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Das jüdische Echo · 1917-06-22 · 25 (22.6.1917) · p. Seite 285

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
25 (22.6.1917)
Date
1917-06-22
Page
Seite 285 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 285 „"Sp K* H Jhan v°i n- Geizes, j )er Hilfsvere tür die a?rten üidiscf üsung gest( werden so] ,ften der ] Seit Kr alastina i rausgabt dringend "rist folg nicht ganz ires New tersburge erklärte e der V iand ge'w i Organ >Pit hab --—- V( e Zentrum d n der Assir iaher, erklä Zentrum in 1 geistige \\ üben wird, wieweit di ditischen L auf der ob Schiff hat irdischen Hilfs eit für die Be rsprechen, hat vollständige eine namhafte ts-Anleih Daily News zu lebhaften den. die nur ilizei unter ivarf Eisen chule, deren uch wurden n. Es han :egen russiniformindunden Juden;te zurück in das Heer rger. Von dieser Gern höheren r Gesamtmstfähigen den russi gemeldet Senator. Wie der bekannte Posten eines s Kriminalgerste jüdische Der Tempel der Gleichheit. Der jüdische Millionär Zibitowsky hat dem jüdischen Fond zur Errichtung eines Tempels der Gleichheit sein Privatbesitztum im Werte von 600 000 Rubeln und einen Scheck über 100 000 Rubel überreicht. Eine bedeutende Gans. Unter dieser Überschrift veröffentlicht die Prager „Selbstwehr“ folgende kleine Anzeige des „Prager Tagblatt“, 7. Juni 17: „Eine Dame, die für Salzstangln, Hochtouren, Einsamkeit, Lindt-Chokolade, Bubersche Mystik und kluge Menschen schwärmt, wünscht regen Briefverkehr mit Gleichgesinnten. Unter Chiffre „Reife Menschen 6—205“ an die Adm. d. BI.“ Die Chiffre meint die „Selbstwehr“ ist ein Irrtum. Es soll richtig heißen: „Reif fürs Irrenhaus.“ Was einigt die Konfessionen? In einer zahlreich besuchten Versammlung der „Freien wissenschaftlichen Vereinigung an der Universität Berlin“ sprachen kürzlich Pfarrer Nithack-Stahn und Geheimrat Cohen - Marburg über die Frage der Einigung der Konfessionen. Nithack-Stahn führte aus, daß es sich bei der Konfession um den tiefstinnerlichen Ausdruck einer Persönlichkeit handle. Nur dadurch, daß diese Konfession auch von anderen ergriffen und mithin ihres subjektiven Charakters entkleidet werde, könne überhaupt ein Streit der Bekenntnisse entstehen, um so mehr als die Wahrheiten dieser Bekenntnisse nicht logisch zwingend sein können. Gerade für die Deutschen, die tiefgründigsten Denker, klaffen die Risse zwischen den ^Bekenntnissen am tiefsten deshalb, weil wir an der Last unserer Geschichte schwer tragen. Sowohl die geographische Lage, die Deutschland zu einem Krater im doppelten Sinne des Wortes macht, wie der „Eigensinn“ des zum Radikalismus neigenden Deutschen, läßt es gerade in der Bekenntnisfrage wohl schwer zu einer Einigung kommen. Endlich hat sich durch Überlieferung gerade bei uns eine eigenartige Verbindung zwischen den herrschenden Schichten und einem ganz bestimmten Bekenntnis hergestellt. Einigen kann die Konfession weder ein Auslöschen ihrer Unterschiede, noch eine „NatmvReligion“ sefn, dagegen ist eine Einigung möglich auf den Gebieten, gegen die die Bekenntnisse indifferent sind, vor allen Dingen im Staatsleben. Welche Erklärung des Staatsbegriffs man auch als richtig annimmt; jeder kann heute seine Pflichten gegen ihn, ungeachtet des Bekenntnisses, erfüllen, aber der Staat allein kann eigentlich nur Reibungen der Bekenntnisse ausschalten. Das eigentlich Einigende muß die Sittlichkeitslehre geben, die hinter allen Religionen steht: die Humanität. Eine weitere Einigungsmöglichkeit liegt im Glauben, der allen Religionen eigen ist: in dem Gefühl der „schlechthinigen Abhängigkeit“ von Gott, das die positive Duldsamkeit der Bekenntnisse untereinander zur Folge hat. Nithack-Stahn ist der Überzeugung, daß der Weltkrieg zur Einigung der Bekenntnisse beitragen wird, da er allen die gleichen Pflichten auferlegt hat, ihre Staatsbürger- ■ pr"$r- Miiiwlwn T‘&°" i j Israel. Mterpenslonal! I Frau Apotheker RothseMId Ww. I liehe Gesinnung bestärkt und in der Kameradschaft des Schützengrabens sie geneigter gemacht hat, gegeneinander Duldsamkeit zu üben. Entgegen der Anschauung des ersten Vortragenden, daß nicht eine Vermischung der grundlegenden Unterschiede der Bekenntnisse, sondern die höchste Herausarbeitung ihrer wesentlichen Bestandteile zur Einigung führen werde, bekennt sich Geheimrat Cohen zu der Überzeugung, daß der Weg dazu von dem Gedanken der Aufklärung seinen Ausgang nehmen müsse. Er bewies, daß dieser Gedanke schon vor dem 18. Jahrhundert gerade in deutschen Geistern wie Nicolaus von Cusa lebendig gewesen wäre; von ihm stammt der Ausspruch: Die Juden, die den Scheiterhaufen für ihr Bekenntnis nicht scheuen, glauben an ein ewiges Leben; auch sie haben also Christus! Von ihm beeinflußt hat dann Jean Bodin, obwohl selber Protestant, die jüdische Religion der christlichen gegenüber in Schutz genommen. Die Aufklärung, die man mit Unrecht als eine unhistorische Aufassung angesehen hat, ist nach Cohen die heftigste Feindin einer absoluten Religion: sie tritt für ihre Entwicklungsfähigkeit ein und bekennt sich gerade dadurch zu einer geschichtlichen Auffassung! Nach einem heftigen Angriff gegen den Pantheismus zeigt Cohen, wie falsch es sein würde, den Religionsunterricht in den Schulen durch einen Moralunterricht zu ersetzen; einmal würde man den Rückschritt zu den alten Klosterschulen machen und die Kirche statt der Wissenschaft als alleinige Hüterin des Religionsunterrichts hinstellen. Dann aber würde man auch so die Bekenntnisse nicht einigen können, da es nicht eine, sondern viele unter sich verschiedene Sittlichkeitslehren gäbe. Cohen erwartet also eine Einigung der Bekenntnisse auf dem Wege der Aufklärung über die Toleranz zur Humanität, dem schönsten Ausdruck deutschen Geistes. Jüdische PrivatbrieSe aus dem Jahre £619. (Fortsetzung.) Ein regelmäßiger Bestandteil der Adresse ist die Verwünschungsformel, welche den unbefugten Erbrecher des Briefes mit dem „Banne unseres Rabbi Gerson“ bedroht. (Buxt. 55 ff.) Das Format der Briefe wechselt vom Kleinfoliobogen bis zum winzigsten Einlagszettelchen. Die auf Foliobogen geschriebenen wurden der Höhe nach sechsmal und dann der Breite nach dreimal zusammengefaltet, und dann das eine Ende in die Öffnung des anderen gesteckt (wie dies noch bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts vor der allgemeinen Verbreitung der Briefumschläge üblich war), so daß der geschlossene Brief ein Format von etwa 8,5 cm Breite und 6,5 cm Höhe hatte. Dann wurde er mit einem oder zwei Siegeln geschlossen. Kleinere Briefe wurden nur dreimal zusammengefaltet, so daß sich ein Format von etwa 6,5 auf 4 cm ergab. Dasselbe winzige Format zeigen die Briefe des Frankfurter Fundes von 1585. Der Grund war wohl der, daß man dem Boten ein wenig umfangreiches Paket einhändigen wollte, das er bequem tragen (hatte man doch immer die Gefahr des Abfangens im Auge) und leicht verbergen konnte.

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