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Das jüdische Echo · 1917-03-30 · 13 (30.3.1917) · p. Seite 149

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
13 (30.3.1917)
Date
1917-03-30
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 149 stolze, nationale Juden sind und sich für die Verwirklichung dieser Forderung mit ihrer ganzen Energie einsetzen werden.“ E8n Bund assimilaltionsgegnerischer Juden in Polen. In Warschau ist, wie der „Polak-Katholik“ mitteilt, ein Bund der orthodoxen Juden entstanden, eine Organisation, die die breiten Massen des polnischen Judentums umfassen will. Der Gründung gingen mehrtägige Beratungen voraus, während deren sich bereits 17 000 Mitglieder eintragen ließen. Über die Ziele des Bundes heißt es in einer in Warschau verbreiteten Broschüre: „Wir dürfen nicht zulassen, daß die Assimilation uns leitet, die das Judentum als einen toten Körper ansieht. Der Bund ist bestrebt, die jüdischen Einrichtungen unbedingt mit Leuten zu besetzen, die seine grundlegenden Grundsätze anerkennen. Die rechtgläubigen Juden wollen dahin streben, daß alle Arbeiter in den jüdischen Einrichtungen unbedingt zu den Orthodoxen gehören. Wir müssen unsere eigenen Kräfte nach der Wirklichkeit würdigen, unbekümmert darum, ob es diesen oder jenen gefällt . . . Der Bund erklärt offen, daß er alle Juden als Kinder des ewigen unsterblichen Israel ansieht, dessen nationale Seele nur das Gesetz Moses ist, das auch sein beglückendes Lebensziel ist. Aus ihm schöpft es sein Leben, für es gibt es sein Leben dahin.“ Das Hilfswerk der amerikanischen Juden. In einer Sitzung des amerikanisch-jüdischen Hilfskomitees, die am 9. Februar stattfand, wurde beschlossen, das Joint Distribution Committee zu autorisieren, alle vorhandenen Hilfsgelder, die sich auf eine Million Dollar beliefen, sofort zu überweisen. Die jetzt überwiesenen Gelder werden wie folgt verteilt: 225 000 Dollar nach Österreich-Ungarn und Galizien, 75 000 nach der Türkei, 70 000 für Palästina einschließlich der Dreyfus- und Nathan Straus Volks-Küchen und des jüdischen Gesundheitsamtes in Jerusalem, 5000 für Bulgarien, 5000 für Serbien und Griechenland, 6000 für die Flüchtlinge von Palästina in Alexandrien, 25 000 für die okkupierten Gebiete von Rumänien, 100 000 für Rußland 450 000 Dollars wurden für die notleidenden Juden in Polen und Litauen bewilligt; dieser Betrag soll überwiesen werden, sobald die Zustimmung des State-Departement vorliegt. Die epidemischen Krankheiten in Palästina, die schon seit bald zwei Jahren wüten, scheinen, den Nachrichten der palästinensischen Presse zufolge, noch immer nicht zur Ruhe gekommen sein. Zum Flecktyphus ist der Bauchtyphus hinzugekommen. Die soeben eingetroffenen 8 Nummern des „Hacheruth“ (vom 30. Dezember bis 10. Januar) enthalten sieben Nachrufe. Zu den neuen Opfern gehören unter anderen der 40jährige David Schlesinger, der Leiter des Waisenhauses in Jerusalem, der 43jährige Leib Weber, einer der Führer der Jeschibah „Ohel Mosche“ in Jerusalem, die Gärtnerin Esther Harari, M. Neumann, einer der ältesten Kolonisten in Rischon le-Zion, der Schwiegervater des Schriftstellers J. Grasowsky. In Jaffa begann der Arzt der Stadtverwaltung, Herr Dr. Schami, Einspritzungen gegen den Bauchtyphus unentgeltlich vorzunehmen. Das ottomanische Krankenhaus stellte noch einige Krankenschwestern an, darunter auch die jüdische Krankenschwester Sara Hebroni aus Jerusalem. In Safed wird noch immer der Arzt, den die Wiener Allianz aus der Schweiz zu senden versprochen hat, sehnsüchtig erwartet. Die erste Synagoge in Madrid wurde am 3. Februar feierlich eingeweiht. Die neugegründete Madrider Gemeinde setzt sich aus Angehörigen von 18 verschiedenen Staaten zusammen; selbst mexikanische und persische Juden sind in ihr vertreten. Sephardische Juden sind in überwiegender Mehrzahl. Unmittelbar nach der Einweihung der neuen Synagoge fand in ihr eine Bar-Mizwafeier statt, die erste seit dem Jahre 1492. Am nächsten Tage wurde auch eine Trauung gefeiert: ein Herr Esequenazi aus Konstantinopel heiratete ein Frl. Annie Zweininger. Die Trauungzeremonie wurde vom bekannten Prof. Jahuda vollzogen. Zur Revolution in Rußland. (Vgl. auch Leitartikel dieser Nummer.) Die „Voss. Ztg.“ bringt folgendes Telegramm ihres Stockholmer Korrespondenten vom 20. März: „Soweit es sich bisher übersehen läßt, sind die russischen Bauern keineswegs ohne weiteres bereit, mit der neuen Regierung durch dick und dünn zu gehen. Dazu kommt, daß in den letzten Tagen unter den bäuerlichen Ansiedlern von den aus Petersburg geflüchteten Abgeordneten der Rechten eine eifrige Propaganda zugunsten einer Gegenrevolution betrieben wird. Auch die „echt russischen“ Verbände sind eifrig an der Arbeit, um die Bauern gegen die neue Regierung aufzuhetzen. Gefährlich ist, daß die „Echtrussen“ die Petersburger Revolution als ein Werk der Juden und Judenfreunde hinstellen. Der Führer des Patriotenverbandes Dubrowin erließ einen Aufruf an die Bauern des Gouvernements Cherson, in dem er behauptet, daß die Juden im Begriffe seien, den Zaren zu verhaften, die rechtgläubige Kirche zu stürzen und eine Judenherrschaft in Rußand zu begründen. Es muß damit gerechnet werden, daß die Bauern, getrieben von Antisemitismus, eine Gegenrevolution ins Werk setzen, oder, was ebenso gefährlich ist, den Organen der neuen Regierung die Lieferung von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Produkten verweigern.“ Sir Francis Montefiore in London leistete sich bei der Jahresversammlung der Portugiesischen Gemeinde folgendes: Als der Posten von 10 Pfund, mit dem die Portugiesische Gemeinde alljährlich die städtischen Suppenküchen subventionierte, zur Beratung stand, schlug dieser frühere Zionist vor, den Posten zu streichen, weil in den Suppenküchen auch russische Juden verpflegt würden, die sich weigerten, in die englische Armee einzutreten. („Jew. Chr.“) Der jüdische Kongreß in Amerika will die Mittel zum Aufbau von Baulichkeiten jüdischer Besitzer an der Ostfront aufbringen. Der Kongreß soll ein Komitee einsetzen, das Sammlungen einzuleiten hat, um die für diesen Zweck erforderlichen Mittel in der Höhe von 30 Millionen Dollar LUDWIG MURR Damenfriseur SPEZIAL-DAMEN-SALON NUR FÜR DAMEN Residenzstrasse 17/1 SALON FÜR DAMEN UND HERREN Parkhotel Majcimlliansplatz 21 SPEZIALITÄT: Künstlerisch ausgefDhrte ERSATZ. FRISURE8, dem natürlichen Haaransatz Voll u. ganz angepaßt

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