Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 27 (6.7.1917)
- Date
- 1917-07-06
- Page
- Seite 305 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 305 ^Perst;ter Weise! Schließung- ■ ichte der e ,!.tlrer Maio ■lastinaiorde ' offenbar i nfracht im h derartig , Alexander ort wird. idlungs) 1 der Jüdischen «wn den Inder jüdischen gegenüber sich e erste Jahres- 'v York. Viele de teil. fen des Abends •nd ihren Qründas Heranbrehlichen Gesellten der Juden II: ..es ist möglelen Jahrzehnte^ hat, sehr ■ine Rede, die Redner vorge- >rium richtete, enden „an das ich Herr Schiit itet. Ich werde lein Herz eingleich über- Zuhörer: „Ich :inen von den Das erstemal der Gedanke: enes Heimatsdische Nation, ird, — zuersi Agnosticismus. n die jüdische o ein großes dische Kultur, em Vorbehalt Zionistenfeind dich geändert Jen folgenden altenen Rede. ger »n 1613 München. KottSmon Ioilungen mgebaui lahmen ungehindert durch den Materialismus der Welt, ihre schönen Ideale in alle Teile der Erde tragen soll. Dieses Heimatland ist natürlich Palästina.“ Dieses Ideal, führte Herr Schiff weiter aus, sei durch den Krieg der Verwirklichung näher gebracht. Der russisch-jüdische Kongreß. In Petersburg hat Mitte Mai eine Konferenz von Vertretern aller jüdischen politischen Parteien und Gruppen stattgefunden, zwecks Schaffung einer einheitlichen Organisation, die die Vorbereitung und die Einberufung eines Kongresses der russischen Juden in die Hand nehmen soll. Das Hauptthema der Debatte bildete der Antrag der zionistischen Vertreter, in das Programm des bevorstehenden Kongresses folgende zwei Punkte aufzunehmen: 1. Die rechtliche Lage der Juden in den anderen Ländern. 2. Die Palästina-Frage. Der Vertreter des „Bundes“ protestierte gegen die Aufnahme dieser beiden Punkte in das Programm. Der Bund glaubt, daß die Erlangung der Gleichberechtigung der Juden in den Ländern, in denen sie noch nicht durchgeführt ist, nur durch Kampf erworben werden kann und nicht durch die sogenannte Beeinflussung. Der Antrag trage einen rein platonischen Charakter. Andere Redner erklärten, den ersten Punkt wohl aufnehmen zu wollen, dagegen den Punkt betreffs Palästina ablehnen zu müssen, weil dadurch dem Kongreß ein Parteicharakter aufgezwungen würde. Ein anderer Antrag lautet dahin, daß der Palästinafrage kein besonderer Punkt gewidmet werde, sondern daß diese Frage in die Rubrik der anderen Länder aufgenommen wird, also: Polen, Palästina, Rumänien. Der Vertreter der Zionisten, Grünbaum, setzte in einem ausführlichen Referat auseinander, daß die Annahme dieser beiden Punkte in getrennter Form ein Gebot für die russische Judenheit darstelle. Es existiert eine einheitliche jüdische Nation, die in den verschiedenen Ländern zerstreut ist. Die Frage der Behandlung der Juden in diesem oder jenem Land ist eine Frage des gesamten Judentums. Um das russische Judentum kümmerte sich bis jetzt auch das gesamte Judentum. Die russischen Juden haben die moralische Pflicht, jetzt für die Juden einzutreten, die noch keine volle Gleichberechtigung genießen. Die amerikanische Judenheit hat in ihrer Gesamtheit diesen Standpunkt akzeptiert. Wie ist es möglich, daß in Rußland eine Konferenz zusammenkomme, ohne daß über die Leiden der Juden in anderen Ländern gesprochen werde? Auch in der Palästinafrage hat die amerikanische Judenheit beschlossen, diese Frage als einen besonderen Punkt zu behandeln. Man kann nicht Palästina unter die Rubrik aller anderen Länder zählen, da Palästina für uns von besonderer Art und von besonderem Interesse ist. Die Juden in Palästina sind nicht rechtlos, sie haben dort sogar nationale Rechte. In Palästina handelt es sich um die Kolonisation, um die Verwandlung dieses Landes in ein jüdisches Zentrum. Den Zionisten kommt es darauf an, die Frage von Palästina aufzuwerfen, nicht aber die Beschlüsse in ihren Einzelheiten zu beeinflussen. Die russischen Juden müssen dokumentieren, ob sie zu den Zionisten oder zu den Gegnern halten. Der bekannte Historiker S. Dubnow führte aus; daß die Frage der Juden in Polen behandelt werden muß, steht außer allem Zweifel. Schon das allein zwingt uns, das Problem der Juden in anderen Ländern auf unserem Kongreß zu besprechen. Daß man Palästina von dieser Debatte ausschließen will, ist sehr bedauerlich. Die weitesten Schichten unseres Volkes werden für dieses Verhalten kein Verständnis haben. Nach längeren Debatten gelangte eine Resolution zur Annahme, derzufolge auf dem Kongreß die Tagesordnung wegen der Lage der Juden in anderen Ländern — Polen, Palästina und Rumänien — angenommen wurde. Die Zionisten erklärten sich mit dieser Resolution zwar nicht einverstanden, erklärten sich aber bereit, weiterzuarbeiten in der Überzeugung, daß der Kongreß schon für diese Frage die richtige Sprache finden wird. Die Vertreter des „Bundes“ verließen die Beratung und erklärten, an den weiteren Arbeiten nicht mehr teilnehmen zu können. In Kiew fand eine Jüdische Distrikts-Konferenz von 8 Gouvernements mit 2 Millionen jüdischer Bevölkerung statt. 360 Delegierte nahmen teil. Angenommen wurde gegen 36 Stimmen des „Bundes“ die Resolutionen: 1. Eine Vorkonferenz einzuberufen und 2. in das Programm des russischjüdischen Kongresses die Forderung einzuschliessen, gelegentlich der Friedenskonferenz die nationalen und bürgerlichen Rechte für die Juden in allen Ländern, besonders in Rumänien und ein autonomes Zentrum in Palästina zu verlangen. Die Bundisten verließen darauf demonstrativ die Konferenz. Der Papst und die Zionisten. Einige Tageszeitungen bringen die folgende Nachricht: Wie der Secolo aus Rom meldet, hat der Papst in diesen Tagen in besonderer Audienz das Mitglied des zionistischen Aktionskomitees, Sokolow, empfangen. Der Zweck der Unterredung war, zu erfahren, welche Haltung der Vatikan gegenüber der Möglichkeit der Errichtung einer zionistischen Organisation in Palästina einnehmen würde. Der Papst drückte seine Sympathie für die Bewegung aus, und nachdem Sokolow versichert hatte, daß die Juden das Eigentum der Christen respektieren würden, soll er ausgerufen haben: „Wir werden gute Nachbarschaft halten!“ Ein jüdischer Kongreßi in England. Die Zionistische Federation Englands hat beschlossen, im Vereine mit anderen jüdischen Organisationen des Landes einen Kongreß der englischen Judenheit einzuberufen, der die Forderungen der Juden Englands gegenüber der Friedenskonferenz formulieren soll. i I Die amerikanische Abordnung für Stockholm. Der Holländisch - Skandinavische Sozialistische Ausschuß empfing am 20. und 21. Juni die amerikanische Abordnung bestehend aus Max Goldfärb, Vertreter der amerikanischen Sozialistenpartei, Boris R e i n s t e i n von der sozialistischen Arbeiterpartei von Amerika und Davidowitsch; von der sozialistischen Landespartdl der jüdischen Arbeiter in Amerika. Die Abgeordneten erklärten, sie seien nach Stockholm gekommen, um an der Internationalen Sozialistischen Friedenskonferenz teilzunehmen. Der Vertreter der jüdischen Arbeiter legte gewisse Sonderwünsche der Juden dar, nämlich Aufhebung der bürgerlichen, politischen und nationalen Beschränkungen der Juden, nationale Selbstverwaltung des