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Das jüdische Echo · 1917-06-22 · 25 (22.6.1917) · p. Seite 283

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
25 (22.6.1917)
Date
1917-06-22
Page
Seite 283 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 283 der nationalen Selbstbestimmung aufzurollen, dagegen soll die Reorganisation der jüdischen Gemeinden den ersten Punkt der Tagesordnung bilden. Auch die Beziehung der russischen Juden zu einem internationalen jüdischen Kongreß soll auf dem Kongreß besprochen werden. Diesen Anschauungen entgegnete der Vertreter der demokratischen Gruppe G. Landau, der die Behandlung aller Fragen des jüdischen Lebens auf dem Kongreß forderte. Im Namen des Bundes forderte M. Rates die ausschließliche Behandlung nationaler Fragen auf dem Kongreß. Im Namen der nationalen Partei vertrat M. Mandel die Ansicht, daß der Kongreß die Frage der nationalen Autonomie, die Forderungen an die russische Gründungs-Versammlung, die Frage des inneren Judentums und die Stellung des russischen Judentums zu den übrigen Juden behandeln soll. Die meisten Vertreter standen auf Seiten der Zionisten, die ein weitgehendes und uneingeschränktes Programm für den zukünftigen Kongreß forderten. Resolutionen wurden von der Versammlung nicht gefaßt. Zur Ausarbeitung eines Programms für den Kongreß wurde eine Kommission bestehend aus 9 jüdischen Parteien gewählt. Protest der Wflnaer Jüdischen Studentenschaft. In einer Versammlung der Wilnaer jüdischen Studenten, in der die Zurücksetzung der jüdischen Studenten in den Warschauer Hochschulen zur Sprache kam, wurde folgende Protestresolution angenommen: „Mit Schmerz und Zorn haben wir die Nachrichten von den letzten Geschehnissen in der Warschauer Universität und dem Polytechnikum vernommen. Das reaktionäre Treu ben der polnisch-akademischen Jugend befremdet uns. Mit tiefem Bedauern stellen wir fest, daß die Mehrzahl der polnischen Studentenschaft ihren jüdischen Kollegen gegenüber die frühere russische Politik der „Schwarzen Hundert“ treibt, die im schroffsten Gegensatz zu den Idealen der Gerechtigkeit, des Fortschritts und der Kultur steht, in deren Namen sie zur politischen Vereinigung Polens an die Menschheit appelliert. Mit größter Bestürzung vernahmen wir das Verhalten eines Häufleins jüdischer assimilatorischer Studenten, die das schändliche Auftreten der polnischen Studenten knechtisch unterstützte. Aufs schärfste protestieren wir gegen die schändlichen Beschlüsse der polnischen Studenten.“ Welt-Echo Das Jüdische Korrespoudenzbureau im Haag wandte sich an die russische Regierung unter Hinweis auf die Tatsache, daß bisher die jüdischen Forderungen in keiner offiziellen Note oder Erklärung über die Friedensbedingungen erwähnt wurden, mit dem Ersuchen, ihre Haltung gegenüber auf die Friedenskonferenz gerichteten jüdischen Wünsche zu bestimmen. Darauf empfing das Bureau folgendes Telegramm, datiert vom 24. Mai: „Die provisorische Regierung überläßt es dem jüdischen Volk, nach seinem Belieben zu bestimmen, ob es sich als konfessionelle Einheit ooer Nationalität betrachten muß. Die Regierung wird sich beglüchwiinschen sich die Mitwirkung dieser Nation an dem Werke der internationalen und sozialen Regeneration der Menschheit zu sichern. Tretschenko, Minister für auswärtige Angelegenheiten Rußlands, Nr. 9097.“ Konferenz in Kiew. Das Abendblatt der „Frkt. Ztg.“ vom 2. Juni brachte folgende Mitteilung: Stockholm, 1. Juni. (Priv.-Tel.) Aus Kiew wird gemeldet: die dortige jüdische Landesversammlung erklärte die jüdische Nationalität als eine öffentlich-rechtliche juristische Person und forderte für alle Juden die persönliche, nationale Autonomie, sowie eine besondere jüdische Volksvertretung in Rußland auf Grund des gleichen und geheimen Wahlrechts. Über diese jüdische Konferenz erhielt das Kopenhagener Bureau der Zionistischen Organisation fönendes Telegramm aus Petersburg: „Aus Kiew, wo die jüdische Konferenz von acht Gouvernements mit 2 Millionen jüdischer Bevölkerung stattfand, erreichte uns folgendes Telegramm: Jüdische Distriktskonferenz, 360 Delegierte aus acht ukrainischen Gouvernements zählend, nahmen 3 Resolutionen unter Hedarufen und Hatikwahgesang gegen 36 Stimmen des „Bund“ an, eine Vorkonferenz einzuberufen und in das Programm der rußländischen jüdischen Konferenz die Forderung einzuschließen, daß bei der Friedenskonferenz die nationalen und bürgerlichen Rechte für die Juden in allen Ländern, besonders in Rumänien und ein autonomes Zentrum in Palästina verlangt wird. Daraufhin verließen die Bundisten demonstrativ die Konferenz. Zionistisches Distrikts-Bureau“. Die Internationale Kulturkonferenz, die am vorigen Sonntag in Bern tagte, beschäftigte sich u. a. auch mit der Judenfrage. Vertreten waren 28 Vereine aus den kriegführenden und neutralen Ländern, welche die Erreichung des Selbstbestimmungsrechts aller Völker als Endziel ihrer Bestrebungen aufstellten. Als Vertreter der Zionistischen Organisation war Herr J. K 1 a t z k i n erschienen. Auf seinen Antrag hin sprach die Konferenz sich für Me volle Gleichberechtigung der Juden aus, ferner für die Gewährung nationalkultureller Rechte in allen Ländern, in den Juden eine beträchtliche Minderheit bilden und für die Anerkennung der Rechte der Juden auf ein öffentlich-rechtlich gesichertes Gemeinwesen in Palästina. 1 Wohlfeile | |KünftIer=poparten{ sind die „Lugend"-Posikarten. Die Sammlung k* 2 umfaßt 152 verschiedene Karten und 28 Kriegs- 4*1 Pokstarten, alles farbige Wiedergaben nach in der *4 Münchner „Jugend" veröffentlichten Zeichnungen, j*- H Troß großer Preissteigerungen in der Her- -I stellung haben wir den alten Preis von 10 Pfennige für jede Karte 3 beibehalten, so daß die „Lugend"-Postkarten heute I die billigsten Künftlerfarten f Z sind. LIlustr. Verzeichnisse versendet kostenfrei der; Verlag der „Jugend" § München, Lessingstraße 1

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