Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 17 (27.4.1917)
- Date
- 1917-04-27
- Page
- Seite 195 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 195 ihm 1841 sein Sohn Jos. Rüben Rom, der (1857) eine Witwe und drei Söhne hinterließ: David, Jakob und Gabriel, die unter der Firma: Witwe und Gebr. Rom das Geschäft weiterführten, bis es im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Wenn man den Betrieb besichtigt, ist man angenehm enttäuscht, da man wohl kaum eine so moderne Druckerei vermutet hat, sondern eine, die mehr dem ehrwürdigen Alter der Firma entspricht. Das Verwaltungsgebäude ist auch nur ein kleines einstöckiges Giebelhäuschen, und die darin Waltenden sind alte Patriarchengestalten, denen Geist und Intelligenz aus den Augen schauen. Ein Korrektor muß dort Talmudist und Schriftgelehrter sein, oberflächliches Wissen reicht für seine Tätigkeit nicht aus. Der Betrieb, in dem bis zum Kriegsbeginn mehrere hundert Menschen Beschäftigung gefunden haben, ist jetzt natürlich sehr beeinträchtigt. Kaum 30 Angestellte erledigen die dringendsten Arbeiten im Handbetrieb, da die Motoren nicht arbeiten. Ein Rundgang durch das Haus ist aber auch jetzt, selbst für den Laien, sehr lohnend. Wie in einer großen deutschen Druckerei gehts in dem modernen fabrikähnlichen Neubau der finanziell gut fundierten Aktiengesellschaft vom Setzersaal in die verschiedenen Maschinensäle, von den Buchbinderwerkstätten in die sehr bedeutenden Lagerräume der fertigen Druckbogen und der gebundenen Werke. Wohlgeordnet sind hier Tausende hebräischer Geisteswerke aufgestapelt. Das Haus verfügt natürlich auch über eine umfangreiche Bibliothek in einem hierzu besonders hergerichteten Raume. Ferner sind große Papierlagerräume da. Das Wichtigste aber ist ein feuersicherer Bau, in dem in Metallkasetten die Matrizen zu sämtlichen in der Druckerei hergestellten Werken kartothekartig aufbewahrt werden. Die Druckerei ist dadurch jederzeit in der Lage, jede einzelne Seite irgend eines Buches sofort nachdrucken zu können, was für diesen Betrieb von großer Bedeutung ist, da der Neusatz gerade bei diesen Werken auf große Schwierigkeiten stoßen würde. Zur jüdischen Kongreßbewegung In Oesterreich. Die Redaktion der „Selbstwehr“ hat auf ihre Rundfrage folgende Antwort des Präsidenten des Zionistischen Zentralkomitees für Österreich, ehemaligen Reichstagsabgeordneten Adolf Stand, bekommen: „Meiner Ansicht nach erfordert wirklich sowohl die gegenwärtige, wie auch die künftige Lage der österreichischen Juden nach Friedensschluß einen engeren Zusammenschluß der österreichischen Judenschaft .... Einen österreichisch-jüdischen Kongreß halte ich für das geeignetste Mittel, das diesen engeren Zusammenschluß herbeiführen und initiieren könnte. Ich wünsche für einen solchen Kongreß entsprechend unserer traurigen, ja trostlosen Lage, ein weites Programm. Neben der Frage der Organisierung der jüdischen Religionsgesellschaft in Österreich und einer Repräsentanz der österreichischen Juden ist die Frage der jüdischen Erziehung und der wirtschaftlichen Hilfeleistung für die Tausende Kriegsopfer von hoher Wichtigkeit Jedem dieser Gegenstände müßte der Kongreß große Aufmerksamkeit schenken. Nicht vom Parteistandpunkte, sondern von einem weiten Gesichtspunkte sollte jede dieser Materien fachmännisch, genau detailliert, methodisch, planmäßig, systematisch behandelt werden. Eine wichtige Frage, die der Erledigung unbedingt nach dem Kriege unterzogen werden muß, ist die Frage der jüdischen Emigration. Viele Tausende von Juden werden infolge der Tatsache, daß sie in ihren bisherigen Wohnorten im Osten infolge deren vollständiger Devastierung nicht bleiben können, emigrieren müssen. Sie werden entweder in die westlichen Kronländer Österreichs oder in die westlichen Provinzen Deutschlands auswandern, oder in weite Länder. Im ersten Falle wäre es einfach inhuman, wenn sich die westlichen Länder vor dem Zuzug der armen Kriegsopfer versperren wollten. Nicht Grenzschluß, sondern Grenzöffnung muß die Parole sein. Denjenigen, die durch den Krieg am meisten gelitten haben, muß die Möglichkeit offen stehen, daß sie sich einen ehrlichen Beruf in den westlichen Ländern suchen und finden. Große Emigrationsbureaus, die sowohl in den Zentren europäischer Staaten, wie auch der überseeischen Länder entstehen müssen, müssen an der Hand statistischer Tatsachen, der genauen Kenntnisse der Verhältnisse sowohl des Emigrationswie des Imigrationslandes die Massen dorthin dirigieren, wo ihre Kräfte am meisten benötigt, am besten bezahlt und am nützlichsten für sie und die betreffenden Länder verwertet werden können. Mit diesen und anderen wichtigen Problemen müßte sich der Kongreß befassen. Eine Beschränkung des Programmes und Wirkungskreises des Kongresses nur auf die Frage der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung der österreichischen Juden und der Abwehr gegen antisemitische Angriffe würde ich nicht empfehlen .... Zur Abhaltung eines Kongresses halte ich den Zeitpunkt im Herbst 1917 für richtig. Eine Reihe von Umständen sprechen für diesen Termin. Der Kongreß darf weder zu spät, noch auch zu früh veranstaltet werden. Zu spät nicht, weil wir die Zeit zur Erfüllung unserer dringen- Kostümfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 königl. bayer., königl. Württemberg , grossherzogl. badiaebe Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse: „Diringer München“. — Telephon-Nr : 21774, 21775, 21776 Groß#o Fabrik und Vorialhansta/t diaaer Art In Doutachland. Vorrat von Gbor 60000 Koatumon aua allan Zattan u. allon Ländern. 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