhochschule (geb. um 960, gest. 1028) das Licht der Welt. Gerschom erwarb sich nicht nur als Lehrer, sondern auch als Gesetzesgeber hohe Achtung. Von seinen Verordnungen seien nur eine solche über das Eheleben und eine über das Briefgeheimnis erwähnt. Sie legen beredtes Zeugnis ab für das Streben der damaligen Juden nach sittlicher Läuterung. Da brach im Jahre 1012 jäh eine große Verfolgung über die Juden herein. Man trieb sie mit Gewalt dazu, sich taufen zu lassen. Unter den zum Glaubenswechsel Gezwungenen befand sich auch der Sohn des Meisters. Wie R. Gerschom als vielseitiger Gelehrter, so ragte sein Zeitgenosse, der Rabbi und Vorbeter der Gemeinde, Simon, als gefühlsinniger Dichter hervor. Damals verbreitete sich der Ruf des Mainzer Judentums in Deutschland und Frankreich, in Polen und Italien. Unter den Schülern Gerschoms verdient vor allem Jakob ben Jakar Erwähnung, der Lehrer des sagenberühmten jüdischen Gelehrten Raschi. Das Jahr 1096, in dem die Kreuzzüge begannen, sollte ein einzig dastehendes Leidensjahr für die Mainzer Juden werden. Es richteten unter ihnen 12 000 Wallbrüder, geführt von Emicho von Leiningen, ein so furchtbares Blutbad an, daß sich diese zu der Zeit bedeutendste deutsche Judengemeinde nie wieder ganz erholt hat. Auch gelegentlich des zweiten Kreuzzuges (1147—1149) tobte in Mainz eine Judenverfolgung, die jedoch durch Bernhard von Clairvaux gedämpft wurde. Um 1150 tagte die erste deutsche Judensynode zu Mainz. Aus der Zeit stammen auch die ersten Nachrichten über Frankfurter Israeliten. 1281 muß abermals in Mainz eine Judenverfolgung gewütet haben. Damals wurde die Synagoge in der Schustergasse geplündert und eingeäschert und der Rabbiner ermordet. 1283 wurden zehn Israeliten beraubt und gemordet, weil Juden ein Kind getötet haben sollten. Viele wanderten jetzt aus. Auch R. Meir verließ mit Frau und Kind die Heimat. Im vierzehnten Jahrhundert war den Israeliten die Zeit des schwarzen Todes (1348—1349) besonders verderblich. Jene Pest sollte entstanden sein, weil Juden die Brunnen vergiftet hätten. Am 24. August 1349 zündeten die Mainzer Israeliten, des vergeblichen Widerstandes überdrüssig, selbst ihre Häuser an, um in und mit ihnen zu verbrennen. Als die goldene Bulle (1356) den Kurfürsten das Recht verlieh, Juden aufs neue anzunehmen, bevölkerten sich die alten Gemeinden wieder. Die Israeliten bildeten nun für die ersten Männer im Reiche eine willkommene Geldquelle. Trotzdem wurden die Juden 1438 erneut aus der kurfürstlichen Residenzstadt Mainz vertrieben. Ihr im 11. Jahrhundert nach dem Dorfe Mombach zu entstandener Friedhof, der erst 1880 einging, wurde verwüstet. 1462 wurden sie in der Mainzer Kurfehde wegen ihrer Anhänglichkeit an Diether von Isenburg durch den siegreichen Adolf von Nassau verjagt. Auch die rabbinischen Autoritäten Moses Minz und Juda Minz wurden beraubt und flüchteten. 1473 wurde die Mainzer Synagoge in eine Allerheiligenkapelle umgewandelt. Erst 1517 wurden in Mainz wieder Israeliten aufgenommen. Ihr Kopfgeld betrug von da an 12 Gulden jährlich. Gleichwohl waren sie sehr drückenden Beschränkungen unterworfen. So durfte ein Besuch von auswärtigen Verwandten Bekanntmachung. Betrifft Versorgung von Heeresangehörigen mit ritueller Margarine. Im Einvernehmen mit dem Kgl. Pr. Kriegsministerium erhalten die rituell lebenden jüdischen Heeresangehörigen die ihnen zustehende Fettmenge für die Folge in ritueller Margarine. Die Kopfmenge beträgt für Angehörige mobiler Truppenteile im Westen 55 Gramm, im Osten 65 Gramm pro Tag. Angehörige immobiler Truppenteile, dem Ärzte-, Pflege- und sonstigen Personal eines Reservelazaretts oder Genesungsheims im Inlande stehen 60 Gramm wöchentlich, Kranken oder Verwundeten eines Lazaretts im Inlande 180 Gramm wöchentlich zu. Mit der Lieferung haben wir die Freie Vereinigung für die Int. des orth. Judentums, E. V., Abteilung Konservenversand, Frankfurt a. M„ Schützenstraße 14 betraut. Die Versandbedingungen sind bei derselben zu erfahren. Der Preis beträgt Mk. 2.— pro Pfund. Berlin W 8, den 20.August 1917. Friedrichstr. 167/168. Kriegskommission für rituelle Lebensmittel G. m. b. H. Freirich. Blank.

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