Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 28 (13.7.1917)
- Date
- 1917-07-13
- Page
- Seite 314 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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314 Das Jtidische Echo Nr. 28 zusammen mit anderen jüdischen Organisationen Englands in nächster Zeit einen jüdischen Kongreß einberufen. Der jüdische Kongreß in England. Die sozialistisch-territorialistische Partei in England, hat ihren Anschluß an den geplanten jüdischen Kongreß erklärt. Auf einer der Kongreßfrage gewidmeten großen Versammlung in London, die durch die Nationale Union für jüdische Rechte am 24. Juni abgehalten wurde, erklärte Dr. Krug, der Führer der sozialistischen Territorialisten, daß auch seine Partei nunmehr Palästina als eine absolute Notwendigkeit für die Lösung der Judenfragen anerkenne. Juden in der Vorbereitungskommision für die Konstituante. An der „Besonderen Beratung“ der Kommission, die zu der Vorbereitungstätigkeit für die Konstituante eingesetzt wurde, nehmen nach „Nowoje Wremja“ folgende Juden teil: Als Vertreter der jüdischen Parteien: N. M. Friedmann, O. O. Grusenberg und W. A. Kantorowicz. Als Vertreter russischer Parteien: L. Bramson, M. M. Dobranitzki und N. W. Swiatitzki (Arbeiter- und Soldatenrat); dann M. M. Winower (Kadetten- Partei); J. A. Zederbaum, W. N. Krochmal (Sozialdemokratische Arbeiterpartei). M. W. Bernstamm (Nationalsozialisten)), M. W. Wischniak Sozialrevolutionäre) und schließlich juristische Sachverständige A. J. Halpern und W. M. Gessen. Rückkehr zum Judentum. Die russische Regierung hat festgesetzt, jeder Volljährige könne seine Religion beliebig ohne Zustimmung und ohne nachteilige Rechtsfolge wechseln. Diese Bestimmung hat zur Folge, daß sich Massen getaufter Juden in den Kanzleien der Petersburger und Moskauer Rabbiner drängen, die zu ihrer angestammten Religion zurückkehren wollen. Es kamen einzelne Personen und ganze Familien, die unter der alten Ordnung der Dinge gezwungen waren zum orthodoxen Glauben überzutreten. Unter ihnen befanden sich sehr viele Akademiker, zwei Professoren der Moskauer Universität und einige hohe Regierungsbeamte. Die Zahl der in den Schoß des Judentum Zurückkehrenden soll einige Tausend betragen. Revision des Beilis-Prozesses. Justizminister Perewersew hat der provisorischen Regierung einen Bericht über den Prozeß Beilis vorgelegt, mit der gleichzeitigen Forderung, daß gegen alle Richter und Rechtsanwälte, die sich an dem Prozesse beteiligt haben, Anklage erhoben werde, da der Justizminister bewußte Prozeßfälschungen entdeckt habe. Jüdische Offiziersaspiranten in Rußland. Durch die Aufhebung der früheren Ausnahmegesetze ist den russischen Juden nunmehr der Zutritt zu den Offizierskorps eröffnet worden. In den russischen Offiziersschulen haben bereits 2500 jüdische Zöglinge Aufnahme gefunden. Daß jedoch noch vielfache Widerstände bei der wirklichen Durchführung der jüdischen Gleichberechtigung innerhalb der Armee zu beseitigen sein werden, geht beispielsweise aus der Meldung Petersburger Zeitungen hervor, wonach die Offiziere eines gewissen Regiments im Hinblick auf die bevorstehende Bewerbung jüdischer Offiziersaspiranten den Beschluß gefaßt haben, keine jüdischen Offiziere in ihr Regiment aufzunehmen. Zeitungs-Echo Polnische Polizeigewalt. Warschau ist eine Weltstadt mit allem Lärm und Getriebe. Und wieviel Arbeit in einer so großen Stadt getan wird, das rechnen keine hundert Gelehrten an einem Tage zu Ende. Aber Warschau ist darum doch keine Arbeitsstadt. In Warschau regiert viel zu viel Leichtsinn und Feiersinn. „Von einem Volke von Faulenzern und Tagedieben“ sprach jüngst ein Schwede, der sich hier umsah. Doch das ist grausam und oberflächlich. Das heißt: falsche Maßstäbe anlegen und danach urteilen. Warschau ist die Stadt der unausgeglichensten Gegensätze. Es steht unter dem Zeichen der Unvollendung. Zu hart und klirrend gingen Gang und. Glanz der Geschichte über dieses Volk. Man kann ja zweifeln. Ob es der Wille des Volkes ist: arm zu sein und vom Nichtstun zu leben, oder sein Schicksal? Und dann denkt der moralische Europäer, daß ein Schicksal nie ganz unverdient die Menschen befällt. Aber oft liegen die Dinge anders als im Gewöhnlichen. Schon allein dies: an 400 000 Juden in sich aufzunehmen, — diese Aufgabe ist keiner anderen Weltstadt gestellt. Sollten da nicht Armut und Feiertag notwendig sein? Und Ghettoelend? Über dieses große Irrsal des Ghettos ist viel Unwahrheit gebreitet, wie über diese ganze Stadt. Wer wird sie einmal von ihr nehmen? Wer wird die Winkel mit Leben erfüllen und die Seelen mit Freude? Denn Jammer folgt hier den Wandelnden. Irgend ein Wesen klammert sich an dich, wenn du die üppigen breiten Straßen hinabgehst, klammert sich an deine Unerfahrenheit, klammert sich an dein Wissen und beschwätzt deine Ohren. Und gibst du nicht sofort, so hängt es sich noch Tausende Schritte weit an dich. So tief schauen hier die Menschen einem ins Auge. In irgend einer Ecke lehnt stumm ein Weib; ihren Säugling trägt sie wie ein pralles Paket geschnürt auf den Armen, eine der klaglos Jammernden. die unverwandt in die Vorübergehenden starren. Ihrer Zahl ist kein Aufhören. Auf den Treppenstufen der 100 Kirchen sitzen sie Tag und Nacht. Und doch gibt es Beter, die dem toten Opferstock drinnen lieber den Nickel spenden als den lebenden Leichen auf der Schwelle. In alten Liedern ist viel des Redens von Bettelleuten. siechen Greisen, die des Lebens Pfade nicht finden können, und wimmernden Kleinen, die des Lebens Kälte verdirbt. In Warschau bewegt man sich wie im Schein dieser alten Lieder. Fast kommt die Versuchung, von „prächtigen Typen“ zu sprechen. Der kleine Knirps — auf vier Jahre schätzt man ihn kaum —, der eifriger noch als die größeren Genossen über die Straßen trippelt und seine Zeitungen anpreist, unermüdlich und furchtlos. Und diesen „prächtigen“ Knaben beachtet keiner. Das ist zum Weinen und Fäusteballen. Daneben der ehrwürdige Graukopf, den ein schnurrbärtiger Miliziant mitten durch die Volksmenge prügelt. Schlu rfend weicht er der Macht,- er, der das einzige Verbrechen beging, wie einAlttestamentlicher gekleidet zu sein und einem Jesusjünger zu gleichen. Und jederfindet das Rechtens. daß in p bau sieht det ß“ jüdische runter 131 von Lodz mann im Eine spez iagsgewei spreng ns wurde, so dieses V< ger), Fakt luden, sei allen / Finanziere Jahrzehnt« rasch gew Beziehung herstellenc türlich Loi mit Bialy al Städten de genannten land, sond tot, Cha ist, daß d an der n Leistung b bis 12 l wurde di arbeitet.