Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 31 (3.8.1917)
- Date
- 1917-08-03
- Page
- Seite 343 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 343 rer Zusammenfassung) nach Berufsabteilungen gliedern und den Prozentanteil derselben berechnen. Mün ehen Bayern Deutschland absol. relativ abso1. relativ absol relativ A — — 4 0,1 4 0,1 B 95 17,7 252 17,7 380 17,0 C 356 65,9 945 65,1 1452 65,0 D 2 0,1 7 0,2 8 0,2 E 88 16,3 247 17,1 396 17.7 Summe 541 100,0 1455 100,0 2240 100,0 Wir finden eine auffallende Homogenität der Gebiirtigkeitsgruppen nach Berufsabteilungen. Es sind offenbar — dies gilt aber nur für die deutschen Juden — weniger in der Herkunft der jüdischen Bevölkerung liegende, als lokale Gründe (besonders die Eigenschaft Münchens als geistiges Zentrum), das die berufliche Gliederung der Juden bestimmt. Also nicht das Milieu des Herkimftsgebietes, sondern dasjenige des Einwanderungsgebietes ist maßgebend. Macht sich vielleicht bei der sozialen Schichtung ein Unterschied zwischen den in München Geborenen und den aus dein übrigen Deutschland cingewanderten Juden bemerkbar? Folgende Tabelle gibt uns hierüber Auskunft. Absolute Ziffern: a) Selbständige b) Angestellte c) Arbeiter a) Selbständige b) Angestellte c) Arbeiter So ’E-g ja =3!3 <n u v o >, ZS u o o <e Ä-3 406 414 600 130 72 100 135 52 88 671 538 788 59 309 614 16 62 130 3 38 88 78 409 832 in Prozenten: 60,5 77,0 76,05 75,6 75,7 73,8 19,3 13,35 12,07 20,0 15,0 15,6 20,2 9,65 11.27 3,9 9,3 10,6 100 100 100 100 100 100 Die soziale Schichtung ist hiernach bei den in München geborenen Juden anders als bei den eingewanderten deutschen Juden. Bei diesen ist der Prozentanteil der Selbständigen, bei jenen der Prozentanteil der Angestellten und besonders der Arbeiter größer. Vor allem mag der geringere Anteil der Selbständigen bei den in München Geborenen durch die geringere Relativzahl der Berufslosen (s. o.), veranlaßt sin. Betrachten wir nämlich die Berufsabteilungen gesondert, so finden wir nur im Handel eine verschiedene soziale Schichtung der Gebiirtigkeitsgruppen, während bei den übrigen Berufsabteilungen die Schichtung ähnlich ist. So machen bei den in München Geborenen die im Handel Selbständig Erwerbstätigen 22% der Erwerbtätigen aus, bei den im übrigen Südbayern (hauptsächlich Kreis Schwaben) und in Nordbayern Geborenen dagegen 29% bezw. 24%4) Bei diesen meist von kleineren Städten und ländlichen Großgemeinden eingewanderten Juden ist eben das selbständige Geschäft Tradition. 4) Absolute Ziffern: Ca. in München geboren 145 „ im übrigen Südbayern geb. 159 „ in Nordbayern geb. 188 „ in der I^heinpfalz geb. 12 „ im iibr. Süddeutschl. geb. 127 „ in Norddeutschland geb. 148 Ca. in Deutschland geb. 779 Es ist also vor allem die eingeborene Münchener Bevölkerung diejenige, bei der die neuzeitliche Tendenz der Abkehr von der Selbständigenkategorie zum Ausdruck kommt. Ob hierzu eine verschiedene Altersschichtung (Zuzug vom Lande und aus den kleineren Städten bei den Juden hauptsächlich im vorgeschrittenen Alter), das verschiedene Maß der Frauenerwerbstätigkeit u. dgl. beitragen, kann hier unbeantwortet bleiben. Welt-Echo Schulbeginn in Bayern. Auf Veranlassung des Distrikts-Rabbiners Bamberger in Würzburg erging nachfolgende Ministerial-Entschließung an die Rektorate der sämtlichen höheren Lehranstalten, einschließlich der städtischen höheren Handelsschulen und der militärberechtigten Privatanstalten in Bayern: „Das Schuljahr 1917/18 beginnt gemäß §11, Abschnitt I der Schulordnung für die höheren Lehranstalten am Dienstag, den 19.September. Da am 17. und 18. September das israelitische Neujahrsfest gefeiert wird, ist auswärtigen israelitischen Schülern, die nicht dem Schulorte so nahe wohnen, daß sie am 19. September 1. J. bei Benutzung der Bahn noch zum Vormittagsunterrichte rechtzeitig eintreffen können, auf Ansuchen zu gestatten, daß sie erst am 20. September beim Unterricht erscheinen“. Die Meyrink-Hetze. Der Schutz-Verband Deutscher Schriftsteller sendet den Zeitungen mit der Bitte um Veröffentlichung folgenden Protest: Gegen den in Starnberg lebenden Dichter Gustav Meyrink richten seit Wochen gewisse Blätter heftige Schmähungen, die auf seine vor 12 Jahren erschienenen satirischen Novellen zurückgreifend den Anschein zu erwecken suchen, als sei Gustav Meyrink ein Schädling der deutschen Literatur, als habe er „die deutschen Frauen teuflisch verhöhnt“ und „Modergestank“ um sich verbreitet. Dabei scheint die regelmäßig wiederkehreiide Behauptung, Meyrink sei Jude — er ist weder Jude noch stammt er von Juden ab — zugleich eine Art antisemitischer Hetze gegen ihn in die Wege leiten zu wollen. Die Unterzeichneten, die Gustav Meyrink als Menschen von lauterster, vornehmster Gesinnung kennen und als einen unserer hervorragendsten Erzähler hochschätzen, legen gegen jene niedrigen röofjlfeile i KiinftIer=po|tltarten | firtb bie l(3ugenb''=lpoftharten. 3)ie Sammlung kumfaßt 152 uerfdjiebene harten uttb 28 Kriegs* r IS TSokftarten, alles farbige <333iebergaben nad) in ber £ «1 mtündjner „3ugenb" neröffentlidjten 3eid)nungen. p- 2roß grofjer ißreisfteigerimgen in ber <?)er= J ftellung Ijaben mir ben alten Ißreis oon §1 10 Pfennige für jebe Körte beibeljalten, fo baf) bie „3ugenb"=ipo[tharten fjeute 3 öie biitigften Künftlertarten J finb. Glluftr. ^eqeidjniffe oerfenbet koftenfrei ber jj D er I a g b er „3ug en 6" 9Jiünd)en,2effingftraEiel