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Das jüdische Echo · 1917-07-20 · 29 (20.7.1917) · p. Seite 321

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
29 (20.7.1917)
Date
1917-07-20
Page
Seite 321 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 321 mit C" “? °^'LL en Schl, ^t°r en Schwesi Bnen und A :r Leitung Klub: ■-Abend, eben. k0i Mädchen erinnen «werk begliche ß es wird j PPelt, gezeii Jebrauch; e m>t Serin1 und da he' is Heims, den ist. Mädch m u b e n i nach Be< teressenk ehandelt 7 die iüd ird mus he Lege selbst, a rt habei Vertra injjen s ihrem iothe Its dischei nmermonaten mester beide Heiterschaft und danach aben. rache wurde en geltende frühem Alter mit dem Erziehungsmittel zu beginnen, welches in der jüdischen Jugendbewegung in Deutschland so viel Gutes geschaffen hat: mit dem Wandern. Dem freundlichen Entgegenkommen des Herrn Stern verdanken wir die tief im Walde bei Mühlenbeck gelegene Jagdhütte, die wir in unser „Waldheim“ umgewandelt haben, und in der Raum für ein Strohlager für ungefähr 20 Kinder ist. In den Sommerferien wohnte wöchentlich eine Kameradschaft mit einem Helfer in Mühlenbeck, während wir mit den Mädchen — einmal auch mit einer kleinen Gruppe der im Beruf stehenden — mehrtägige Wanderungen machten. (Der „Ifftus“ hatte uns in gastfreundlicher Weise sein wunderschönes Landheim in Schönwalde zur Verfügung gestellt.) Auch im Winter werden Sonntagswanderungen und Eerienfahrten nach Mühlenbeck beibehalten. Das Jugendlesezimmer ist für Kinder im Alter von 6—14 Jahren bestimmt und wurde im vergangenen Sommer eifrig benutzt. Da der Zuspruch im Winter bedeutend gewachsen ist. wurde ein zweites Lese- und Spielzimmer für die jüngeren Kinder eingerichtet. Zur Bekämpfung der Schundliteratur trägt unsere sorgfältig ausgewählte Jugendbücherei erheblich bei, da die Kinder an den Nachmittagen, an denen sie weder Handwerksuntericht noch Kameradschaftssitzung haben, meist das Lesezimmer benutzen. Der Musikunterricht. Wer nur einige Stunden im Volksheim weilt, erfährt, wie eng das Leben bei uns mit Musik verknüpft ist. Kaum ein Kameradschaftsnachmittag, der nicht mit Musik begonnen oder beendet wird. Heute, wo kaum Zeit gefunden wird, das Alltagslebens durch eine wertvolle Steigerung des Lebensgefühls zu unterbrechen, scheint uns die Musik ein besonders wesentlicher Erziehiingsfaktor zu sein. Hierbei kehren wir naturgemäß zur Volksmusik zurück. Neben dem alten deutschen Volksliede pflegen wir mit großer Liebe das jüdische, welches unzweifelhaft stärker als das deutsche Lied zu den erst einige Jahre in Deutschland lebenden jungen Menschen spricht und zum unmittelbaren Ausdruck ihrer Seele wird. Die Liebe zum jüdischen Volke, das nationale und das soziale Zusammengehörigkeitsgefühl wird durch nichts anderes intensiver wachgerufen und gefestigt. Mehrere Kinder erhalten Unterricht in Geige- und Gitarrespiel. In absehbarer Zeit werden wir ein kleines Heimorchester zusammenstellen können und hoffen, daß die Beschäftigung mit guter Musik auf die jungen Menschen, die dann Mitglieder des Lehrlings- oder Lehrmädchenklubs geworden sind, guten Einfluß ausüben wird. Während die jüdische Bevölkerung unserer Straßen an der Musik viel Freude hat, steht sie der bildlichen und hausgewerblichen Kunst vollständig beziehungslos gegenüber. Da jede sichtbare Kunst ihr gleichgültig ist, wendet sich ihr Geschmack im Gegensatz zum übrigen Großstadtproletariat auch nicht mit Vorliebe dem Großstadtkitsch zu, was zur Folge eine weniger starke Verbildung des Kunstsinnes und daher bessere .Erziehungsmöglichkeiten haben mag. Wir glauben den Sinn für Schönheit besonders durch eine einwandfreie Ausstattung der Volksheimräume zu wecken, in denen die Kinder und jungen Leute ja einen beträchtlichen Teil ihres Lebens verbringen. An den Unterhaltungsabenden, die vorläufig zweimal im Monat an den Sonntagen stattfinden, versammeln sich beim Tee die Eltern und Nachbarn, Arbeiter, Lehrmädchen, die älteren Kinder der Kameradschaften, Helfer und Helferinnen und Freunde unserer Arbeit. Besonders die jüdischen Feste bieten zu derartigen Veranstaltungen Anlaß. Zu Purim und Chanukah wurde ein Puppenspiel aufgeführt. Nachstehend wird das Programm eines solchen Abends wiedergegeben: I. 1. Joh. Seb. Bach: Komm, süßer Tod. 2. Mozart: Menuett (Violine und Klavier). II. Rezitation aus den jüdischen Schriften von Scholem Alejchem. III. Jidische und hebräische Volkslieder: Die Sun is oifgegangen Schlof, mein Veigele Du, Meidele, du schein’s Vun Spanien trog ich mein Zimebel aher Der Rebbe, der Rebbe. der heiliger Mann Maaße wigdi, maaße wigdi u. a. gesungen von Arbeitern, vom Mädchen- und Knaben-Chor. An diesen Volksabenden fühlt man schon etwas von dem die Klassen- und Heimatsgrenzen aufhebenden Zusammengehörigkeitsgefühls eines Volkes wohin ja unsere Arbeit im Grunde zielt. Wenn sich auch unser Hauptziel nach unserer Erkenntnis darauf richten muß, speziell die Jugendlichen zu einer mit dem Heim verwachsenen Menschengruppe zusammenzufassen, so versuchten wir doch, auch das Leben unserer Nachbarn und das der Mütter unserer Kinder — die Väter sind zum größten Teil im Heeresdienst — fester an das Heim zu binden. Für sie veranstalten wir spezielle M ii tterabende. An diesen Abenden wurde über die Pflege des Kindes im ersten Lebensjahre, hygienische Erziehungsfragen, sowie hauswirtschaftliche Probleme gesprochen. Ein Nähabend vereinigt die Mütter wöchentlich einmal im Heim, an dem sie aus dem vorhandenen Material für ihre Kinder zweckmäßige Kleidung fertigen. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft der 1 Kennen Sie die „Jugend"!I die weitverbreitete Münchener illustrierte Wochenschrift? Wenn nicht, dann verlangen Sie kostensrei eine Probenummer oder sür 50 Pfennig einen Probeband, damit Sie sich augenscheinlich von dem reichen Inhalt dieser Wochenschrift für Kunst u. Humor überzeugen. Heeresangehörigen können Sie keine größere Freude bereiten, als ihnen für Mk. 3.20 ein dreimonatl. Feldpost-Abonnement cinweiscn zu lassen, denn die „Jugend" ist anerkanntermaßen das beliebteste und ver- 3 breitetste buntillustrierte Blatt im Felde. Bei IT Einsendung dieses Betrages nebst genauer Feldadreffe besorgt auch der Verlag die Einweisung beim Feldpostamt. Bezugspreis durch Buchhandl. oder Postanstalt Mk. 5.50. Verlag der „Jugend", München, Lessingstr. 1

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