Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 32 (10.8.1917)
- Date
- 1917-08-10
- Page
- Seite 353 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9072829-9102967-9138196--01604-9074428- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 32 Das Jüdische Echo 353 ches den Schild König Davids zum Regimentsabzeichen erhält, an der Front in Palästina verwandt werden soll. 31 Juden im Petersburger Gemeinderat. Wie „Daily Chronicle“ berichtet, wurden bei den Gemeinderatswahlen in Petersburg 31 Juden in den Rat gewählt. Hierzu gehören Senator Winawer, der Advokat Slusberg, der Arbeiterführer Leo Deitsch und Frau Gurjewitsch, die erste Jüdin in einem russischen Gemeinderat. Jüdische Feldrabbiner. Rußland war bis zur Revolution das einzige kriegführende Land, in dem es keine jüdischen Feldrabbiner gab. Wiederholt führten darüber in der Öffentlichkeit jüdische Soldaten Klage. Die provisorische Regierung sah darin eine Zurücksetzung der jüdischen Religion und beschloß, jüdische Feldrabbiner an die Front zu entsenden, ebenso wie es auch christliche und mohammedanische Feldgeistliche gibt. Zum ersten jüdischen Feldrabbiner wurde Rabbiner Joffe aus Tambow ernannt. Antisemitische Propaganda in Petersburg. „Djen“ schildert die Stimmung in Petersburg folgendermaßen: Die Liquidation des Maximalistenaufstandes nimmt einen schleppenden Charakter an. Die Zahl der verdächtigen Personen und verbreiteten Insinuationen nimmt immer größeren Umfang an. Eine reale Gefahr schleicht heran. An allen Straßenecken, und in den Häusern tritt eine äußerlich auf die Revolutionszeit stilisierte, offensichtlich aber auf ein Pogrom gegen die Juden angelegte antisemitische Propaganda hervor, die auf die unwissenden Volksmassen einen offenbaren Eindruck macht. Man macht den Versuch, die maxiimalistische Verschwörung mit der Tätigkeit der Organe dler revolutionären Demokratie in einen Topf zu werfen und stellt die Tätigkeit dieser in das Zeichen einer Jüdischen Gewaltherrschaft. Der Effekt ist ein doppelter: Haß gegen die Revolution und Haß gegen die Juden verflechten sich zu einem Knoten. Mögen die offiziösen Wortführer der Kadettenpartei, die nur an dem ersten Laster leiden, verstehen, daß sie sich durch ihre gegen die Revolution gerichteten Wutausbrüche den Meistern der Pogrome gleichstellen. literarisches Echo Neue Jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West. Berlin. Inhalt des Heftes 20 vom 25. Juli 1917: Adolf Stand, Wien: Die Lage und die Hauptforderungen der Juden; Julius Bab: Judentum und Nationalismus (12 Thesen); Dr. Sigbert Feuchtwanger, München: Grundsätzliches zur deutschen Judenfrage; Dr. Majer Balaban: Der Kahal in Polen im XVI. bis XVIII. Jahrhundert; M. J. bin Gorion: Der Talmud und das Ghetto; Hermann Struck: „Bankowskis Hoif“ in Wilna; Hermann Cohen: Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft. Umschau. Literaturblatt. Spendenausweis auf der 3. Umschlagseite. Weitere Beträge sind zu richten an das Bankhaus J. L. Feuchtwanger. München. Postscheckkonto 552. Zeitungs-Echo Die Bedeutung der Juden für die deutsch «türkische Wirtschaftspolitik. Von Heuer, kgl. Seminarlehrer in Prenzlau. Die Gesamtzahl der über die Erde verstreuten Juden beträgt 14,3 Millionen. Davon entfallen auf Rußland 7, auf Österreich-Ungarn und die Vereinigten Staaten je 2,3 Millionen. In Deutschland machen die Juden etwa 1 Prozent (über 600 000) der Bevölkerung aus, in Holland 2 Prozent (etwa 110 000), in Rumänien 4 Prozent (275 000). Groß ist die Zahl auch in Neugriechenland, wo Saloniki allein 80 000 zählt. Gering ist ihre Zahl in England (100 000), Frankreich (55 000) und Italien (36 000). In Rumänien hat seit 1899 eine starke Auswanderung der Juden eingesetzt. Den größten Umfang nimmt sie aber seit dem Beginn der Judenverfolgungen im Jahre 1881 in Rußland ein, von wo seither mehr als 2 Millionen ausgewandert sind, vorwiegend nach den Vereinigten Staaten. Nach dem Kriege wird diese Auswanderung aus Rußland sicher ungeheuer steigen, vor allem aber auch aus Polen und Galizien, wo viele Tausende Juden ihrer Erwerbsgrundlagen verlustig gegangen sind. Viele werden nach Westeuropa drängen, ganz besonders auch nach Deutschland, das für sie neben den Vereinigten Staaten das Land der Sehnsucht ist. Ob sie einen erwünschten Zuw'achs Deutschlands darstellen, muß in Frage gestellt werden. Im Gegenteil wird man wie bisher den Strom dieser Zuwanderer nach anderer Richtung ablenken müssen. Diese Richtung ist aber für Deutschland nicht gleichgültig. Das Wachstum der Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu fördern, haben wir kein Interesse, da mit dem Anwachsen der Menschenmassen dort drüben auch die amerikanische Unverschämtheit steigen wird. Wohl aber liegt es in unserm Interesse, der verhältnismäßig menschenarmen Türkei einen Menschenzuwachs Vertag: r/£)»e 2Be(t*£iferafur" ctööltyer 6. % mm URöndjeit 2