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Das jüdische Echo · 1917-06-15 · 24 (15.6.1917) · p. Seite 267

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
24 (15.6.1917)
Date
1917-06-15
Page
Seite 267 (sequence 3)
Language
German
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267 Bezug auf «SB iS Sen wimei U^ens befe ,eitein Wö, den! y -w-ähren/w' rurde sich : neuüche Sleichbere Men, erw diesem 1 'entlieh a )koll als ■urieren.“ neuen P und sie Haitun her, a ihrer 1 'osen d in ihi Men. Anseur Jüdischen imiianten Be- Punkt ihres i mit einem Hauptlosuns Wahlen wird n. Auch die bereits übet llen beraten tei zu grün!, die wede: uda hoortho ill sich aucl n polnische Nr. 24 Das Jüdische Echo lassen worden ist. Der Stadtpräsident gab auf diese Interpellation, die als dringlich eingebracht wurde, die Erklärung ab, daß die Kandidaten der Stadtmiliz versichern müßten, daß sie den Milizdienst nicht verlassen werden, eine Versicherung, die die jüdischen Kandidaten abzugeben doch keine Möglichkeit hätten. Es habe kein einziger jüdischer Kandidat versichern wollen, daß er seinen Dienst unter allen Umständen, ohne Rücksicht auf die Sabbate und jüdischen Feiertage, erfüllen werde. Deshalb seien die Juden nicht zum Milizdienst zugelassen worden. Im Warschauer Stadtrat« In der Sitzung des Warschauer Stadtrats vom 19. Mai kam die Frage der jüdischen Handwerker in Warschau zur Sprache. Der polnische Ratmann Rudnitzky behauptete, das jüdische Handwerk bestehe eigentlich nur aus Schundarbeit. „Das sehen wir — sagte Rudnitzky — an der Bijouterie, an der Pelzverarbeitung und allen anderen sogenannten „Warschauer Artikeln“, von denen die Geschäfte auf der „Marschalkowska“ und der „Neuen Welt“ angefüllt sind. Der Jude sieht in seinem Handwerk keinen festen Beruf. Er versteht nur, mit ein bißchen Arbeit rasch ein paar Rubel zu verdienen, um Geschäfte machen zu können. Der polnische Handwerker dagegen ist stolz auf sein Fach und seine Zunft. Er kennt keine anderen Hoffnungen und sein Streben ist nur, sich in seiner Arbeit zu vervollkommnen und ein gutgearbeitetes Stück abzuliefern. Juden haben aber hier und in Litauen den Handel mit maschinengefertigten Schuhen entwickelt und der Export dieser Schuhe nach Rußland hat die Summe von 20 Millionen Rubel jährlich erreicht. Das Ende war, daß der Handel, da die jüdischen Schuhe schlecht gearbeitet waren, zurückging und Wien und Berlin mit Polen zu konkurrieren begannen.“ Der Redner berief sich auf die Gesetze von 1816, nach denen Pfuscher in die Zünfte nicht aufgenommen werden dürfen. „An der jüdischen Gemeinde in Warschau existieren jetzt schon fast 30 Jahre hindurch Werkstätten, die eine Unmenge Geld kosten und nicht schlecht geführt werden, weil die Instruktoren Christen sind. Und doch haben sie keinen Nutzen gebracht. Bei mir hat sich ein Zögling dieser Schulen beklagt, daß seine Erziehung der Gemeinde ungefähr 6000 Rubel gekostet habe und daß er, wenn man ihm diese Summe in bar gegeben hätte, damit ein Geschäft hätte eröffnen können. So ist es in der Regel. Betrachtet doch einmal die Liste der jüdischen Kandidaten in der 4. Kurie! Ihr seht hier Advokaten, Doktoren, Journalisten, Bankiers, Kaufleute, aber keinen einzigen Vertreter der jüdischen Handwerker.“ Hierauf wies der jüdische Ratmann Hirschhorn darauf hin, daß die Forderung, die der Ratmann Trusker auf der letzten Sitzung gestellt hatte, sehr berechtigt ist. „Auf diese bescheidene Forderung erhielten wir die Antwort, daß es überhaupt keine jüdischen Handwerker gebe. Es wäre unter unserer Würde, das jüdische Handwerk zu verteidigen und zu beweisen, daß es jedenfalls nicht schlechter ist als das polnische. Wer nur etwas mit der polnischen Geschichte vertraut ist. weiß, welche bedeutende ökonomische Rolle die jüdischen Handwerker in Polen gespielt haben. Was wir heute über das jüdische Handwerk hörten, hören wir bei jeder Gelegenheit, wenn nur die Rede auf Juden kommt. Bitten jüdische Literaten und Journalisten um eine Subvention wie sie die polnischen erhalten, so verweigert man sie ihnen; versucht man zu erinnern, daß polnische Theater eine Subvention bekommen, während die jüdischen ihrem Untergang zugeführt werden, so erhält man dieselbe Antwort: Die jüdische Literatur ist keine Literatur, das jüdische Theater ist kein Theater, der jüdische Handwerker ist kein Handwerker. Dann sollte man wenigstens konsequent sein und auch sagen, daß das jüdische Geld kein Geld sei. Wenn ihr den Juden nichts gebt, so nehmt von ihnen auch keine Steuern. Man beschuldigt die jüdischen Nationalisten des Separatismus. So weit es sich dabei um unser Recht auf ein eigenes Kulturleben handelt, leugnen wir das nicht ... So wenig wir uns germanisieren oder russifizieren lassen wollen, so wenig wollen wir von den Polen verschlungen werden. Von einem wirtschaftlichen Separatismus aber haben wir niemals wissen wollen. Für den ökonomischen Wohlstand des Landes wollen wir zusammen mit euch arbeiten und da darf kein Unterschied zwischen Christ und Jude gemacht werden. Der Redner wies weiter darauf hin, daß die Polen vor der Welt eine andere Sprache führen und die polnischen Organe im Ausland stets zu beweisen suchen, daß in Polen alles in Frieden lebe. Nachdem Ratmann Rupiewitz nochmals in einer Rede behauptet hatte, daß es in Polen keine jüdischen Handwerker im vollen Sinne des Wortes gebe, ergriff der jüdische Ratmann Trusker das Wort zu einer wirksamen Verteidigung des jüdischen Handwerks, wobei er sich auf ein genaues Material stützte. „Ihr laßt“, sagte er, „in eure Zünfte keine jüdischen Firmen eintreten. selbst wenn sie schon 40 und 50 Jahre existieren und die höchsen Auszeichnungen für ihre Erzeugnisse erhalten haben. In einer ganzen Reihe von Städten der polnischen Provinz sind Juden in den verschiedensten Handwerken beschäftigt und sind dort auch zu den Zünften zugelassen worden. In Warschau gibt es eine Reihe jüdischer professioneller Schulen, die jährlich Hunderte von ausge- Was wissen Sie von jüdischen Dingen? Kennen Sie die Strömungen innerhalb des deutschen Judentums? Sind Sie unterrichtet über die Stimmung der deutschen Parteien gegen die Juden? besonders in Bayern? Wissen Sie von den Vorstössen, die der Antisemitismus täglich unternimmt, um das Judentum in Heer und Heimat zu verdächtigen? Kennen Sie die soziale und politische Stellung der Juden in den verbündeten, feindlichen, neutralen Ländern? in den besetzten Gebieten? Ist Ihnen ein Organ bekannt, das die bayerischen Juden zu einer Einheit zusammentassen will, zu einer Zeit, da alle Gruppen nach Einheit streben? Sie finden Belehrung über alle jüdischen Fragen im JÜDISCHEN ECHO“. Abonnieren Sie das ,, JÜDISCHE ECHO(t. — Der geringe Bezugspreis von M. 1.20 vierteljährlich {trotz der erhöhten Herstellungskosten) erleichtert Ihnen die Bestellung. Abonnieren Sie sofort für das 3. 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