Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 16 (20.4.1917)
- Date
- 1917-04-20
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Das Jüdische Echo Nr. 16 So lange der Tempel bestand, gab es Missionare. Mit Zerstörung des Tempels nahm die proselytisierende Tätigkeit ein Ende. Hierdurch wurde diese universelle Tätigkeit dem Christentum überlassen. Erst die Kabbalisten nahmen diese Tätigkeit wieder aufv Eine uriitarische Propaganda wurde gemacht Abraham Abulafia versuchte Zutritt bei Papst Nikolaus III. (1280) zu finden, um die Trinitätslehre vorzutragen. Der Ausdruck Kabbala beginnt in dieser Zeit der kabbalistischen Literatur den Begriff einer Qeheimlehre zu bekommen. Vorher bezeichnete Kabbala nur alles Überlieferte. Im 10. Jahrhundert führte ihn Hai Gaon auf ungeklärte helleinische Formen zurück. Anastasius (identifiziert Kabbala mit acceptio. Vielfach verwandten die im römischen Reich nur tolerierten Religionsgemeinschaften mystische Zeichen für Kult-Geheimnisse. Die in Lehre und Zeichen Eingeführten nennt Philo von Alexandrien die „Mysten“. Da zu dieser Zeit die Kabbala als abgeschlossen galt, konnte man nur durch eine mündliche Überlieferung den Geist des Gesetzes weiterbilden. Die geschriebene Lehre kennt keine Lehre von der Unsterblickeit oder der Auferstehung des Fleisches. Diese halachische Lehre wurde nur beschränkt anerkannt und lebte in Sekten weiter. Eine der ältesten Sekten hielt die Lehre des Buches Kohelet geheim. Das Buch Kohelet, obgleich in den Kanon aufgenommen, weicht ab von der herrschenden Lehre des Judentums. Es leugnet die Erschaffung der Welt und die Unsterblichkeit. Der eigentliche Text ist so durchsetzt mit Glossen, daß er unkenntlich ist. Sektenwesen war außerordentlich verbreitet. Eine solcher Sekten verwarf die Schlachtopfer. Philo schildert in Alexandrien eine Sekte, deren Mitglieder als Monoheliten in Zellen lebten. Das Wesen dieser Sekten bestand in der Auslegung — Derusch — und der besonderen Behandlung des Textes. Philo legte ihn in allegorischer Form aus. Um Konflikten mit der offiziellen Lehre zu entgehen, umgaben diese Sekten sich mit Geheimnissen. Diese in Büchern niedergelegten Erkenntnisse und Offenbarungen (Apokalypsen) wurden in den Apokryphen niedergelegt. Solch bedeutsame Apokryphen sind das Buch Henoch, das 4. Esra-Buch und die Zusätze zu Daniel und Esther. Die offizielle Synagoge mauerte diese Dogmengeheimnisse ein oder bewahrte sie in besonderen Kammern des Tempels. In einer solchen wurden in Kairo viele dieser Bücher gefunden. So gibt z. B. das vierte Esra-Buch an, daß am Berg Sinai 24 Bücher und 70 geheime Überlieferungen gegeben worden seien. Als Kabbala wurden auch die „Erkenntnisse von oben“ benannt. Auch die Gnosis, d. h. die Erkenntnis im Zustand der Verzückung, ist im Judentum viel älter als man glaubt. Man verstand unter Saduzäern die Zadikim, doch ist diese Bedeutung unwahrscheinlich. Santisch ist persisch und heißt in religiösem Sinn. Ein Santika ist ein solcher, der übersinnliche Erkenntnisse besitzt. Ein Sendik (arabisch) ist ein Ketzer ein Gnostiker. Die Fortbildung des jüdischen Dogmas, die es durch die Berührung mit der neu-pythagoräischen von anderer Philosophie empfangen hat, ist viel früher nachweisbar, als man annahm. Der Talmud spricht warnend von zwei Geheimschriften der Minim, der Zahlenmystiker. In der Maasse Bereschit ist die Geheimlehre von der Weltschöpfung enthalten. Die Maasse Merkaba enthält die Geheimlehre des göttlichen Thronwagens und der Geschehnisse des Himmels. Der Sefer Jezira bespricht die Entstehung der Welt und der irdii München t‘%t j! Israel. Töchtewenslonal | I Frau Apotheker Rnthsehllü Ww. I GEMÄLDE epstep IDelst&p GALERIE .LUITPOLD OnunchiBTZL. Sop/&2nepstp>’ Ö Familienflnzeigen besonders Verlobungsu. Vermählungs- Hnzeigen, Festschriften in feiner Ausführung, billig Buchdruckerei B. FfelleP München Herzog-Maxsir. 4 ALBERT LUDW. DAISER Atelier für Gravierkunst und Heraldik Rlleiniger Edelstein - Graveur in Bayern Spezial - Lager in Petschaften aus Silber, Elfenbein, Bronze, echt Stein usw. :: :: Auswahl in Siegelringen Zu sämtlichen Gravierungen passende Steine als Carneol, Jaspis, Onyx, Amethyst, Lapislazuli usw. Stein-Camöes / Ziselieren Stahlprägestempel für Papierdruck Gold - und Silber- Gravierungen Silber-Monogramm für Lederwaren Feinste Empfehlungen MUN<HEN-2C Piaffe Gummi Spei WAPPEN Amerie. Surgeon Dentist 1, OSKAR STAHL l.d.s. Nach!. JOSEF HERZOG Schillerst!*. 43/1 Tel. 52600 ' ordiniert von 10—1 u. 3—5 Uhr. Sonntag nur nach vorheriger Anmeldung. Sprechstunde für Zahnleidlende Werktags von 81/*—12 und ‘/a2-6, Sonn* und Feiertags 9—12 Uhr. Moderner kUnsUicher Zahnersatz usw. Maillingerstraße 53 cCafd-Restaurant Schmid). Nervöse, ängstliche Patienten finden stets rücksichtsvollste, schonendste, gewissenhafteste Behandlung. Telephon 10781. Karl Schmidt.