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Das jüdische Echo · 1917-06-08 · 23 (8.6.1917) · p. Seite 258

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
23 (8.6.1917)
Date
1917-06-08
Page
Seite 258 (sequence 6)
Language
German
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258 Das Jüdische Echo Nr. 23 Handhabe bieten, den auch bisher betriebenen Assimilationszwang und die geräuschlose ökonomische Verdrängung in verstärktem Maße durchzuführen. Die Judenschaft Galiziens, die durch den Krieg so unsäglich gelitten hat, steht vor einer neuen Katastrophe, wenn das polnische Programm verwirklicht wird. Welt-Echo Der jüdische Viehhandel. Ein Komitee zur Förderung der Landwirtschaft unter den Juden des Regierungsbezirkes Aachen wurde in Aachen unter dem Vorsitz des Rabbiners J a u 1 u s gegründet. Bei einer kürzlich einberufenen Versammlung sprach der 1. Vorsitzende des Bundes der Viehhändler Deutschlands über die Lage: Er beurteile zwar die Lage und die Zukunftsaussichten des jüdischen Viehhandels nicht pessimistisch, da sich der solide und kapitalkräftige Viehhändler vielfach eine Vertrauensstellung bei den Bauern oft durch Generationen hindurch erworben habe, die nicht so leicht untergraben werden könne, aber trotzdem halte er die Ziele und Bestrebungen des Komitees für durchaus notwendig und nützlich. Zur näheren Begründung gab nun der Vortragende zunächst einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Entwicklungsstadien, die der Viehhandel während des Krieges bisher durchlaufen habe. Der Krieg habe die Behörden viefach unvorbereitet getroffen, und so sei es in der ersten Zeit vielen unlauteren Elementen geglückt, Lieferungen zu erhalten und sich übermäßig zu bereichern; die Auswüchse dieses wilden Handels habe man aber ungerechtfertigterweise dem soliden Viehhandel zur Last gelegt und so sei eine übertriebene Animosität gegen den Handel und gegen die Kriegslieferanten überhaupt im Volke entstanden. Es gebe in Deutschland ungefähr 40 000 selbständige Viehhändler, wovon ein großer Teil, ungefähr 25 000, jüdischen Glaubens sei. Der jüdische Viehhandel sei besonders in West- und Süddeutschland vertreten, während er im Norden und Osten nur eine geringe Minderheit bilde; der größte Krebsschaden des jüdischen Viehhandels liege in der mangelnden kaufmännischen Vorbildung seiner Mitglieder, denn nur der intelligente Viehhändler werde sich in Zukunft behaupten können. Er halte es daher für wünschenswert, Viehhandelsschulen zu errichten. Es sei außerdem erstrebenswert, daß der jüdische Viehhändler als. Nebenberuf Landwirtschaft und vor allem Weidewirtschaft betreibe, denn die Milchversorgung der Städte sei sehr rentabel. Es entspann sich eine mehrstündige Debatte über die aufgeworfenen Fragen, die schließlich zu folgenden Beschlüssen führte. Es wurde als die Hauptaufgabe des Komitees festgelegt, für die Beschaffung von kleinen Wiesengütern Sorge zu tragen, auf denen eine Familie, die eventuell nebenbei noch Viehhandel betreibe, auch im Winter Milchwirtschaft treiben und so das ganze Jahr Beschäftigung und Unterhalt finden könne. Auf Anregung des Justizrats Dr. Francken wurde beschlossen, zunächst nur auf die Pacht und nicht auf den Ankauf derartiger Güter auszugehen, da auf diese Weise die Kosten des Verfahrens verringert würden. Mit der Beschaffung der Güter wurden einige Herren aus dem Komitee betraut, die wegen ihrer Sachkunde dafür besonders geeignet schienen. Ferner wurde durch Umlauf einer Liste festgestellt, daß sich unter den Anwesenden 14 Reflektanten befanden, die bereit waren, eine Weidewirtschaft zu übernehmen, wenn ihnen das Komitee finanziell und bei Beschaffung der Objekte behilflich wäre; es wurde auch hervorgehoben, daß sich auch unter den jetzt im Felde Stehenden Interessenten befinden. Nach einer längeren Diskussion über die Frage, auf welche Weise der nötige Geldfonds zu beschaffen sei, wurde schließlich ein Subkomitee von sechs Herren unter dem Vorsitz des Rabbiners Dr. Jaulus gewählt, das sich mit der Frage der Geldbeschaffung befassen, sich ferner mit den einzelnen Reflektanten in Verbindung setzen und sich um die Beschaffung der Landgüter bemühen solle. Der jüdische Kongreß in Amerika. Das jüdische Korrespondenzbureau im Haag berichtet: Das Administrationskomitee des Kongresses, welchen das gesamte amerikanische Judentum am 2. September abhalten wird, hat in einer Sitzung vom 27. Februar den Wahlplan ausgearbeitet. An der Sitzung nahmen auch Jakob H. Schiff, Henry Morgenthau, Louis Marshall und Harry Friedenwald teil. Alle nationalen Organisationen wurden als wahlberechtigt anerkannt. Ausgenommen wurden nur die national-radikalen Schulen. In jeder Stadt soll eine Konvention abgehalten werden, welche die Kongreßdelegierten wählen soll. Jede jüdische Vereinigung in der Stadt kann sich an der Konvention und Abstimmung beteiligen. Die Kandidaten, welche in dieser Konvention die größte Stimmenzahl auf sich vereinigen, gelten als gewählt. Eine spezielle Kommission wird die Wahlen leiten. Alle nationalen Organisationen sollen berechtigt sein, außerdem Delegierte zu entsenden, welche ihre speziellen Interessen wahren sollen. Sie werden nach ihrer Größe und Bedeutsamkeit in vier Klassen eingeteilt und erhalten dementsprechend, ein, zwei, drei oder sechs Delegierte. In die erste Klasse mit sechs Delegierten wurden nur die Zionistische Federation Amerikas, der Orden Brith Abraham, das Nationale Arbeiterkomitee und das Jewish Commitee aufgenommen. Die Poale-Zion Amerikas gegen den Krieg. Im Februar erließ das Zentral-Komitee der Jüd. Soz. Arbeiterpartei Poale-Zion einen Aufruf an die jü- Kostümfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 königl. bayer., königl. Württemberg., grossberzogl. badiaebe Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse: „Diringer München*. — Telephon-Nr.: 21774, 21775, 21776. GrSbte Fabrik und Verlelhanstalt <//eser Art in Deutschland. Vorrat von über BOOOO Kostümon aus allen Zelten u. allen Ländern. Getrennte Herren-, Damen-, Kinderu. Militär-Abteilungen. Reiches Lager in Watten und Ausrüstungen. Vollständig neuseitlich eingerichtet und umgebaut. Spezialität; Ganze Ausstattungen für Theaterstücke u. 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