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Das jüdische Echo · 1917-04-27 · 17 (27.4.1917) · p. Seite 194

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
17 (27.4.1917)
Date
1917-04-27
Page
Seite 194 (sequence 6)
Language
German
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194 Das Jüdische Echo Nr. 17 mir auch aus Petersburg zu. Hitzköpfige und hysterische junge Juden spielen leider die schlimmsten Demagogen und den äußeren Feinden Rußlands in die Hände.“ Das Zitat ist noch wie folgt zu ergänzen: „Ihre Glaubensgenossen in England täten gut, sie vor den Gefahren einer solchen Richtung zu warnen. Wenn in Rußland Anarchie die Oberhand gewinnt, muß notwendig eine Reaktion eintreten, bei der die Juden in erster Linie zu leiden haben würden.“ Der Londoner „Jewish Chronicle“ vom 30. März bemerkt dazu: „Indem wir die unausbleibliche Erregung unter einem Teil unserer Glaubensgenossen in Rußland bei ihrer Befreiung vom Joche der Bureaukratie und die daraus folgende „Hitzblütigkeit“ zugeben, müssen wir doch gestehen, daß die Worte des Times-Korrespondenten eine düstere Bedeutung haben. Sie klingen wie eine im voraus abgegebene Entschuldigung für bevorstehende Exzesse, aber nicht seitens, sondern gegen die Juden. Unsere Glaubensgenossen in Rußland brauchen die „Warnung“ nicht, die der Korrespondent von unserer Seite erwartet. Sie sind sich der Gefahren, die sie umgeben, voll bewußt und ebenso der Tatsache, daß von einem Regierungswechsel oder sogar einer Revolution der Antisemitismus, der durch Generationen genährt und gestärkt wurde, nicht wie durch einen einfachen Federstrich abgeschafft werden kann. Wir unsererseits möchten an die „Times“, die einen wohlverdienten Einfluß in Rußland besitzen, appellieren und sie bitten, ihre Leser in diesem Lande, das sich von den Fesseln des Rückschritts eben befreit, zu warnen, daß jede Ausschreitung gegen Juden in einem Zeitpunkte wie dieser sowohl in England wie in Amerika streng verurteilt werden wird. Solche Entschuldigungen für antisemitische Exzesse, wie sie der „Times“-Korrespondent — nebenbei ohne eine Spur von Beweisen — vorbringt, werden nicht nur von Juden allein, sondern von allen gerecht denkenden Menschen als ein sonderbares und beunruhigendes Kommentar zu den Forderungen von Freiheit für alle russischen Bürger aufgefaßt werden. Wir aber vertrauen den Männern der jetzigen provisorischen russischen Regierung, daß sie jedes In-die-Hand-Spielen jenen Elementen, die das alte Regime unterstützten und nun seinen Untergang bedauern, verhindern werden, indem sie ihnen verbieten, die Juden als Schachfiguren in ihrem abscheulichen Spiel zu benutzen, wie in den schlimmen Zeiten, die hoffentlich für immer vorbei sind.“ Ein anderes Telegramm des Petersburger „Times“-Korrespondenten über die Friedenspolitik der russischen Sozialisten schloß folgendermaßen: ..... „ESKR" I KLEINKCINST- I VERSAND 1 MÜNCHEN PS"«T 1 Ausstellung aller Zweige | des Kleinkunst-Gewerbes miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim „Das republikanische Organ „Rußkaja Wolja“ hat das Komitee der Abgeordneten der Soldaten und Arbeiter wiederholt aufgefordert seine Maske fallen zu lassen. Das republikanische Blatt verlangte die Veröffentlichung der Namen der Personen, die sich die Autorität anmaßen und die die Verwirrung fortschleppen, die zu einem Bürgerkrieg und zu einer schändlichen Niederlage Rußlands führen können. Das Komitee hüllte sich jedoch in Stillschweigen. Der Führer ist ein jüdischer Advokat namens Steklow und hat ebenso wenig wie sein Kollege Tscheidse das Recht, im Namen Rußlands zu sprechen.“ Zu dieser Meldung berichtet die „Frankfurter Zeitung“ aus Stockholm: Die mit antisemitischen Ausfällen verbundene Behauptung der „Times“, daß die Leitung des Petersburger Arbeiterrates sich hauptsächlich in den Händen jüdischer Mitglieder und des Georgiers Tscheidse befinde, wird von sozialistischer Seite durch die einfache Feststellung zurückgewiesen, daß die überwältigende Mehrheit des aus Arbeitern und Soldaten bestehenden Arbeiterrates rein russisch sei. während sowohl Juden wie sonstige Fremdstämmige in Rußland bereits Vertretungen geschaffen haben, die offen erklären, die provisorische Regierung und die bürgerlichen Republikaner zu unterstützen. Eine hebräische Druckerei. Nachstehende interssante Mitteilungen entnehmen wir dem „Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“: Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten in Wilna gehört zweifellos die Druckerei Witwe und Gebrüder Rom. Wenn dieser Betrieb auch hauptsächlich die Interessen des geistigen Judentums betrifft, so ist seine Geschichte doch auch für das deutsche Buchgewerbe wissenswert, obwohl er nicht in direkter Beziehung zu ihm steht, denn gar viele Werke der Hebraica, namentlich glänzende Talmudausgaben mit hervorragenden wissenschaftlichen Randglossen stammen aus dieser in einschlägigen Kreisen weltberühmten Offizin. Über die Anfänge dieser Druckerei veröffentlichte die „Grodnoer Zeitung“ kürzlich interessante Mitteilungen. Danach stammt ihr Gründer Baruch, der Sohn des Rabbis Josef Rom, aus Grodno. Er erhielt als erster Jude vom polnischen König Stanislaus August Poniatowski die Erlaubnis, in der Königlichen Staatsdruckerei hebräische Werke und Drucke herzustellen. Das erste Werk Tst im August 1788 erschienen. Es ist ein Kommentar zu den Psalmen von Jakob ben Chajim Cohen (Sepher Sera Jakob). Am Schlüsse des Werkes befinden sich das Datum des Druckes und die Namen der vier Setzer. Diese vier und Baruch Joseph als Leiter haben 1788 die Pressen gemietet. Alle hebräischen Drucke bis 1795 bezeichneten als Verleger: Stan Aug. Poniatowski, der König von Polen, oder „erschienen im neuen Verlage“. Der Name Rom kommt erst 1792 bei einem „Mischnah“-Druck vor, aber erst 1795 als selbständiger Drucker: Baruch Jos. Rom, der 1799 einen Teil seiner Druckerei nach Wilna verlegte und dahin zog. Nach seinem Tode übernahm sein Sohn R. Menachem Man Rom im Jahre 1802 beide Druckereien und brachte 1835 die erste große Talmudausgabe heraus, die den Weltruf der Firma begründete. Als die russische Regierung 1837 den Druck hebräischer Werke auf zwei Städte (Wilna und Kiew) beschränkte, mußte das Stammhaus in Grodno seine Offizin schließen. In Wilna folgte

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