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Das jüdische Echo · 1917-03-30 · 13 (30.3.1917) · p. Seite 147

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
13 (30.3.1917)
Date
1917-03-30
Page
Seite 147 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 147 wahrhaft guten Taten besteht, so möge Gottes Segen auf ihnen ruhen. Wenn sich viele fromme Juden zusammentun, um verwüstete Städte wieder aufzubauen und neue Gemeinden im eigenen, frommen Geiste zu gründen, — wer kann dagegen etwas sagen? Sollen nur die Orthodoxen in streng-orthodoxem und die anderen in nationalem Geiste bauen; — beide Bauten können einander gut ergänzen. Aber etwas anderes ist es, wenn man sich zusammentut und sagt: „Nur wir allein sind echte Juden“; wenn man Haß und Zwietracht säet, nicht nur zwischen den Orthodoxen und Nicht-Orthodoxen sondern auch unter den Orthodoxen selbst; wenn man auf Schritt und Tritt Gottes Namen im Munde hat und im Herzen dem Abgott der Assimilation dient; wenn man statt etwas Positives für Juden und Judenheit zu tun, einen vermeintlichen Gegner bekämpft und in diesem Kampfe unsaubere Mittel benützt, für die ich gar keinen Namen finden kann; wenn man in einemfort vom Frieden und Eingkeit spricht und sich mit allen Kräften bemüht, den Frieden und die Einigkeit zu zerstören .. Deutsch von Abonnement erneuern 1 Zur Lage der Juden in Griechenland. Wir entnehmen dem „Lodzer Volksblatt“ folgende Ausführungen seines Spezial-Korrespondenten. Sämtliche Juden in Griechenland haben unter den Wirrnissen und Parteikämpfen im Lande zu leiden; am meisten aber lastet der Druck des Krieges auf den 80 000 Saloniker Juden, die erst nach dem Balkankriege griechische Untertanen geworden sind und deren Gemeinde jetzt eine hervorragende Stellung unter den jüdischen Gemeinden Griechenlands einnimmt. Nach dem Übergang Salonikis in griechische Herrschaft wanderten tausende jüdischer Familien aus Furcht vor dem griechischen Antisemitismus nach Konstantinopel und Smyrna aus, worüber sich manche griechische Kaufleute anfänglich freuten. Die griechische Regierung sah aber bald ein. daß sie in den ausgewanderten Juden eine dem Handel und der Industrie des Landes im hohen Maße nützliche Bevölkerung verloren hatte und bemühte sich, dieselben mit allen erdenklichen Mitteln ins Land zurückzulocken. Als die schlauen Lobgesänge der griechischen Presse über die Juden ihr Ziel verfehlten, ließ die Regierung ein offizielles Dekret veröffentlichen, wonach sämtliche Juden Salonikis den Interessen der Hafenstadt entsprechend vom Militärdienst befreit wurden. Mit dieser im März 1914 erschienenen Verordnung gelang es der Regierung Venizelos, viele ausgewanderte Juden zur Rückkehr zu bewegen. Seit dieser Zeit hat sich die Lage in Griechenland wesentlich geändert. Der Traum von einem Groß- Griechenland hat sich verflüchtigt, die Erbitterung des Volkes wächst von Tag zu Tag, das kleine Häuflein der Venizelos - Anhänger beherrscht die Stadt, deren Bevölkerung für den König und seine friedliche Politik offenkundig Partei nimmt. Als Venizelos mit seiner Kriegs-Proklamation eine schmähliche Niederlage erlitten hatte, ließ der große Diplomat seinen Groll an den unschuldigen Saloniker Juden aus, indem er die vor zwei Jahren den Juden gewährten Privilegien aufhob. In seiner Proklamation erklärt er folgendes: „Die Juden Salonikis sind vor allem an den jetzigen Wirrnissen des Landes schuld; sie bewahren im Herzen noch Liebe zu ihrer früheren türkischen Herrschaft und mißachten die griechische Fahne; sie alle sind Apostel der .Teutonen1. Ich befehle daher, die strengsten Maßregeln gegen die Juden von Saloniki zu ergreifen und sie in ausgiebigster Weise für den Kriegsdienst zu verwenden; innerhalb dreier Tage müssen sämtliche Juden bis zum 40. Lebensjahr in die Staatskasernen gebracht werden.“ Auf diese Weise flößte Venizelos der griechischen Bevölkerung Mißtrauen gegen die Juden ein, das leicht zu Pogromen führen kann; die Griechen verstehen sich aber auf die Veranstaltung von Pogromen, wie sie es bei der Niedermetzelung von 12 000 Juden in der türkischen Stadt Tripoliza nach der Einnahme derselben durch die Griechen gezeigt haben. Bei der heute in Saloniki herrschenden unruhigen Stimmung kann sich leicht etwas ähnliches ereignen. Die erste jüdische Kulturkonferenz in Warschau. Die Redaktion des „J. E.“ erhielt eine Einladung zu der am 26.—28. März in Warschau tagenden Kulturkonferenz, die vom Rate des neugegründeten „Volksklubs“, dem die Herren U. Prilutzki, Sch. Hirschhorn, H. Nomberg, Hillel Zeitlin und Sch. Stupnitzki angehören, einberufen wird. Die Tagesordnung setzt sich aus folgenden Punkten zusammen: 1. Das jüdische Schulproblem. 2. Die Aufgaben der jüdischen Kulturarbeit. 3. Jüdische Kulturtätigkeit. 4. Die jüdische Sprache und ihre Bedeutung für das jüdische Leben. 5. Das jüdische Volks-Schaffen. 6. Fachbildung und Fachliteratur. 7. Die hebräische Sprache. 8. Die jüdische Literatur. 9. Das jüdische Theater. 10. Die jüdischen Bbliotheken. 11. Die Gründung einer Zentrale. Die Konferenz ist unpolitisch und wendet sich an Angehörige aller Parteien, sofern sie ein positives Verhältnis zur jüdischen Sprache und jüdischer Kultur haben. üeberaeugen <5(e f(d? durch eine kostenfreie Probenummer oder besser noch durch einen Pr beband für 50 Pfennige von der Vielseitigkeit der humoristisch - satirischen Kunstzeitschrift »JUGEND“ Jede Nummer bringt neben ausgezeichne en Beiträgen in Poesie und Pr >sa der namhaftesten Schriftsteller auch eine große Anzahl künstlerische Vierfarbendrucke nach Werken erster Meister. Auch die politischen Vorgänge werden in einer eigenen Beilage eingehend behandelt. Die große Anhängerschaft der Münchner „JUGEND“ drückt sich am deutlichsten in der wöchentlichen Auflage von über 100000 Exemplaren aus. Vierteljahrespreis.M. 4.60 durch die Feldpost.M. 5.20 pro Monat.M. 1.80 Bestellungen nimmt die nächstgelegene Buchhandlung, Zeitungsexpedition, jedes Postamt oder der Unterzeichrete an. Verlag der „JUGEND“,München Lessingstraße 1

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