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Das jüdische Echo · 1917-08-24 · 34 (24.8.1917) · p. Seite 371

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
34 (24.8.1917)
Date
1917-08-24
Page
Seite 371 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 371 schlecht. * Ranz S!)e. Tinen )rhin ge% T^m ,e einen 'ßenist eine 1 ®r ■ i! 5aitione,'1 11 d5 euro.!fs National., )aß aber alle« is Festhall, injrter Wi| ausgepräg i - das ei zur eiger Juden an |>t bestrei indem er selbst er es Veiß er nnerjüdi üschen e Preis sich d< kristalli ebt? iße ... lebiszii :he un lür den vor- Willen der rch die Tatrselben, der eignet hat dem Judennational i Der Vertreibt: „Die die Väter g und et iach in das Das be bei dieser re jüdische ische Ausgik steck eis für de llen zu ei ugend m zurück r von der s polnisch bei zu sol st in Polen ht. daß « kann ode die inneren Streitigkeiten des polnischen Judentums“. Außerdem aber habe sich die Politik in der jüdischen Frage der gesamtpolnischen Politik der deutschen Behörden unterzuordnen, diese aber, die auf die Schaffung eines polnischen Staates hinauslaufe, mache die Erfüllung der national-jüdischen Forderungen unmöglich. Was das erste Moment betrifft, so würde die Erfüllung der national-jüdischen Bestrebungen naturgemäß keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der polnischen Judenheit bedeuten, sondern lediglich die Respektierung der von der überwältigenden Majorität derselben geäußerten Wünsche und Forderungen. Von dem kleinen Häuflein der Assimilanten abgesehen, die bewußt dem Judentum den Rücken gewandt und deswegen bei allen jüdischen Fragen auszuscheiden haben, will das gesamte polnische Judentum als eigene Volksindividualität angesehen und behandelt werden, mit dem Recht, ihre eigene Sprache und Kultur zu bewahren und zu pflegen. Ob orthodox oder nicht, ob Chassidim. Zionisten oder Volkisten, alle polnischen Juden wehren sich dagegen, zwangsweise polonisiert und zur Preisgabe ihrer eigenen Kultur gezwungen zu werden. Wir glauben nicht, daß, wenn die Frage so präzise gestellt wird, der Autor des Aufsatzes in der „Europäischen Staats- und Wirtschaftszeitung“ diese unsere Behauptung bestreiten wird. Was soll also das Argument besagen wollen, die deutsche Verwaltung dürfe sich nicht in die inneren Parteistreitigkeiten der polnischen Juden mischen, was prinzipiell richtig ist, in diesem Falle aber gar nicht zutrifft? Gefordert wird von national-jüdischer Seite ja nur die Erfüllung der Wünsche, in denen sich alle polnischen Juden, sofern sie nur Juden sein wollen, einig sind. Weitaus beachtenswerter ist das andere Argument des Aufsatzes, daß eine Erfüllung der national-jüdischen Bestrebungen sich nicht in den Rahmen der allgemeinen deutschen Polenpolitik einordne. Wir wollen diese Politik hier nicht zum Gegenstand einer eingehenden kritischen Erörterung machen, wozu vielleicht in nicht ferner Zeit der richtige Moment bereits kommen wird. Wir wissen sehr wohl, daß allerdings der national-jüdische Standpunkt in der polnisch-jüdischen Frage sich nicht in den Rahmen der polnischen Politik einfügt, wie sie heute von gewissen Instanzen in Polen betrieben wird. Natürlich spricht dies aber in gar keiner Weise gegen die Berechtigung und die innere Richtigkeit des national-jüdischen Standpunktes. Außerdem aber: zu den großen Grundlinien der deutschen Polenpolitik, wie sie durch die Proklamation vom 5. November 1916 festgelegt wurden, stehen die national-jüdischen Forderungen in keinerlei innerlich begründetem Gegensatz. Denn diese Grundlinien laufen lediglich auf die Lösung der polnischen Frage durch Schaffung eines selbständigen, den Mittelmächten verbündeten polnischen Königreiches hinaus; bedeutet dies aber, daß dieses polnische Königreich unter Nichtberücksichtigung aller gegebenen Verhältnisse ein rein polnischer Nationalstaat werden muß und nicht die Möglichkeit besteht, den verschiedenen Minoritäten, die in Polen leben und von denen die Juden die stärkste darstellen, das Recht der freien Entwickelung und Selbstbestimmung zu gewähren? Es ist noch von keiner Seite gezeigt woden. welches Interesse Deutschland an einer solchen Art der Ausgestaltung des polnischen Staatswesens hätte, die zur brutalen Vergewaltigung der nationalen Minoritäten führen muß; hingegen ist schon oft dargelegt worden, und wie uns scheint, mit unwiderleglichen Argumenten, daß alle wahren Interessen Deutschlands darauf hinweisen, den Minoritäten in Polen ihr Recht widerfahren zu lassen. Eine Politik zu betreiben, die die Minoritäten des Landes als gleichberechtigt anerkennt, heißt aber noch lange nicht, wie es der Autor des Aufsatzes zu verstehen scheint, mit diesen nationalen Minoritäten Politik gegen die Polen zu machen. Er erklärt mit Recht: „man kann mit einer Minderheit von 15 Prozent keine Politik gegen die Landesmehrheit von 80 Prozent machen“. Aber seit wann bedeutet die Forderung nationaler Minoritätsrechte, daß man die Minoritäten gegen die Majorität ausspielen sollte? In diesem vollständigen Unverständnis gegenüber dem wirklichen Sinne des nationalen Minoritätsprinzips scheint uns der Grundfehler in den politischen Argumentationen des Aufsatzes zu ruhen. Nur aus ihm ist es auch zu verstehen, daß der Aufsatz auch die immer von polnischer Seite geäußerte Behauptung aufstellt, im Interesse eines guten Verhältnisses der Polen-^und Juden selbst müßten die national-jüdischen Forderungen unerfüllt bleiben, da durch ihre Erfüllung sicherlich „der polnische Antisemitismus zur Siedehitze getrieben werden würde“. Es liegt eine seltsame Logik in dieser Behauptung, die von der Überzeugung ausgeht, daß eine Gesundung der Beziehungen zwischen Polen und Juden nur möglich wäre, wenn die Juden auf ihre elementarsten Rechte Verzicht leisten und sich ganz und gar der Gnade und Ungnade der Polen ausliefern. Normalerweise pflegt die Regelung irgendwelcher Beziehungen zwischen zwei Einzelindividuen oder zwei Volksindividualitäten so zu erfolgen, daß eine jede die grundlegenden, prinzipiellen Forderungen der anderen anerkennt und sich so ein Verhältnis gegenseitiger Respektierung h e r a u s b i 1 d e t. Warum sollte diese Wahrheit, die der Autor des Aufsatzes sonst wohl nicht bestreiten wird, für die polnisch-jüdische Frage keine Berechtigung haben?, warum gesteht er hier den Polen das Recht zu. ihren Antisemitismus „zur Siedehitze zu treiben“, wenn die berechtigten Ansprüche der Juden auf Erhaltung ihrer Sonderart und Kultur anerkannt und erfüllt werden? In Wahrheit ist es für jeden, der objektiv und vorurteilslos die heutige Situation in Polen prüft, ohne weiteres klar, daß die Wurzel all der unnatürlichen. für beide Teile verderblichen Feindschaft zwischen Polen und Juden gerade in der absoluten Machtlosigkeit der jüdischen Bevölkerung gegenüber den Polen zu suchen ist. Nur weil Musik-lnsliliil Brune Müller, München Fraunhoferstr. 29 :: Telephon 24540 Inhaber; Bruno Müller, Konzertmeister a. D. Schüler von: Prof. Dr. Joseph Joaohlm, Prof. Dr. Carl Relneoke, Prof. Dr. Heinrich Bellermann und Hofoperndirekter Gustav Mahler. Gesangs - Unterricht für Hausgebrauch, Chor, Konzert u. Bühne (Oper u. Operette, Klavier, Violine, Orgel, Cello usw.) Unterricht in allen praktischen und theoretischen Fächern (Harmonie, Kompositions- und Instrumentationslehre, Kontrapunkt, Fuge usw. einschließlich Musikwissenschaft) von den ersten Anfängen an bis zur künstlerischen Reife für Kinder und Erwachsene. (Kinder werden vom 6. Lebensjahre an aufgenommen) PrUfung, Auskunft und Einschreibung kostenlos. *

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