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Das jüdische Echo · 1917-08-03 · 31 (3.8.1917) · p. Seite 344

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
31 (3.8.1917)
Date
1917-08-03
Page
Seite 344 (sequence 8)
Language
German
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344 Das Jüdische Echo Nr. 31 persönlichen Angriffe Verwahrung ein und betonen, daß sie in seinen Werken niemals irgendwelche Verunglimpfungen sondern nur die iedem Dichter freistehende Satire gegen lächerliche oder unerfreuliche Erscheinungen der Zeit gefunden haben. Univ.-Prof. Dr. v. Aster und Frau. K. Botschafter Graf Bernstorff. Frau Pastor F. Külpe. Univ.-Prof. Dr. Artur Kutscher. Heinrich' Mann. Dr. Kurt Martens. Frau Adele v. Moser. Hermann Frhr. v. Riese-Stallburg. Tilla Freifrau v. Roeder-Diesburg. Dr. med. Frhr. A. v. Schrenk-Notzing. Prof. Dr. H. Uhde-Bernays. Frank Wedekind. Felix Edler v. Weingartner. Die Sache hat für uns insofern Interesse als sie einen neuen Beweis für das Übergreifen des Antisemitismus auf künstlerisches Gebiet liefert. Eine Umfrage. Aus Petersburg wird gemeldet, daß die Konferenz der russischen Zionisten den Beschluß gefaßt bat, jeden einzelnen Juden zu befragen, wie er sich zur Frage einer jüdischen Heimstätte in Palästina stellt. Eine ähnliche Umfrage ist in polnischen Städten veranstaltet worden. Ein jüdischer Soldatenrat. In Moskau wurde ein „Verein der jüdischen Soldaten der Moskauer Garnison“ gegründet, der am 3. Juni eine Versammlung hielt, um über die Schaffung eines Rates der jüdischen Soldaten im russischen zu beraten. Da festgestellt wurde, daß der jüdische Soldat besondere Bedürfnisse hat, die vom allgemeinen Soldaten- und Arbeiter-Rat nicht befriedigt werden können (besonders Abwehr des Antisemitismus im Heere und auf kulturellem Gebiet), wurde der Antrag nach heftiger Debatte angenommen. . Autonomie in Rußland. Aus Stockholm wird berichtet, daß der Kongreß der Arbeiter und Soldaten für die nationale Autonomie der Völker Rußlands eintritt, ihre Durchführung jedoch der Konstituante vorbehält. Die nationalen Minderheiten sollen vor Unterdrückung beschützt werden. Das Russische soll1 Staats- und Rechtssprache sein, aber die Gerichtshöfe müssen die Volkssprachen verstehen. Auf Vorschlag des Bundisten Lieber wurde beschlossen, diese Prinzipien auch auf die Juden anzuwenden. Die Judenfrage auf der Stockholmer Konferenz. Am 26. Juli fand in Stockholm eine Konferenz des gemeinsamen Komitees des holländisch-skandinavischen Auschusses und des Petersburger Arbeiterrates mit den fünf Abgesandten des poalezionistischen Verbandes statt. Jüdische Gemeindepflichten in Polen. Die jüdische Gemeindeverwaltung in Warschau hat eine Denkschrift abgefaßt, in der sie ausführt, daß die jüdischen Gemeinden nicht verpflichtet seien, für die Heilung der Juden hi den allgemeinen städtischen Spitälern aus ihren Mitteln zu bezahlen, wie die polnischen Magistrate, gestützt auf ein altes zarisches Gesetz, verlangen. Der Zionismus in England, Am 20. Mai fand in London eine Konferenz der englischen Zionisten statt, an der Delegierte aus England, Irland, Schottland und Wales teilnahmen. Der Vorsitzende. Prof. Dr. Weitzmann, wies auf die Sympathien hin, welche der Gedanke des Zionismus bei den Regierungen findet, und erklärte er sei ermächtigt mitzuteilen, daß auf Grund dieser Sympathien im gegebenen Zeitpunkt eine Unterstützung der zionistischen Bestrebungen erfolgen werde. Ferner hätten die höchsten katholischen Kreise erklärt, daß sie der Schaffung einer jüdischnationalen Heimstätte in Palästina sympathisch gegenüberstehen. Herr Boris Goldberg teilte mit, daß die provisorische russische Regierung erlaubt habe, an Hilfsgeldern 300 000 Rubel für die palästinensischen Juden zu überweisen. Der Pogrom in Leeds. Aus London wird berichtet, daß der Minister des Innern durch das Parlamentsmitglied J. King befragt wurde, ob er einen vollständigen Bericht über die antisemitischen Ausschreitungen in Leeds empfangen habe und eine Erklärung abgeben werde, wer an den Unruhen schuldig, wie groß der Schaden und die Zahl der Verwundeten sei. Sir George erwiderte, daß er einen Bericht mit allen verlangten Einzelheiten erhalten habe. Er erachte es indes für unnötig, ihn zu publizieren oder eine Erklärung abzugeben. Die Unruhen seien durch die Polizei unterdrückt worden und der Polizeichef erwarte nicht, daß sie wiederholt würden. Der Universität Cambridge hinterließ vor einigen Monaten eine Dame die Summe von L 1000.— als Stipendium für Studierende der arabischen Sprache. Nach der ausdrücklichen Bestimmung der Erblasserin sollten von dieser Spende Juden ausgeschlossen sein, selbst wenn ihre Leistungen sie dazu berechtigten. Infolge dieser Bestimmung lehnte die Universität die Annahme der Spende ab. Damit der Universität aber der ausgesetzte Betrag nicht verloren gehen solle, setzte sich die Redaktion des „Jewish Chronicle“ für die Sammlung einer Summe in gleicher Höhe ein. E ist ihr nunmehr gelungen, dem Vizerektor der Universität einen Scheck über L 1000.— zur Errichtung eines Stipendiums für Leistungen im Arabischen zu übersenden. Palästinahilfe in England. Mit Genehmigung der britischen Regierung ist in England eine große Palästina-Hilfs-Aktion eingeleitet worden. Die Sammlung, die unter der Leitung des „Londoner Zentral- Komitees“ veranstaltet wird, hat bisher den Betrag von 500 000 Franken ergeben. In allen jüdischen und englischen Zeitungen werden vom Hilfskomitee Aufrufe an die Juden Englands erlassen, die gemeinschaftlich von Hermann Landau, dem Präsidenten des Zentral-Komitees, Dr. Ch. Weizmann, als Vorsitzenden des Palästina-Hilfs-Komitees, und Ernest Main, als Schatzmeister des Zentral-Komitees gezeichnet sind. Die erste größere Rate ist bereits nach Palästina überwiesen worden. Eine amerikanische Kommission. Aus New York wird berichtet, daß das States Department eine besondere Kommission eingesetzt hat, welche nach Europa entsandt wurde, um die Ansichten, der europäischen Regierungen zur Frage der Zukunft Palästinas und damit im Zusammenhang zu den jüdischen Forderungen festzustellen. Dieser Sonderkommission gehören die Herren Henry Morgenthau, Lewin-Epste’in und Professor Felix Frankfurter (von der Havard-Universität) an. Die Kommission ist inzwischen in Europa eingetroffen. Die jüdischen Frauen Amerikas. Der Wunsch der jüdischen Frauen Amerikas, aktiven Teil am amerikanisch-jüdischen Kongreß zu nehmen, fand seinen Ausdruck in der Nominierung von 16 Frauen unter den Delegierten von Groß-New York.

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