Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 24 (15.6.1917)
- Date
- 1917-06-15
- Page
- Seite 271 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 271 gen haben, daß die Regierung oder andere Behörden es für notwendig hielten, den Gebrauch der hebräischen Buchstaben in der Korrespondenz zu verbieten. Wir wissen nur. daß in Ostgalizien und der Bukowina, wo die Juden keine andren Schriftzeichen kennen, es für sie überhaupt kein Mittel gibt, mit ihren Angehörigen und geschäftlich zu korrespondieren, wenn die Postzensur alle ihre Briefe mit dem Bemerken „Jüdisch verboten“ unterdrückt. Wir wissen auch, daß verschiedene Anfragen an das Ministerium gerichtet wurden, die das Ministerium keiner Antwort gewürdigt hat. Man weiß daher nicht, ob diese Bestimmung von der obersten Behörde oder von subalternen Beamten herrührt“. Die Kopenhagener Spitzel-Affäre. In Kopenhagen erregen die Spitzeldienste, die der Agent Korsakow der russischen Ochrana leistete, großes Aufsehen. Er hatte die Berichterstattung der russischen Blätter zu überwachen und sandte der „Nowoje Wremja“ falsche Nachrichten. Außerdem stand er mit dem Führer der Schwarzen Hundert- Markow II. in nahen Beziehungen. Nunmehr ist er von den in Kopenhagen wohnenden Anhängern der provisorischen Regierung entlarvt worden. Über eine Versammlung russischer Juden soll er in so verleumderischer Weise berichtet haben, daß dieser Bericht von dem inzwischen abgesetzten General Skalon als Vorwand für Pogrome benutzt wurde. Die Kopenhagener Juden haben sich an den Minister Kerensky mit der Bitte gewandt, Korsakow wegen seiner Verleumdungen gegen die Juden gerichtlich zu belangen und auch die „Nowoje Wremja“ und „Vetschernia Wremja“ zu verklagen. Die Judenfrage auf der Stockholmer Konferenz. Die im Haag erscheinende „Jüdische Arbeiterkorrespondenz“ schreibt: Das jüdische Proletriat erwartet, daß die Stockholmer Konferenz bei der Beratung über die nationalen Probleme, deren Lösung unvermeidlich geworden ist, den nationalen Forderungen des jüdischen Volkes, wie sie in dem Programm des Amerikanisch-Jüdischen Kongresses in den Beschlüssen des Jüdischen Arbeiterkongresses in New York, in der Denkschrift des Jüd, Soz. Verbandes Poale Zion an die Internationale zum Ausdruck kommen, die gebührende Achtung zuwenden wird. Wir dürfen wohl von der Internationale verlangen, daß sie die jüdischen Minderheiten in verschiedenen Ländern gegen gewaltsame Entnationalisierung und: nationale Entrechtungen wirksam schützt, daß sie unseren arbeitsuchenden Massen die Freiheit der Ansiedlung und nationalen Konsolidierung in und um Palästina sichert. Die Hoffnung ist begründet, daß sich die Mehrheit der Sozialistischen Parteien auf diesen Standpunkt steifen wird. Es ist nunmehr die Aufgabe der jüdischen sozialistischen und Arbeiterorganisationen, ihre Fraktionsdifferenzen in diesem Augenblick weltgeschichtlicher Entscheidungen zurückzustellen und dem jüdischen Volke seine nationalen Rechte zu verbürgen. Der „Bund“. Am 22. April fand eine Sitzung der Mitglieder der jüdischen Arbeiterpartei (Bund) statt. Es wurde über die Parteikonferenz Bericht erstattet. Die Konferenz beschloß, daß im Interesse der freien nationalen Entwicklung des russischen Judentums ein Zentralorgan der jüdischen national-politischen Autonomie (ein jüdischer „Sejm“) geschaffen werden müsse. Dieses Organ hätte den kulturellen Bedürfnissen der Juden (Schulen, Theater, Museen, öffentliche Fürsorge, soziale Hilfe usw.) sein Interesse zu widmen. Die Konferenz drückte den Wunsch aus. daß alle jüdischen Arbeiterparteien zu einer Partei verschmolzen werden sollen; es wurde beschlossen, an dem russisch-jüdischen Kongreß teilzunehmen. Der jüdische Kongreß in Rußland. In der letzten Nummer von „Jewreiskaj Jisn“ gibt A. Grünbaum in einem „Der allgemeine russisch-jüdische Kongreß“ betitelten Aufsatz eine klare Aufstellung der Grundlagen und des Programmes des Kongresses. Er führt aus, daß im Jahre 1905 nur einige wenige jüdische Persönlichkeiten die Forderung eines allgemein jüdischen Kongresses in Rußland aufgestellt haben, daß diese Forderung dann im Jahre 1906 von den Zionisten in Helsingfors erhoben wurde, und daß heute sich alle jüdischen Parteien Rußlands in der Forderung der sofortigen Einberufung eines solchen Kongresses einig sind, sogar der „Bund“, der dem Kongresse den in Helsingfors festgelegten Namen einer „Nationaltagung“ gibt. So stark hat sich das russische Judentum in den letzten 11 Jahren nationalisiert... Der Kongreß soll vor allen Dingen die Form der Organisation des russischen'Judentums festlegen und die Forderung dieser Organisierung dann vor der künftigen Gründungsversammlung erheben .... Der Kongreß soll ferner die Forderungen des jüdischen Volkes an den künftigen Friedenskongreß präzisieren. „Wir russischen Juden, die nunmehr befreit sind, müssen ebenso wie es die amerikanische Judenheit bisher getan hat, kämpfen für die Durchführung der Gleichberechtigung der Juden, wo sie noch nicht gewährt ist. Wir russischen Juden, die das Hauptzentrum des Judentums sind, dürfen nie vergessen, daß auf uns die Pflicht ruht, alle Hoffnungen zu unterstützen, die die Juden auf Palästina hegen.“ Konferenz des hebräischen Sprachyerbandes. Am 23. April1 hat in Moskau eine Konferenz des hebräischen Sprachverbandes Chowewe Sfath Ewer stattgefunden. Es referierten Herr Hillel Slatopolsky (Programm des Sprachverbandes). Ch. N. Bialik (Nation und Sprache), Dr. Joseph Klausner (Jüdische Erziehung außerhalb der Schule), Dr. M. Glücksohn (Hebräische Presse), Zemach (Hebräisches Theater), Dr. Mohilewer (Hebräisches Lehrerseminar); eine Reihe anderer Referenten behandelte die Frage der Organisierung hebräischer Schulen, Herausgabe hebräischer Kinderliteratur usw. Der bekannte Moskauer Industrielle Herr S. Persitz berichtete über die Organisation des hebräischen Sprachvereins und seine finanziellen Hilfsmittel. Ferner wurde behandelt die Frage der Organisierung eines hebräischen professionellen Lehrer-Verbandes und die Einrichtung von Abendkursen und Sabbathschulen. i tKgf. ‘Bayer. ‘Porzeffan* i!TRanufafctur ‘Rympßenburg y {Hauptnieder[age QTlßncßen: Qdeonsplafi 1 {Kunst“ u. ßuxusgegenstände, Tafel*, bessert*, H {Kaffee* u. Teegeschirre, Figuren, Gruppen etc. Bnacß aften (Rymph enburger Original, fflodetten. {Außerdem neue Formen und FHodelle nach Gnt* H würfen erster Flün ebner {Künstler. 3K6Xc)s>rasx3<57rc>!etsxsss!SXc)ssrasT!rasxc>s>3Sxsst