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Das jüdische Echo · 1917-07-06 · 27 (6.7.1917) · p. Seite 306

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
27 (6.7.1917)
Date
1917-07-06
Page
Seite 306 (sequence 10)
Language
German
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306 Das Jüdische Echo Nr. 27 jüdischen Volkes in Ländern, in denen es in geschlossenen Massen lebt, freie Einwanderung der Juden und Kolonisation, besonders in Palästina. Diese Forderungen seien auf dem jüdischen Arbeiterkongreß in New York am 5. und 6. Sept. aufgestellt und würden auch von der amerikanischen Sozialistenpartei unterstützt. Der jüdische Kongreß in Amerika. Das Kongreßkomitee in New York kabelt dem jüdischen Korrespondenzbureau im Haag, daß die Wahlen zum Kongreß am 10. Juni unter außerordentlicher Teilnahme der jüdischen Bevölkerung stattfanden. 300 000 Personen gaben ihre Stimme ab. Zionistische Vereinigung für Polen. Am 3. Juni wurde auf Antrag der Herren H. Farbstein. Dr. P o r t n e r und Seidemann die Legalisierung einer Zionistischen Vereinigung für Polen bestätigt. Gegenwärtig bestehen in Polen ungefähr hundert zionistische Vereine, die unter einem Zentralkomitee, das seinen Sitz in Warschau hat, vereinigt sind. Es wird nunmehr eine ausgedehnte Tätigkeit entfaltet werden, um neue Vereine in den Städten und Städtchen zu organisieren, in denen es bis jetzt nicht möglich war, solche Vereine zu gründen. Es wird ferner eine Konferenz vorbereitet, die in zwei bis drei Monaten stattfinden soll, und auf der die Vertreter aller zionistischen Vereine des Landes die aktuellen zionistischen Fragen behandeln sollen. In Charkow ist ein hebräischer Theater-Verein gegründet worden. Es wurden bereits Theaterstücke von Tawiew und anderen aufgeführt. Der Verein plant die Gründung eines hebräischen Volkshauses, in dem hebräische Stücke aufgeführt werden. literarisches Echo Jüdischer Almanach. Im Herbste d. J. erscheint in polnischer Sprache ein Sammelbuch „Jüdischer Almanach“ mit einer Reihe literararisch-wissenschaftlicher Beiträge namhafer jüdischer Schriftsteller. Wie aus der Ankündigung zu ersehen ist, sollen hier Probleme des nationalen, ökonomischen und kulturellen Daseins des jüdischen Volkes im allgemeinen und desjenigen in polnischen Ländern insbesondere einer sachgemäßen Erörterung unterzogen werden. Durch eine entsprechende Verbreitung in allen polnischen Ländern, soll hier der erste Annäherungsversuch gemacht werden zwischen dem bis jetzt abgesondert lebenden Teile der Juden Galiziens und Russisch-Polens. Allfällige Zuschriften sind zu richten an den Verlag „Moriah“, Wien I, Ebendorferstr. 3/13. Max Weixfstorfer Nachfolger Inh.: HANS ASkM, München, Perusastrasse 4 Gegr. 1840 Tel. 22919 M ode-Waren Spezial-Abteilung für Damen-Putz Wiener Modellhüte sowie eigene Modelle Der gegenwärtigen Zeit entsprechende gediegene Ausführung und billigePreise Spezial-Abteilung für Trauerhüte — Besichtigung ohne Kaufzwang gerne gestattet — Motto: Preiswert 1 Stets das Neueste I Feuilleton Äus der Welt des Chassidim. Von Chaim Bloch. Delatyn. (Fortsetzung.) „Lechaiim — du sollst leben“ Nathan Simon von Suczawa, ein wahrer Büßender und treuer Anhänger des Rabbi Meier von Przemyslany, litt an Fallsucht, weshalb ihm das Fasten strengstens untersagt war. Nach ärztlicher Anordnung mußte er täglich morgens etwas essen, sonst drohte ihm ein Anfall. Einst verbrachte er den Versöhnungstag in Przemyslany. Am Rüsttage ließ ihn der Rabbi zu sich ins Gemach kommen und sprach zu ihm: „Nathan Simon, du weißt, daß wir von der heiligen Lehre verpflichtet sind, am Versöhnungstage in Frohmütigkeit uns zu kasteien. Ich weiß, daß du kein gesunder Mensch bist und die Ärzte dir das Fasten verboten haben. Doch bitte ich dich, am morgigen Tag nichts zu genießen bis ich es dir erlauben werde.“ Nathan Simon erwidert: „So werde ich es tun.“ Am Abend nach dem Kolnidre sagte der Rabbi zu Nathan Simon: „Heute Nacht wirst du ja ohnehin nicht essen und morgen werde ich dir schon sagen wann du essen darfst.“ Morgens kam Nathan Simon zum Rabbi und frug, ob er jetzt etwas essen dürfe, aber der Rabbi bat ihn, bis nach dem Brochugebet zu warten und so hielt er ihn jedesmal hin bis nach dem Ne'flagebet. Nathan Simon fastete den ganzen Tag. Als er am Abend zum Rabbi kam, gab dieser ihm ein Gläschen Branntwein und ein Stückchen Honigkuchen und sprach den Segen „Du sollst leben!“ Danach rüttelte ihn der Rabbi an der Schulter und sagte: „Nathan Simon! Das Heilmittel, das ich dir gab, wird wirksamer sein als alle Arzneien, die du von den Ärzten erhalten hast.“ So war es auch; Nathan Simon genaß vollkommen und die Fallsucht verließ ihn auf immerdar. Ein ehrwürdiger Tag. Ein Mann aus Szczerzec war kinderlos und pflegte deshalb häufig Rabbi Meier von Przemyslany um Rat zu bitten. Als dieser einmal über Sabbath in Przemyslany war, sprach der Rabbi zu ihm, „Fahre nach Sadagora zum Zadik von Rishin, um du einen Segen bekommen wirst, der bestimmt in Erfüllung geht.“ Er öffnete die Tischlade, entnahm ihr ein Schlüsselchen und öffnete mit diesem einen Schrank, wo er eine kleine Semmel von den 12 „Sabbath-Semmeln“ fand; diese dem Chassid übergebend, sagte er: „Ich gebe dir ein Zeichen mit, es ist eine Semmel von den 12 Semmeln; wenn du zum Rishiner kommst, übergib ihm diese und sage ihm, sie sei von meinen 12 Semmeln. Auch gebe ich dir noch ein Zeichen mit: Sage dem Rishiner, er gehe auf der Reichsstraße, ich aber auf dem Landweg, doch treffen wir an einem Punkte zusammen.“ — Als der Mann schon abgehen wollte, rief ihn der Rabbi zurück und sagte: „Ich gebe dir noch ein drittes Zeichen mit. Seit vierzehn Jahren kommst du zu mir, und deshalb sollst du das Vorrecht haben, am Sabbath den Gesang: „Dieser Tag ist ehrwürdiger als alle anderen Tage“ anzustimmen. Daher befehle ich dir, wann immer du beim Rishiner erscheinst, sollst du den Hymnus anstimmen und zu Ende singen“. Der Mann fuhr nach Sadagora und langte dort am Mittwoch an. Er meldete den Gaboim (wörtlich: Einnehmer, Verwalter, gemeint 'V-

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