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Das jüdische Echo · 1917-04-20 · 16 (20.4.1917) · p. Seite 187

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
16 (20.4.1917)
Date
1917-04-20
Page
Seite 187 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 187 sehen Dinge im Sinne der Zahlenmystik. Die Entstehung dieses bedeutsamen Buches von der Weltform wurde in das 9. Jahrhundert verlegt. Doch Rabbi Saadja Oaon im 10. Jahrhundert schrieb es schon dem Rabbi Akiba zu. Richtiger kann man als Verfasser des Sefer Jezira Acher (Elischa ben Abuja) zur Zeit Kaiser Hadrians annehmen. Der Sefer Jezira lehrt „die 10 Zahlen (sefirot) und 22 Buchstaben (die sogen. 32 Bahnen der Weisheit) seien der Grund aller Dinge“. Anschließend an die 10 pythagoräischen Zahlen bedeuteten die 10 Sefirot 6 Richtungen (vorn, hinten, rechts, links, oben, unten), gut und böse, hell und dunkel. Die 32 Urelemente der Welt sind für das Sefer Jezira alle Buchstaben des Alphabeths. Der erste und letzte Buchstabe rx bezeichneten den Gottesnamen oder Anfang und Ende. Ähnlich wie die Logoslehre auf das Wort zurückgeführt wurde, ist hier der Buchstabe das Vorgeschaffene des urweltlichen Seins. Die 22 Buchstaben wurden eingeteilt in die 3 Mütter ( X □ ), sieben Buchstaben für die sieben Planeten, die 12 übrigen dienten als Tierkreiszeichen oder bedeuteten mikroskopisch die 12 Glieder des Menschen. Die 3 Mütter erfuhren eine weitere Auslegung. N TIN; □ □’; IPX Was neben Luft, Wasser, Feuer auch Frühling, Winter, Sommer bedeuten konnte. Als Gegensatz zu dem phytagoräischen Dodekaeder gab es ein viel älteres jüdisches Losorakel, das Urim- Tumim. Hierin umfaßt Urim die erste und Tumim die zweite Hälfte des Alphabets. Nach Auslegung Dr. Eisler bedeutet Urim „Flüche“, Tumim „Freigesprochen“. Angeblich trug der Priester diese Lose in einer Tasche und benutzte das Alphabeth-Orakel zu Entscheidungen. Ähnlich den römischen und griechischen gab es auch jüdische Rad-Orakel mit Buchstaben und Zeiger. Der Verfasser des Sefer Jezira kannte ein solches Rädchen und benutzte diesen Gedanken. Er dachte sich die 22 Buchstaben auf dem Himmelskreis angebracht. Im Inneren bewegte sich ein kleinerer Sonnenkreis, der sich entgegen dem ersten dreht und auch 22 Buchstaben trägt. Bei allen möglichen Stellungen der Räder ergaben sich 233 Kombinationen von je 2 Buchstaben. Diese 233 zweistämmigen Wortgebilde nahm man als die Wortstämme der hebräischen Sprache an. (Tatsächlich sind die hebräischen Worte dreistämmig.) Die Verschmelzung Zirufim zweier Wortelemente steht im geistigen Zusammenhang mit der alchimistischen Literatur, die zur Zeit der Abfassung des Sefer Jezira blühte. Hier war die Vorstellung von den Übergängen von Elementen lebendig. In der Hadrianischen Zeit entwickelte sich also die Kabbala nur von Mund zu Mund gehend. Die Kommentare zum Sefer Jezira beginnen im 9. Jahrhundert. Hier begann die literarische Kabbala. Als Kern dieser Lehre kristallisierte sich endlich der für die Chassidim maßgebende Begriff des En Sof das Grenzenlose das Unendliche. Es ist eine pantheistische Weltanschauung, ein unnennbarer Gott. Diese Lehrbegriffe der Kabbala wurden zuerst von Mose ben Jakob Cordovero (1522—1570) in ein System gebracht. Er stellte die Lehre auf von der Selbstbeschränkung Gottes zu Gunsten der Welt, vom Sod hazimzum. Gott hat der Raum erschaffen und zieht sich darin immer mehr auf sich selbst zurück, der Welt mehr Raum lassend. Diese Lehre fand besonders durch das Auftreten des Baalschem große Verbreitung. Dieser Lehre gegenüber steht die mehr ethischasketisch gewandte des Isaak Lurja. Gott umgibt UTTDGTTt Kunstgeschichte (mit *1. *-4 Führung) Literatur (verb. mit Lektüre) Französische, Deutsche, Englische Sprache > in allen Gebieten ¥ TTr»f»4Tii akad. Lehrerin für Kunstgesch. JLOIIB £lt5HIZf29 und neue Sprachen v. d. Tannstraße 15, II. Aufg. 0 r. — Sprechstunden 3—4 Uhr <§oeßen erfdpien: €ied dev OXa’ure Stilen au6 denf Orient non (Edgar &tern 'Pappß.'JIif.2, Feinen 3Rt. J.-. 'Porto 20 Pfg. (Eine Sammlung o. Sfij* $en u. (Ergäßlungen, die den eigenart. 2faußer deS fernen Orients eindring» üd) u. beutlid) vermittelt. (Eine Unterßaftungäfef» türe v.f)o0em bid)terifd)en 'Wertu.pridelnbemCReiSs jFr. Segßofb’s 'ZJerfagdßudjf). £-3; 3Jtüncf)en L SCHREIB * BÜRO Mrillen Diktate* SIEGFRIED München, Schützenstr, la/11 (Kontorh, Imperial) Tel.a-nW: Sf/Zänchen. Sfßäjcvni/ianatn il Dentist Strobel früher über 7 Jahre bei Herrn Hof-Zahnarzt Pp. med. Brubaeher tätig Luitpoldstraße 8 Ecke Prielmayerstr. gegenüber Warenhaus Tietz. Konservierung kranker Zähne und Wurzeln. Spezialität: Plattenloser Zahnersatz. Ganze Gebisse. Erstklassige Ausführung. ■•■■■■■■■■■■ Zahnoperationen •■■■■■■■■■■■ mit den neuesten schmerzlosen Mitteln. Telephonische Nr. 53611. Anmeldung erwünscht. Sprechzeit nur Werktags von 9—5 Uhr. ••••••••••••••••••••••••••••*

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