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Das jüdische Echo · 1917-05-25 · 21 (25.5.1917) · p. Seite 241

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
21 (25.5.1917)
Date
1917-05-25
Page
Seite 241 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 241 seit so langer Zeit die Zähne ausbeißen, ist endlich geglückt! Die Frage, die z. B. Somb a r t noch vor kurzer Zeit für eine der schier unlösbarsten des Jahrhunderts erklärte, ist eigentlich so einfach, daß man sie auf 48 kurzen Seiten vollständig erledigen kann, wobei sich noch ein Überblick über die gesamte jüdische Geschichte vom babylonischen Exil bis heute, eine Deutung der christlichen Lehre, einige Bemerkungen, die nicht zur Sache gehören und längere Briefe eines „Sachverständigen“, nämlich des von getauften Juden abstammenden Arnold Mendelssohn anbringen lassen. Der Tausendsassa, der das fertig bringt, heißt CurtTrützschlerv. Falkenstein, seine Schrift: „D i e L ö s u n g der Judenfrage im Deutschen Reiche“ (Falkenverlag zu Darmstadt 1917). Und worin besteht seine Lösung? Ich werde seine eigenen Worte anführen, damit jeder einsieht, wie fabelhaft einfach sie ist. Also: „Es wäre im inneren und äußeren Interesse det Juden gelegen, wenn sie sämtlich einsehen würden, daß die christliche Nächstenliebe der jüdischen Morallehre gegenüber einen religiösen, kulturellen, geistigen Fortschritt bedeutet. Aus diesem Grunde sollten die deutschen Juden den Entschluß fassen, jüdische Christen zu werden." So leicht also ist den Juden die Sache gemacht, und doch wollen diese Idioten nicht einsehen, wie tief ihre Moral unter der Liebe der christlichen Völker steht — nicht einmal während des Weltkrieges wollen sie es einsehen. Ja, besagte Idioten glauben sogar im Zionismus ihr Ziel zu sehen, dessen Geschichte der Herr Trützschler v. Falkenstein erschöpfend folgendermaßen darstellt: „Der Zionisten-Verein wurde im Jahre 1897 in Basel auf dem ersten Zionistenkongreß auf Anregung von Theodor Hertel (so!) gegründet, ihr Organ ist die Wiener Wochenschrift „Die Welt“. Es war eben wieder einmal die Geschichte mit dem Kolumbusei. Daß sich die Leute so häufig nicht bereit finden, irgendein kleines „Wenn“ zu erfüllen. Wäre doch sogar meine Großmutter eine Postkutsche, vrfelnn siel sich entschließen könnte, Räder zu haben ... H. H. C. Eine neue Schrift von Walther Rathenau. Demnächst erscheint „Eine Streitschrift vom Glauben“ von Walther Rathenau. In der Voranzeige heißt es: „In dieser kleinen bedeutsamen Schrift antwortet Walther Rathenau auf eine Forderung des Herrn Curt von Trützschler-Falkenstein an die deutschen Juden, sich zum Christentum zu bekehren. Er lehnt die Forderung ab, nicht weil er gegen das Christentum feindlich gesinnt wäre, sondern gerade weil er sich auf dem Boden des Evangeliums stehend weiß. Abgesehen davon, daß er die Verschiedenartigkeit der Glaubensformen eher gesteigert als verringert sehen möchte, hindert ihn sein Gewissen, einer der beiden Kirchen beizutreten, deren jede die andere ausschlösse, während er in seiner Zugehörigkeit zum Judentum die volle Freiheit und Selbständigkeit seiner Religion genieße." „Moriah“ beginnt das neue Halbjahr mit Heft 7, das folgende Aufsätze enthält: W. B. „Morgendämmerung in Rußland“. B. Rappaport „Die zionistische Pflicht“, Apolinar Hartglas „Das polnische Judentum am Scheidewege. „Aus der Agadah und Midrasch“ (Schowuoth - Fragmente). „Satzungen der Schomrim“. J. Rottersmann „Über die Jugendbewegung in Deutschland“. H. Löwe „Dialekt oder Sprache“. W, Berkelhammer „Ludwig Franz Mayer“. Cäcilie Kuhmerker-Sirkes „Auf der Wacht“ (Novelle). Rundschau: Ben Josef „Das gegenwärtige hebräische Schrifttum“ (3). „Aus jüdischen und nichtjüdischen Zeitschriften“. Bibliographie und Neue Bücher, Feuilleton Schwuos Aus der Agada und dem Midrasch. I. Auf Adlerflügeln von Gott aus Ägypten getragen, kamen die Söhne Israels in die Sinaiwüste und lagerten sich vor dem göttlichen Berge. Hier reinigten sie sich und bereiteten sich auf den großen Tag vor. Am dritten Tage aber erbebte die Erde vor Donnern und Blitzen. Der Himmel tat sich auf und verdeckte den Gipfel des Berges, und dichte Wolken umgaben seine Sohle. Gott der Herr schwebte auf seinem Throne, die Wolken waren sein Fußschemel, und der Anblick der göttlichen Majestät versengte die Augen mit seinem Glanze wie mit Feuer. Und Moses ging auf den Berg zum Herrn. Seine Füße standen auf dem Berge, doch er selbst war ganz im Himmel, der sich vor ihm in seiner ganzen Herrlichkeit aufgetan hatte. Und der Herr begann die zehn Gebote zu verkünden. Himmel und Erde erzitterten. Meere und Ströme erbrausten. Berge und Hügel erbebten. Wälder rauschten, die Tiere erhoben ihre Stimme, und selbst die Toten in den Gräbern wurden lebendig und standen auf. Alles, was besteht, und alle Kreaturen waren vom Worte des Herrn betäubt. Schrecken befiel die Kinder Israels. Und sie riefen zu Moses: „Rede du mit uns und laß Gott nicht mit uns reden, wir werden sonst sterben!" Und Moses vermittelte von diesem Tage an zwischen dem Volke und dem Herrn. Der Herr redete zu ihm, und er überbrachte es dem Volke Israel. II. Das Firmament senkte sich, die Erde hob sich empor, und Moses trat in den Himmel. Da sprachen die Engel des Dienstes: „Was hat dieser Sterbliche unter uns zu suchen?“ — „Er kommt die Thora zu holen", antwortete der Herr. Und die Engel sprachen: „Diesen Schatz, der von Anbeginn der Welt verborgen war. willst Du den Sterblichen geben? Was ist der Mensch, daß Du seiner gedenkest und auf ihm Bedacht nimmt?“ Und der Herr wandte sich zu Moses und sprach: „Gib ihnen die Antwort, die sie verdienen!“ — „Ich fürchte mich, daß sie mich mit ihrem Odem versengen,“ sagte Moses. Und der Herr sprach: „Halte dich an meinem Throne fest und sprich zu ihnen.“ „Herr, was gebietet die Thora, die Du uns gibst?“ — „Ich bin der Herr dein Gott, der dich hinausgeführt hat aus dem Lande der Ägypter, aus dem Hause der Knechte.“ — „Und ihr, seid ihr in Ägypten gewesen? Habt ihr dem Pharao dienen müssen? Warum sollte euch die Thora gebühren? Was gebietet sie noch?“ — „Du sollst keine andern Götter haben neben Mir!“ — „Lebt ihr denn unter heidnischen Völkern? Und was enthält sie noch?“ — „Gedenke des Sabbathtages, daß du ihn

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