Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 29 (20.7.1917)
- Date
- 1917-07-20
- Page
- Seite 325 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 325 . niithin der Qe zeu rechte WeilUt „K nati0. Uo e r uien en würde, der \^eine de i£vu ruiei1 SJ® der sroßet ebie‘et und dal he. df des bekannd« Kulturkon- 1 etwa 200 Deichvereine, 60 111 hebräischer 1 Md anderen istitutionen beiert der gleiche zwischen der :hstums. Das niang, sondern irklichkeit veres Wortes. Die >ende und sich Wankens, der an. Alle seine )gar sein Land :ets bleibt ihm s beständigen ist die hebrätgenommen in ermögen nicht ert er das Gehte. ren Söhnen in wie eine Mutehentuch küßt, mehr als Ab-; verschiedene ig fremder als ng, die eine lationale Veralen Sprache, uden der alelie durch die verloren geeil derjenigen n, die bereits hatten, Nach Assimilation •tauschen der ■ he. Mendel-. bei ins Deutmehr Bibel-; ti die fremde; neinzutragen. viele Völker eit aller Völahe ist, kann anzupassen. noch viel gefährlicher werden. Wer weiß ob wir nicht auch Ukrainer mosaischer Religion bekämen? Anzeichen dieser Knechtschaft sind bereits vorhanden; es werden schon Tempel gebaut für ein neues goidnes Kalb: es gibt schon Knechte, die hinter dem Triumphzuge der neuen Götzen laufen. Wo soll ein Platz übrig bleiben für den jüdischen Volksgenius, da unsere geistigen Kräfte in so vielen Sprachen zerbröckelt sind? Unsere Jugend, sogar diejenige, die den Schekel zahlt und ihrem Volke Treue schwört, steht doch geistig Tolstoi und Turgenjew näher als Jesaja oder Jeremija. Ihre nationale Liebe ist zweifelhafter Natur, weil man nicht lieben kann, was man nicht versteht. Die Vielsprachigkeit ist auch schuld an dem Mangel fortgesetzter intensiver nationaler Kultur bei den Juden. Jüdische Schriftsteller mit vollwertiger und feinfühlender Seele müssen ihre Zuflucht zu anderen Literaturen nehmen, die eine Einheit ihrer geistig fortgesetzten Tätigkeit und Entwicklung auf weisen. In Bezug auf die jüdische Sprache wollen wir uns nicht mit den wenigen Schriftstellern befassen, die aus volkstümlichen und anderen Gründen die hebräische Sprache mit der jüdischen vertauscht und somit die Grundlage unserer nationalen Existenz vielleicht unbewußt und unverschuldet untergraben haben, wir wollen vielmehr von denen reden, die den Vorzug des Hebräischen vor dem Jüdischen nicht anerkennen. Ihre Beziehung zum Hebräischen ist passiv, so müßte es auch unsere Beziehung zum Jüdischen sein. Wir haben nicht das Recht, der jüdischen Sprache den Krieg zu erklären und ihr einen Todesstoß zu versetzen, wir müssen uns nur ihrer bedienen, um in das Volk Wissen hineinzutragen und es zu unseren Idealen zu erziehen. Wir müssen hierin die Wege unserer früheren Geschlechter gehen, die ihren Kindern religiöses und nationales Wissen aus der Urquelle beibrachten und sich dazu des Jüdischen als Unterrichtssprache bedienten. Allen gläubigen, von nationaler Liebe und Kulturkraft durchdrungenen Anhängern des Jüdischen, die die Bedeutung des Hebräischen anerkennen, wollen wir hilfreich die Hand reichen. Für uns jedoch ist die hebräische Sprache Selbstzweck, und nur ihr wollen wir unsere ganze Kraft widmen. Jetzt, da die Frevelherrschaft gestürzt ist und über dem russischen Lande die Fahnen der freien Völker flattern, soll da unsere Fahne mit der Aufschrift „Der einzige Gott und die hebräische Sprache“ fehlen? Oder sollten wir einziehen in unser Vaterland mit einer Stange ohne Fahne? Wir müssen unsere aufgelebte nationale Sprache mit uns in das Land unserer Väter bringen, weil in ihr der Kern unserer nationalen Zukunft verborgen ruht. Resolutionen der Misrachi* Konferenz. Auf Grund der Referate und der Aussprache auf der Misrachi-Konferenz in Warschau (siehe Nr. 28 d. Bl.) wurden u. a. folgende Resolutionen angenommen: 1. Anerkennend, daß eine normale Existenz laut Gesetz und Glauben nur in Palästina möglich ist, beschließt die Konferenz: a) Die Vereinigung mit den übrigen Teilen des jüdischen Volkes in allen Ländern in der zionistischen Forderung nach Schaffung eines öffentlich-rechtlich gesicherten Heimes in Palästina auf Grund der Anerkennung der historischen Rechte des jüdischen Volkes auf sein altes Vaterland durch die ganze kulturelle politische Welt, b) Gleichzeitig fordert die Misrachi-Konferenz bürgerliche und nationale Rechte für die Juden in allen Ländern. 2. In Anerkennung der Wichtigkeit des jetzigen historischen Augenblicks beschließt die Konferenz: a) in allgemeinen politischen Angelegenheiten zusammen mit der zionistischen Landesorganisation zu gehen, b) In politisch-gesellschaftlichen Fragen in Polen hat das misrachistische Zentral-Komitee zusammen mit der zionistischen Landes-Organisation in Polen Beschlüsse zu fassen. Die örtlichen misrachistischen Komitees in allen polnischen Städten müssen in lokalen Fragen zusammen mit dem „Waad Haironi“ Beschlüsse fassen. Alle Gelder für den Nationalfond, die in den polnischen Städten von den misrachistischen Vereinigungen gesammelt werden, müssen dem Zentral- Komitee in Warschau abgeliefert werden zum Zwecke der Überweisung an die zentrale Landesinstitution für den jüdischen Nationalfond in Polen. 3. Die Konferenz verpflichtet alle Mitglieder des „Misrachi“, als Vertreter in die Gemeindeverwaltungen solche Juden zu wählen, die sich zu der jüdischen Religion und jüdischen Nation positiv verhalten. 5. Die hebräische Sprache als eine nationale Sprache für das jüdische Volk anerkennend, beschließt die Konferenz, die hebräische Sprache als Unterrichtssprache für die jüdischen und allgemeinen Lehrfächern einzuführen. Wo dies aus technischen und pädagogischen Gründen nicht möglich ist, soll Jüdisch die Unterrichtssprache sein. 6. Protestresolution. Die erste Konferenz der zionistisch-orthodoxen Federation „M israchi“ protestiert energisch gegen die Juden, die aus nationalem Verrat öffentlich erklären, daß das Judentum nur eine religiöse Sekte bilde. Die Konferenz ist überzeugt, daß nur die Anerkennung der jüdischen Nationalität die religiösen und nationalen Rechte der Juden sichern kann. 7. Die Konferenz drückt den Wunsch aus. der Nationalfond möge besondere Marken mit Abbildungen der bekannten zionistischen Persönlichkeiten drucken lassen. 9. Das Zentral-Komitee soll einen ganzen Plan für eine große kolonisatorische Aktion in Palästina ausarbeiten In das Zentral-Komitee wurden 20 Vertreter gewählt. darunter die Rabbiner von Gombin, Wlozlawek und Plozk. Differenzen in der Berliner Jüdischen Gemeinde. Die Repräsentanten der Berliner jüdischen Gemeinde, die eine konservative Haltung im Judentum leinnehmen, 'und ihre Stellvertreter haben sämtlich ihre Ämter niedergelegt. Den Anlaß hierzu bot die Wahl des religiös sehr weit links stehenden Dr. B. Kellermann zum Gemeinderabbiner. Zur Bekämpfung des Antisemitismus in Rußland hat der Kongreß der Arbeiter- und Soldatenräte eine Entschließung angenommen. Die Entschließung tadelt die judenfeindliche Agitation, in der eine neue Gefahr für die revolutionäre Bewegung erblickt wird, und fordert von jeder De-