Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 30 (27.7.1917)
- Date
- 1917-07-27
- Page
- Seite 331 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 Das Jüdisphe Echo 331 ^Subvention ö S3SF-* 5daB;?iK?■ ® 'ictiend zu ^er Evakuie enwird kor >tand der Ev h schlecht b f das Fürsi •Mge unter hnsrungen. schnell ve i und derje niederlager n zur Ver "n Transpc ich deshal «je von K e Arbeit« anderen an Wege Arbeitsu Der san an enn dei granten eine &■ ingerichtet, unbedingt unter r der fünfte Tel: häftigt werde; Durchschnitt von 40 Cts. pro Tag und Kopf die dringendste Fürsorgearbeit zu bestreiten. Um die augenblicklich notwendigen Gelder aufzubringen, mußte sich das Fürsorgekomitee an die Kolonien, Institutionen und Einzelpersonen wegen der vorläufigen Deckung seines Budgets durch innere Anleihen und Spenden wenden. Im Hinblick auf die aus dem Ausland verlangten und erwarteten Hilfsgelder konnten auf diese Weise zunächst die notwendigen Summen aufgebracht werden. Die Bemühungen des Fürsorgekomitees fanden auch dadurch eine Unterstützung, daß sich die Kolonisten in Galiläa bereit erklärten, die Erntearbeiten an die Flüchtlinge zu vergeben. Soweit die Flüchtlinge mit diesen Arbeiten nicht vertraut sind, wurde beschlossen, Arbeiter, die die Arbeit kennen und sich dafür eignen, an die Spitze von Arbeitergruppen zu stellen und diesen Arbeiterführern die Arbeiten bei den Kolonisten auf Akkord zu übergeben. Ein besonderes Augenmerk hat das Fürsorgekomitee bei seiner Reise durch Galiläa der Erziehung der Flüchtlingskinder gewidmet. Man bemühte sich um die Unterbringung der Kinder in den bestehenden Kolonieschulen, die bestehenden Schulräume wurden vergrößert und Lehrer angestellt. An den Orten, wo keine geeigneten Räume zur Verfügung stehen, werden Zelte errichtet werden müssen. Der letzte Bericht ist vom 20. Juni dadiert. Er behandelt die Lage im ganzen Lande. In Jaffa halten sich diesem Bericht zufolge über 50 Juden auf. Die Zahl der Araber, die sich zur Zeit in Jaffa auf halten, beträgt ungefähr 3000. Eine beträchtliche Zahl von ihnen hatte, wie bekannt, die Stadt nicht verlassen, andere hatten sich in die benachbarten Orangerien verzogen und waren von hier aus nach und nach in die Stadt zurückgekehrt. Genaue Zahlenbestimmungen sind aber sehr schwer. Nach Lage der Dinge stehen neue Evakuierungen nicht bevor. Das Gerücht über die Räumung von Haifa ist völlig unbegründet. In den letzten Wochen sind keine größeren Abwanderungen aus Jerusalem und den Kolonien vorgekommen. Da in den Kolonien nur Landwirtschaft treibende Bevölkerung Zurückbleiben durfte, mußten, wie bereits früher gemeldet worden ist, einige hundert unbemittelte Einwohner, welche sich Aufenthaltsscheine nicht beschaffen konnten, die Kolonien wieder verlassen. Den Ausweis der bisher eingegangenen Spenden für das Hilfswerk in Palästina veröffentlichen wir auf der 3. Umschlagseite. Weitere Spenden nimmt das Bankhaus J. L. Feuchtwanger München (Postscheckkonto 552) entgegen. Die Juden in ObeivOst und die Juden in Polen. Warschau, im Juli 1917. Nach der Mitteilung über die nationale Gleichstellung der Juden in Ober-Ost ist es angebracht, die Lage der Juden in Ober-Ost mit der Lage derer in Warschau im politisch-rechtlichen Sinn zu vergleichen. Gleich zu Beginn des Krieges, sofort nach dem Einmarsch der deutschen und österreichischen Armeen in Polen, erließen die Armeeoberkommandos beider Heere eine Proklamation an die jüdische Bevölkerung, worin es unter anderem heißt: „Unsere Fahnen bringen euch Recht und Freiheit: bürgerliche Gleichberechtigung, Glaubensfreiheit, die Möglichkeit ungestört auf allen Gebieten des ökonomischen und kulturellen Lebens nach eurer Art zu schaffen“. Dieses Prinzip der bürgerlichen und nationalen Gleichstellung ist in Ober-Ost wenigstens offiziell durchgeführt worden. Anders verhalten sich die Dinge im Gouvernement Warschau. Die Verwaltung in Warschau steht wohl auf dem gleichen Standpunkt wie die in Ober-Ost. Die Juden haben sich davon durch manche Tatsachen überzeugt. Die Wahlen zu den Stadträten haben auf Grund des Proporz stattgefunden, um auch den Juden die Möglichkeit zu geben, eine entsprechende Zahl Ratsmänner zu wählen, ohne majorisiert zu werden. Auf dem Gebiet des Schulwesens ist die Antwort des Kaiserlich-Deutschen Polizei-Präsidiums an die jüdische Gemeinde vom 14. Dezember 1915 bezeichnend, in der sich das Polizei-Präsidium auf den Standpunkt der jüdischen Bevölkerung stellt und schreibt: „Die Schulverwaltung wird dafür sorgen, daß die städtische Verwaltung eine größere Anzahl jüdischer Schulen mit der Unterrichtssprache im Jargon eröffnet“. Die gleiche Ansicht hat die offiziöse „Deutsche Warschauer Zeitung“ in einem Artikel vom 3. Dezember 1915 betr. „Die Sprachenfrage in den Volksschulen Polens“ zum Ausdruck gebracht, wo sie, vom pädagogischen Standpunkt aus, die Anwendung der jidischen Sprache in den jüdischen Schulen befürwortet... Leider ist die Verwirklichung dieser Grundsätze nicht konsequent durchgeführt worden. Die Polen haben klar und deutlich der deutschen Verwaltung zu erkennen gegeben, daß sie die Juden als Nationalität nicht ansehen wollen, und durch ihre Taten haben sie bewiesen, daß sie auch die bürgerliche Gleichberechtigung nicht verwirklichen wollen. Anders gesagt, die Polen wollten den Anschein schaffen, daß die „Aktivität“ der Polen erst dann ersprießlich sein wird, wenn die deutsche Verlag: „£)ie 2Öe(f*£tferafur* C©aft$er G. & 4>M$) 2Xün#ett 2 k