Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 15 (13.4.1917)
- Date
- 1917-04-13
- Page
- Seite 172 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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172 Das Jüdische Echo Nr. 15 lasren des Nationaljudentums. Nadel, Jidische Liebeslieder Inhaltsreiche „Bemerkungen“ und „Daten und Materialien“ vervollständigen das überaus gelungene Heit. „Neue Jüdische Monatshefte“. Heit 12, mit dem das erste Halbjahr vollständig wird, hat iolgenden Inhalt: Franz Oppenheimer, Die Revolution in Rußland und die Judenirage. N. Qoldmann, Die innere Lage des polnischen Judentums. Prof. Hirsch,, Die neuesten Veränderungen der jüdischen Wirtschaitslage in West- und Osteuropa. Steian Zweig, Gespräch aui Zions Walle. 0 p - penheimer, Soziologische Tagebuchblätter. Dr. Fuchs. Moritz Manheimer. Umschau, Literaturblatt. Welt-Echo Gleichberechtigung für die rumänischen Juden. Die „Morning Post“ berichtet aus Jassy, die rumänische Regierung plane, den Juden die ihnen bisher vorenthaltenen politischen bürgerlichen Rechte einzuräumen. (Voss. Ztg.) Zur Frage des österreichischen Kongresses. Auf die von uns in der vorigen Nummer mitgeteilte Rundfrage hat die Prager „Selbstwehr“ bereits einige Antworten erhalten. Der Präsident der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Stern, schreibt, daß er die Idee des Kongresses „entschieden perhorresziere“ und begründet diese Stellungnahme mit dem Hinweis auf 2. B. M„ Kap. 14, Vers 13. Der Vorsteher der Kultusgemeinde Karolinenthal, Dr. Portes, hält einen näheren Zusammenschluß der österreichischen Judenschaft für wünschenswert, glaubt aber nicht daß ein Kongreß das geeignete Mittel dazu wäre. Rabbiner Dr. Grunwald- Wien steht der Idee des Kongresses nicht unsympathisch gegenüber. Kongresse der Juden in den Ententeländern. Das Haager jüdische Korrespondenzbureau meldet aus Zürich: Am 15. März fand in Rom eine Versammlung der Vertreter aller jüdischen politischen Ausschüsse Italiens statt. Die Versammlung war durch die jüdische Gemeinde von Rom einberufen worden, um die schwebenden jüdischen Fragen zu besprechen. Gegenstand der Verhandlung war in der Hauptsache eine Konferenz der Vertreter der jüdischen Organisationen der Entente-Länder, woran womöglich auch; die Juden Rußlands und Amerikas teilnehmen sollen. Sie soll direkt nach den Osterfeiertagen durch die Alliance Israelite Universelle in Paris einberufen werden. Es wurden folgende Beschlüsse auf der Konferenz in Rom gefaßt: Die Vertreter der itag|iiinimi!iu!iiii!!iiiii!iifiitiiiiii!iiiiii!iimimiiiii!iiiiniiifmniHiiiimiiiiiiuiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiii| )) ES KR" I KLEINKÜNST- I VERSAND I MÜNCHEN*“!“?' | Ausstellung aller Zweige | des Kleinkunst*Gewerbes iTiimiitimiimHuimimimiiiniintHmmiiiiniiiufmmiiiimiimifiiuHHmmmiiütiiiiimriiimmnT lienischen Juden wünschen, daß sofort nach Rückkehr des Friedens die politische und soziale Gleichstellung der Juden aller Länder proklamiert wird. Palästina wird den Juden entsprechend ihren historischen Idealen zur Kolonisation und Masseneinwanderung unter der Oberherrschaft der Macht angewiesen, die über Palästina zu verfügen hat. Die Versammlung gibt dem jüdisch-italienischen Gemeindebund zur Erwägung, die praktische Arbeit auf dem Gebiet der jüdischen Fragen fortzusetzen und die italienische Regierung aufzufordern, in dieser Hinsicht die Initiative zu ergreifen. Weiter teilt das jüdische Korrespondenzbureau mit, die Intervention der Vereinigten Staaten an der Seite der Alliierten bringe das so wichtige amerikanische Judentum in eine ganz neue Lage und verändere auch Zeit und Umstände der Abhaltung des großen jüdischen Kongresses, der nach einer langen Vorbereitung für den Monat April in Washington angesetzt war. Bekanntlich sind die führenden Personen Brandeis, Morgenthau, Strauß und Morris Hilquitt. Das Kongreßbureau teilt nun telegraphisch aus New York mit, daß der jüdische Kongreß am 2. September abgehalten wird, daß die Vorbereitungen hiefür bereitsweit gediehen sind und das Wahlsystem vollständig ausgearbeitet ist. Die Wahlen, an denen sich jeder Jude und jede Jüdin Amerikas beteiligen können, sollen am 10. Juni stattfinden. Vom Jüdischen Nationalfonds. Die Spendeneinkünfte des JNF im Monat März betragen 82 465 M. und verteilen sich auf folgende Länder: Nordamerika 24 553, Österreich 23 601, österreichisches besetztes Gebiet 2412, Deutschland 14 124, deutsches besetztes Gebiet 1777, Holland 3195, Rußland 2550, Ungarn 2424, Schweiz 1675, England 1250, Südslavische Länder 915, Südafrika 688, Schweden 659, Belgien 655, Dänemark 586, Australien 510, Griechenland 478, Ägypten 107, Frankreich, Italien und andere Länder 270 M. Die Einnahmen des ersten Vierteljahres 1917 beliefen sich auf insgesamt 208 270 M. gegen 100 105 Mark im ersten Vierteljahr 1916. Der erste iüdisebe Gemeindevorsteher in Polen. Zum Vorsteher der Gemeinde Sochocin im Kreise Plonsk wurde der jüdische Einwohner Schlome Spiegelmann gewählt. Eine seltsame Schicksalsfügung. Im Hamb. „Isr. Familienbl.“ lesen wir folgende Zuschrift aus Bad Polzin: In diesem Kriege erlebt man Dinge, die wie Märchen klingen. In unserer Nachbargemeinde Schivelbein lebt seit längerer Zeit ein russischer gefangener Jude, der sich durch seinen Fleiß und seine Bescheidenheit sehr beliebt zu machen verstand. Wie viele seiner Glaubens- und Leidensgenossen war er von den Seinigen gänzlich abgeschnitten und in Unkenntnis über ihr Schicksal. Der Zufall führte ihn eines Tages an einem jüdischen Hause vorbei. Der Sohn dieser Familie war in weiter Ferne im Osten fürs Vaterland gefallen und unter den Sachen des Verstorbenen, die den Eltern geschickt wurden, befand sich auch ein kleines hebräisches Gebetbuch, das er eines Tages gefunden und aus Pietät mit sich genommen hatte. Dieser Siddur trug einen handschriftlichen Vermerk in hebräischen Lettern, den die Frau des Hauses nicht lesen konnte. Als sie den jüdischen Gefangenen erblickte, bat sie ihn, die Inschrift zu entziffern. Wie freudig überrascht aber war der Mann, seinen eigenen Siddur und seinen darin eingetragenen Namen „Mosche Jordan“ zu erkennen. So fand er das alte Gebet-