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Das jüdische Echo · 1917-08-10 · 32 (10.8.1917) · p. Seite 351

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
32 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
Seite 351 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 351 ^ältnis zi : daß sje identen « - Dr. Alirf men Pai halt als f f ihre eig ,’s Mensch ^sprecht, len Trupp eeinekras duldet, seit an dem Vc Der tsch dte sich b Mats“ zu e der „Allian r erhielt a dürfen r es wäre ... Juden alle: dunen besintisemitischen iandersetzun- *n im Pariasse, auf Been. Sie wer- Benachteiligen, gesellzur Folge nster hinaussehen Abgei. so daß Lejetzt werder, innen. Aus nmen beon schwe-; ö ff ent- N.W. so weit gehren eigener an peinlicher en Zuhörer i Gebrüder: einem Gast inchen kom- Ja, auch den jüdischen. So unglaublich es klingt _ es gibt in Berlin Juden, die beim Genuß dieser „jüdischen Stücke“ lachen können, anstatt Tränen der Scham über das Treiben der Gebrüder Herrnfeld zu vergießen, und ihr Ergötzen treibt dem selbstbewußten Juden ein noch höheres Rot auf die Wangen. Diese Gebrüder Herrnfeld wollen jetzt nach München kommen, um zu einer Zeit, da das jüdische Volk die unsagbare Tragik seines Schicksals stärker als je erlebt, da die verelendeten Juden weiter Landstrecken dem Haß und der Geringschätzung der Judenfeinde hilflos preisgegeben sind, das Münchener Publikum mit seinen „jüdischen“ Witzen zu unterhalten. Es ist zu hoffen, daß wenigstens das jüdische Publikum Münchens sich entrüstet von den Machwerken abwendet und — wenn es schon nicht verhindern kann, daß die Aufführungen überhaupt stattfinden — den Zuschauerraum denen überläßt, die sich an den „fremdartigen“ Aufführungen weiden werden — nämlich den Antisemiten. Aus dem österreichischen .Abgeordnetenhaus Am 16. Juli kam es im österreichischen Abgeordnetenhause zur lebhaften Erörterung eines besonderen Erlasses, der sich gegen gewisse Völkerschaften in der Donaumonarchie richtet. Hierbei sagte der Abg. Dr. Straucher: Hohes Haus! Alle jene, welche in diesem hohen Hause national fühlen und für ihr Volk ihr Bestes einsetzen, werden mich verstehen. Wenn ich heute das Wort ergreife, so geschieht cs deshalb, weil in dem inkriminierten Reservatbefehl nicht allein jene Völkerschaften genannt worden sind, die heute von den verschiedenen Kollegen namentlich bezeichnet wurden, sondern speziell die Juden. (Hört! Hört!) Der Erlaß datiert vom 10. März und lautet in seinem zweiten Alinea d (liest): „Juden, Italiener und Tschechen dürfen auf Wache in diese Kriegsgefangenen-OSfiziiersgruppe nicht kommandiert werden.“ (Hört! Hört!) Und zuletzt unter Alinea f heißt es (liest): „Scharfe, unauffällige Kontrolle der jüdischen Wachmannschaft, sowie aller minderverläßlichen Elemente der Wachmannschaft...“ usw. Dieser Reservaterlaß ist an die Lager-Kommandos der Kriegsgefangenenlager vom inspizierenden Generalmajor Urban gerichtet. Meine Herren! Die gleiche Erregung und Erbitterung, die gleiche Empörung, die sich Ihrer von den anderen Nationalitäten und Volksstämmen bemächtigt, hat sich auch meiner bemächtigt. Wir von der völkisch-jüdischen Richtung, die wir unser Volkstum, unsere Volksart, unsere Eigenart, unsere Nationalität ebenso hochhalten und ebenso pflegen wie Sie die Ihrige, wir haben das bestimmte Empfinden, daß uns durch diesen Befehl ein schweres Unrecht angetan worden ist. Es wäre aber auch ein Wunder gewesen, wenn irgendeine gehässige Verfügung erlassen würde und die Juden davon nicht betroffen worden wären, denn an odiosen Maßregelungen partizipieren wir immer. (Zustimmung.) Das ist die wahre — allerdings fragwürdige Gleichberechtigung, die heute Seine Exzellenz, der Herr Minister des Innern, mit einer trefflichen Bemerkung gestreift hat. Es ist bekannt, daß in dem gegenwärtigen Kriege neben den Ukrainern und Polen im Osten unseres Reiches speziell die Juden am meisten und schwersten gelitten haben; denn schon von Haus aus sind ja die Russen böse Verfolger der Juden. Die Verfolgung der österreichischen Juden durch die Russen hat aber auch in ihrem österreichischen Patriotismus seinen Grund, da die Russen wußten, daß die österreichischen Juden eine stets verläßliche Stütze Österreichs bilden. Deshalb haben wir Juden auch in diesem Weltkriege unsere Pflicht und Schuldigkeit für die Monarchie im vollsten Maße erfüllt, in keinem Belange stehen wir hinter den staatstreuesten österreichischen Völkern zurück. Umso ungerechter und empfindlicher trifft uns die Verdächtigung. Mit Feuer und Schwert hat ein rücksichtslos grausamer Feind die Bevölkerung Galiziens und der Bukowina, im besondern aber die unglückliche Judenschaft heimgesucht. Die grundlose, willkürliche Beschimpfung der Juden in dem Reservatbefehle ist leider nicht eine vereinzelte Erscheinung. sondern ein Glied einer ganzen Kette gehässiger Maßnahmen gegen die Juden. Meine Herren! Sie kennen die Namen der Infanterie- Regimenter aus Ostgalizien und aus der Bukowina, so das 9., 24., 45., 10., 41. und 77., des 22. Landwehr- Regimentes und so fort, welche sich in der letzten Zeit in der zehnten Isonzoschlacbt ganz hervorragend ausgezeichnet und unsterbliche Heldentaten verrichtet haben, daß ganze Abteilungen aufgerieben wurden und verbluteten. In diesen Regimentern waren es hauptsächlich Ukrainer und Juden sowie tschechische Truppen im 24. (Kolomea), mit fast 60 Prozent Juden, durchschnittlich über 30 Prozent Juden, die einen beispiellosen Opfermut entwickelt haben. Und da wagt man es, unseren jüdischen Soldaten einen unauslöschlichen Schimpf anzutun? Ich kann Ihnen auch den Autor dieses Befehls sagen, es ist dies General Urban und der Befehl datiert aus Oberösterreich (Wels) und aus Innsbruck. Seit wann haben die Herren Generale das Recht, die Völker Österreichs zu qualifizieren, oder gar zu disqualifizieren und zu zensurieren? Kommt das in irgend einem Staate der Welt noch vor? (Bravo! Bravo!) Aber wir haben noch andere Dinge erlebt. Als unsere Truppen in Russisch-Polen einzogen, da hat man Aufrufe erlassen und diese Aufrufe in der nun verpönten jüdischen Schrift und Sprache veröffentlicht. Man hat der Judenschaft die Befreiung zugesichert. Man hat ihnen gesagt, man werde ihre nationale Eigenart, ihre Religion, ihr Volkstum respektieren und ihnen politische Freiheit bringen. Kaum hatten sich aber die Österreicher in Russisch-Polen etabliert, so wird den jüdischen Ul UUU 1V1UUUI) Fraunhoferstr. 29 :: Telephon 24540 Inhaber: Bruno Müller, Konzertmeister a. D. Schüler von: Prof. Dr. Joseph Joachim, Prof. Dr. Carl Reineoke, Prof. Dr. Heinrich Bellermann und Hofoperndirektor Gustav Mahler. Gesangs - Unterricht für Hausgebrauch, Chor, Konzert u. Bühne (Oper u. Operette, Klavier, Violine, Orgel, Cello usw.) Unterricht in allen praktischen und theoretischen Fächern (Harmonie, Kompositions- und Instrumentationslehre, Kontrapunkt, Fuge usw. einschließlich Musikwissenschaft) von den ersten Anfängen an bis zur künstlerischen Reife für Kinder und Erwachsene. (Kinder werden vom 6. Lebensjahre an aufgenommen) Prüfung, Auskunft und Einschreibung kostenlos.

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