Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 8 (23.2.1917)
- Date
- 1917-02-23
- Page
- Seite 95 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 95 abholen wollte. Nun wurde er sofort wieder ein Kind. „Warten Sie: deich putze ich mich fein heraus und mache mich schön!“ Und dann verschwand er hinter einem Vorhang. „Bin ich nicht schön?“ fragte er, mit stolz erhobener Nase, als er, mit einem Qehrock angetan, wieder erschien. Doch die Krawatte wollte nicht ordentlich sitzen. „Warten Sie, ich will sie Ihnen binden!“ sagte das Fräulein. Das war aber gar nicht so leicht, denn Asch hielt nicht still, sondern tanzte durchs Zimmer. Er hatte offenbar große Lust zu tanzen, und ich beeilte mich aufzubrechen, damit er schneller auf seinen Ball gehen konnte. „Asch ist dumm, Asch ist dumm!“ sagte er mir zum Abschied, den Kopf zur Türe hinaussteckend. In Przybyszewski’s Kreise benahm sich Asch viel gesetzter und solider; in Gesellschaft der Künstler, Dichter und Kritiker hielt er sich mit großer Würde und sogar mit gewissem Hochmut den Polen gegenüber. Und nur wenn er mit Przybyszewski selbst sprach, strahlte sein Gesicht wieder im kindlichen Lächeln. Anscheinend waren beide Dichter in inniger Freundschaft verbunden. Asch zeigte gar keine Lust, sich den jungen Polen ebenso anzuschließen, wie er sich mir angeschlossen hatte. Die jungen Polen, die meistens viel zu ernst und zu gesetzt für ihr Alter sind, sahen gar nicht, wieviel Grazie und natürliche, ungekünstelte Jugend in diesem begabten jüdischen Dichter steckte. Wir hatten uns in der Kneipe kennen gelernt. In der gleichen Weise nahmen wir auch Abschied von einander. „Ich gehe nach Berlin, um dort mein neues Stück vorzulesen,“ sagte er mir einmal. „Kommen Sie doch mit!“ fügte er ganz unerwartet hinzu. „Warum soll ich nach Berlin gehen?“ fragte ich ihn. — „Ich werde mich sonst langweilen; wir werden uns, übrigens, bald Wiedersehen.“ Wir sahen uns aber nicht wieder. Asch war aus München spurlos verschwunden. Gemeindenu. Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohrichten, die In diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflfohst eingeladen.} Personalien. Gefallen ist am 7. Februar Herr Max Meier vom Jüdischen Turn- und Sport-Verein Nürnberg. München. Die orthodoxe Religionsgesellschaft „0 h e 1 Jakob“ bemerkt in ihrem Rechenschaftsbericht für 1916, daß sich die Vereinigung auch im abgelaufenen Jahre in zufriedenstellender Weise entwickelt hat. In der Person des Herrn M. Amtmann wurde im Sommersemester eine weitere Lehrkraft gewonnen und sind derzeit drei Herren in der der Vereinigung angegliederten Religionsschule tätig. Die finanziellen Verhältnisse werden als befriedigend bezeichnet. Der Bericht erwähnt, daß demnächst 25 Jahre seit der Einweihung der Synagoge verflossen sind; in Anbetracht der Zeitverhältnisse soll 'dieses Erinnerungstages in aller Stille gedacht werden. Jüdischer Turn- und Sport-Verein Nürnberg. Die Generalversammlung des Jüdischen Turnu. Sportvereins Nürnberg fand am 31. Januar d. J. statt. Die Mitglieder der alleinbestehenden Damenabteilung waren fast vollzählig, wie auch die außerordentlichen Mitglieder zum großen Teil anwesend. Vorsitzender A. Körösi gedenkt der ge- UTTDC!17f Kunstgeschichte (mit ItUIlOE«« Führung) Literatur (verb. mit Lektüre) Französische, Deutsche, Englische Sprache in allen Gebieten T llnnfvo akad. Lehrerin für Kunstgescb. LOIIC nentZC, und neue Sprachen v. d. Tannstraße 15, II. Aufg. 0 r. — Sprechstunden 3—4 Uhr.!jQne J&ren TtäLxJu u9/tcc&rvatsn 9/Uinchen. SfflajcisrulianMr 4/ SCHREIB t BÜRO * IscbrilteD L# Diktate SIEGFRIED München, Schützenslr. la/11 (Kontorh. Imperial) Tel.fjSjßl Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Hefte, Akten, Stampf und Pappen, unter Garantie des Einstampfens Lumpen Neutuche, neue Stoffabfälle, Rupfen, Seile, Stricke, Flaschen verschiedener Arten, Alteisen kauft stets jedes Quantum, groß und klein, zu allerhöchst. Preisen, holt frei ab Josef Duschl’s Rohprodukten-Grosshandlg., Dachauerstr.21/0,2. Hof lks. Telephon 10436. Geöffnet ununterbrochen v. früh 6 Uhr bis abds. 8 Uhr. >c-r>—~~rxx)c--J Wasch- Ersatz beschlagnahmefrei in Stücken zu 2 Pfd. 20 Pfd. 4 Mk. Hilsenbeck Tattenbachstr. 5/1, Gartenh. •••auumanaamauinMMnnHimuHmuuaumin Elektrolyt Georg Hirth Energiestelgemd In jeder Apotheke erhältlich in: Pulverform! (zu 0.50, 2.25 und 6 Mk.); ■ Tablettenform (zu 0.50, 1.50 S und 3.20 Mk.). — Literatur S kostenfrei. — Hauptvertrieb und Fabrikation; » Ludwigs-Apotheke Mönchen Neuhauserstr. 8.