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Das jüdische Echo · 1917-04-13 · 15 (13.4.1917) · p. Seite 167

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
15 (13.4.1917)
Date
1917-04-13
Page
Seite 167 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 15 Das Jüdische Echo 167 lieferten Idealen, die das jüdische Volk unzertrennlich mit Zion verknüpfen. Das größte Ghetto, das die jüdische Geschichte kennt, ist gefallen, das jüdische Volk ist frei, und in seiner reinen Gestalt wird jetzt der große Gedanke des Zionismus mit erneuter Kraft wirken in dem Lebenskampf unseres Volkes um sein höchstes Ziel: Nationale Wiedergeburt in Erez Israel! Kopenhasener Bureau der Zionistischen Organisation: Dr. Victor Jacobson. Die zionistische Leitung hat an das „Zionistische Centralcomite für Rußland" das folgende Glückwunschtelegramm gerichtet: „Wir begrüßen namens des Zionistischen Aktionskomites unsere Freunde an der Schwelle einer neuen Ära. Die Morgenröte eines neuen freien Lebens strahlt über Millionen der russischen Judenheit. Es ist unser fester Glaube, daß die neuen Verhältnisse eine sichere Grundlage für die nationale Wiedergeburt unseres Volkes bilden und daß es mit unwiderstehlichem Elan vorwärts schreiten wird auf dem Wege zur Erreichung der überlieferten Ideale, die das jüdische Volk unzertrennlich mit Zion verbinden. Kopenhagener Bureau der Zionistischen Organisation: Jacobson.“ In Petersburg hat zum ersten Male eine große zionistische Volksversammlung stattgefunden. Als Redner traten auf die Herren Rossow, Grünbaum, Drujanow u. a. Die Versammlung hat einstimmig eine begeisterte Resolution angenommen, in der verlangt wird, daß jeder organisierte Zionist in Rußland mit allen Mitteln die provisorische Regierung tatkräftig unterstützen solle, deren Maßnahmen dem russischen Judentum die bürgerliche und nationale Befreiung verbürgen. Das gemeinsam mit den jüdischen Duma-Abgeordneten arbeitende „politische Kollegium", dem alle Parteien, die demokratische, die Volkspartei, die Nationalisten und die Zionistische Organisation angehören, hat in einer Plenarsitzung beschlossen, an den Ministerpräsidenten, Fürst Lwow, und an den „Rat der Arbeiter- und Soldaten-Deputierten" eine Begrüßung zu schicken, in der die Sicherheit ausgesprochen wird, daß die provisorische Regierung und der „Arbeiter- und Soldaten-Rat" alles tun werden, um der Rechtlosigkeit der Juden ein Ende zu machen. Das jüdische Volk, im Besitze seiner vollen menschlichen und bürgerlichen Rechte, werde alle seine Kräfte dafür einsetzen, an der Schaffung eines freien, demokratischen Rußlands mitzuarbeiten. Zum Schlüsse wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die bevorstehende Nationalversammlung diie Bedingungen schaffen wird, die das Glück und das Aufblühen aller Völker Rußlands garantieren. „Reform“-Yorscliläge. Im „Jewish Chronicle“ vom 2. März findet sich der folgende Brief eines Herrn Philipp Shapero in Leeds: Warum soll man das Pessachfest in diesem Jahre nicht abkürzen? „In der jetzigen schweren Zeit, in der die Beschaffung von Lebensmitteln zu einem mathematischen Probleme wird, sind wir gezwungen, uns nach Mitteln zur Verbesserung unserer schwierigen Lage umzusehen. Wir stehen jetzt vor der Frage des Pessachfestes. Dieses Fest, das gewöhnlich acht Tage in Anspruch nimmt, hat von jeher viel höhere Ausgaben und größere Unruhe für diejenigen aus unserem Volke, deren Einkommen beschränkt ist, mit sich gebracht. Heute ist die Frage noch bedeutend schwieriger, allein schon durch den großen Vorrat an Lebensmitteln, den man benötigt — Fische, Fleisch, Eier, Mazzos — und durch die gewaltig gesteigerten Preise; Es ist unerhört daß einem unglücklichen Volke solche Schwierigkeiten aufgebürdet werden. Und doch würde der Vorschlag, dieses Fest auf etwa zwei Tage zu beschränken, anstatt es auf die üblichen acht Tage auszudehnen, sicherlich die Mißbilligung, unserer Theologen hervorrufen, die sich gewiß gegen solche Ketzerei energisch wehren würden. Das Pessachfest ist eine Erinnerung an vergangene Ereignisse — ein Abschnitt in der Geschichte unseres Volkes. Ich persönlich bin durchaus dafür, daß man sich der Ereignisse aus unserer Vergangenheit erinnere und befürworte die Einschärfung dieser Tatsachen in das Gedächtnis. Aber ich bin der festen Meinung, daß die gesunde Entwicklung unseres religiösen Gedankens einen größeren Anreiz erfahren würde, wenn wir ihn eines großen Teiles seiner Härte entkleideten. Ich schlage daher vor — und glaube damit die Gefühle der meisten Juden auszusprechen — das Pessachfest in diesem Jahre, als eine Kriegsmaßnahme, auf nur zwei Tage zu beschränken, damit wir den ungewöhnlichen Zeitumständen Rechnung tragen. Ich glaube nicht, daß wir hierdurch gegen den Geist unserer Religion verstoßen würden." Wir bringen die Übersetzung dieses Briefes, den der „Jewish Chronicle“ ohne Kommentar abdruckt, als ein Zeichen dafür, welche merkwürdige Blüten das Bestreben, das jüdische Religionsgesetz zu „reformieren“, zeitigt. Hat der Schreiber des Briefes jemals etwas von den furchtbaren Opfern gehört, die von Juden getragen wurden und wer- Kostümfabrik F. u. A. Diringer Nttnchen, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 königl. bayer., königl. Württemberg.» grossherzogl. badiaebe Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Simader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse: „Diringer München*. — Telephon-Nr.: 21774, 2177$, 21776. Oröbio Fabrik und Vorlothanatalt diaaar AH In Dbutachland. Vorrat von ubor 60000 Koatümon aua allan Zolton u. allon LSndarn. Gotronntm Harron-, Dämon-, Kindoru. Mllltär-Abtoilungon. Roiohoa Lagor In Walfon und Auarüaäungon. 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