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Das jüdische Echo · 1917-05-11 · 19 (11.5.1917) · p. Seite 217

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
19 (11.5.1917)
Date
1917-05-11
Page
Seite 217 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 217 wird. Man kann ruhig sagen, daß wenn ein solches Buch vor zwanzig Jahren existiert hätte, wir um manche Enttäuschung ärmer und um manches Gelingen reicher in Palästina wären. Positiv in die Zukunft weisen auch hier eine Reihe von Vorschlägen zur Hebune der Industrie und zur Ausnutzung der Möglichkeiten, die das Land bietet. In gleich gründlicher Weise behandelt Ruppin dann den Handel. Auch hier können wir auf Einzelheiten nicht eingehen. Die Verbesserungen, die Ruppin hier anregt, gipfeln zum großen Teile in Verbesserungen des Verkehrs- und Transportwesens, dem im folgenden ein besonderer Abschnitt gewidmet ist. Dies dürfte auch das einzige Gebiet sein, auf dem der Krieg, der im übrigen für die Wirtschaft Palästinas und Syriens besonders verheerend gewirkt hat, starke Fortschritte gebracht hat. An ihnen wird der Wiederaufbau nach dem Kriege hoffentlich eine kräftige Stütze finden. In kleineren Übersichten beleuchtet Ruppin schließlich noch das Unterrichtswesen, die Lebenshaltung in Dorf und Stadt, und schneidet damit eine Reihe der für die zukünftige Entwicklung wichtigsten, sozialen, kulturellen und nationalen Probleme an, die gerade jetzt von besonderer Aktualität sind. Aber es geschieht auch hier wieder immer auf dem sicheren Boden der gegebenen Tatsachen. Auf ihm ruht auch, was Ruppin zum Schluß über die wirtschaftliche Zukunft Syriens sagt. Er sieht die verheißungsvollste Möglichkeit in der Schaffung eines intensiven Garten- und Pflanzenbaues im ganzen Küstenland und im Gebirge. Das ist unbedingt richtig. Palästina und Syrien wird niemals eine „Kornkammer“ werden. Aber gerade der jetzige Krieg drängt zur stärkeren Betonung auch der Notwendigkeit, die wichtigsten Nahrungsmittel, die Körnerfrüchte, in ausgedehntem Maße im Lande selbst zu erzeugen. Der gemischten Wirtschaft gehört die Zukunft in Palästina und Syrien. Vielleicht hätte — auch in einem der Wirtschaft gewidmeten Buch — noch ein Punkt eine etwas ausführlichere Darstellung verdient: die hygienischen Verhältnisse. Sie haben, wie in den Tropen so auch hier, eine so gewaltige, wirtschaftliche Bedeutung, daß sie in vielen Fällen geradezu ausschlaggebend für die Möglichkeit und Rentabilität kolonistischer Unternehmungen geworden sind. Die kurze Aufzählung dessen, was Ruppins Buch enthält, soll nur dazu dienen, den allgemeinen Eindruck zu vermitteln: Daß wir es hier mit einem wirklichen Standardwerk, einem auf diesem Gebiet einzigartigen und erschöpfenden Handbuch zu tun haben. Wer von jüdischer Seite sich bisher in all diesen Dingen immer auf Palästina beschränkt hat, wird nach der Durcharbeitung dieses Buches verstehen, daß die Erweiterung des Stoffkreises auf ganz Syrien eine sachliche Notwendigkeit ist. Palästina und Syrien sind wirtschaftlich nicht von einander zu trennen. In diesem Buche, das mit beispiellosem Fleiße alles Material heranzieht, wird besonders deutlich, wie lückenhaft bisher dieses Material ist, und wie sehr überhaupt noch alle Dinge im Werden begriffen sind. Darum ist aber auch ein stärkster Hinweis auf die großen Möglichkeiten einer zielbewußten Betätigung und auf die Bahnen, in die die Ströme von Energie zu leiten sind, die das Land zu seiner Erschließung braucht. Wir hoffen und wünschen, daß der klare Geist, der uns dieses Buch gegeben hat, seine als unentbehrlich empfundene Kraft nach dem Kriege weiter in den Dienst der jüdischen Kolonisation Palästinas stellt, und wir danken ihm für die große Gabe, die er uns in diesem Buche geschenkt hat: ein Denkmal jüdischer Tüchtigkeit. Ein Zirkular der russischen Zionisten. Am 23. März versandte das Zentral-Komitee der Zionistischen Organisation in Rußland das erste offizielle Zirkular nach der Revolution an die Zionistischen Distrikts- und Kreis-Komitees. Nachdem das Zentral-Komitee auf die neuerrungene Freiheit hingewiesen hat, die dem organisatorischen Leben große Möglichkeiten erschließt, spricht es von der Pflicht, die zionistische Arbeit in Rußland von Grund auf zu reorganisieren. Die Distrikts-Komitees haben die Pflicht, die Ortsgruppen und Lokal-Komitees zu neuem Leben zu bringen, alle zerstreuten Mitglieder zu organisieren und so den Boden zu schaffen für den demnächst einzuberufenden all-russischen Zionistischen Delegiertentag. Bis zu diesem Zeitpunkte schreibt das Zentral-Komitees den Zionistischen Komitees und Ortsgruppen folgende Aufgaben vor: 1. Zionistische Propaganda. Die sofortige Organisierung von Schekelsammlungen, Wahl und Wiederwahl von Stadtkomitees, die Veranstaltung von zionistischen populären und wissenschaftlichen Vorträgen, die sofortige Durchführung aller zionistischen Geldsammlungen usw. 2. Organisierung der Juden heit. Neben der Zionistischen Arbeit sind die Zionistischen Stadtkomitees verpflichtet, in jeder größeren Stadt die sofortige Gründung eines allgemeinen jüdischen politischen Komitees durchzuführen. In diesem Komitee sollen verschiedene politische Parteien und Strömungen vertreten sein, nötigenfalls sollen auch Vertreter der Gemeinden, der öffentlichen und professionellen Institutionen gewählt werden. Diese Komitees müssen danach streben, sich zu autoritativen Vertretungen der jüdischen Kostümfabrik F. u. A. Diriitger München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 ktfnigl. bayer., ktfnigl. Württemberg., grossherzogl. badische Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse; „Diringer München“. — Telephon-Nr.: 21774, 21775, 21776. GrSbteFabrlk und Verleihanstalt dieser Art In Deutschland. Vorrat von über BOOOO Kostümen aus allen Zelten u. allen Landern. Getrennte Herren-, Damen-, Kinderu. 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